Junge Philharmonie Köln versetzt Publikum in Entzücken

Von: Johannes Gottwald
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Beschwingte Walzerklänge und hübsche Anekdoten: Die Junge Philharmonie Köln und ihr Dirigent Volker Hartung präsentierten sich beim Neujahrskonzert in Übach-Palenberg in glänzender Form. Foto: Johannes Gottwald

Übach-Palenberg. Besondere Ereignisse wurden schon immer gerne mit Kulturveranstaltungen verknüpft, um ihnen zusätzlichen Glanz zu verleihen. Zweifellos gehört auch der Jahreswechsel dazu, und daher hat sich das von der Volkshochschule Heinsberg und der Stadt Übach-Palenberg organisierte Neujahrskonzert seit langem etabliert.

Wieder war die Junge Philharmonie Köln in der Stadt an der Wurm zu Gast und präsentierte ein fulminantes Programm aus Klassik und gehobener Unterhaltungsmusik. Mehr als 500 Zuhörer konnte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch im Pädagogischen Zentrum begrüßen; die Aula war zur Freude der Veranstalter ausverkauft. Unter den Gästen auch Brigadegeneral Jürgen Beyer, Generalmajor Andrew Müller sowie die frisch gekürten Ehrennadelträgerinnen Anneliese Vogt und Martina Stumpf.

Mit der Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ und dem anschließenden „Cancan“ von Jaques Offenbach führten sich die Jungen Philharmoniker gleich auf glänzende Weise ein und zogen unter ihrem Dirigenten Volker Hartung alle Register ihres Orchesterklangs, der von zarten, intimen Solopassagen bis zum schmissigen Tutti – dem Einsatz aller Musiker – reichte.

Nach diesem stürmisch beklatschten Auftakt folgte die Arie „Oh, mon cher amant, je te jure“ aus der relativ unbekannten Offenbach-Operette „La Péricole“, worin die französische Mezzoso­pranistin Astrid Defauw ihren ersten Auftritt hatte und mit ausgewogenem Timbre und viel Einfühlungsvermögen überzeugte. Nach diesem besinnlichen Ruhepunkt führte der schwungvolle „Frühlingsstimmen-Walzer“ von Johann Strauß in die Donaumetropole Wien – von dem „Walzerkönig“ und seinen Zeitgenossen sollte man im weiteren Verlauf des Abends noch zahlreiche andere Werke hören. Das galt auch für den liebenswürdig-heiteren „Schlittschuhläufer“ von Emil Waldteufel, in dem man deutlich die rasanten Fahrten erfahrener Sportler ebenso wie das Ausgleiten unvorsichtiger Anfänger auf dem Eis heraushören konnte.

Humorvolle Anekdoten

Wie immer verstand es Volker Hartung, zu den verschiedenen Stücken humorvolle Anekdoten zum Besten zu geben. So erfuhr man, dass der große spanische Violinvirtuose Pablo de Sarasato in jeder großen Kulturmetropole Europas eine Geliebte hatte. Zu seinem Leidwesen konnte er jedoch nie mit der jeweils aktuellen Freundin zusammen auf der Bühne stehen. Um diesem Missstand abzuhelfen, soll er seine Komposition „Navarra“ für zwei Soloviolinen und Orchester geschaffen haben. „Heute Abend wird diese Situation nachgestellt“, hieß es.

So war es in der Tat, die beiden Violinpartien wurden von Fedor Roudine und Lika Yakupova übernommen. Es war geradezu phänomenal, welche Klänge diese beiden ihren In­strumenten entlockten und mit welcher Bravour sie die fast schon irrwitzigen spieltechnischen Anforderungen meisterten. Zu Recht gab es danach spontane Bravo-Rufe und donnernden Applaus. Zum anschließenden „Perpetuum mobile“ von Johann Strauß brachte Volker Hartung seinen schon fast traditionellen Gag: Bei den Schlusstakten verließ er sein Pult und schlich sich von der Bühne.

Lehár und Strauß

Der zweite Teil des Konzerts begann mit einem Ausflug nach Böhmen. Mit frischer, deftiger Melodik und zuweilen altertümlicher Klangsprache zogen die „Slawischen Tänze“ Nr. 1 und Nr. 8 von Antonin Dvorak vorbei und ließen die Zuhörer an einem tschechischen Kirchweihfest teilnehmen. Mit einem weiteren Violinsolo gefiel danach Roman Kim in „Introduktion und Variationen“ von Guiseppe Verdi. Hier hat der große italienische Opernmeister eine Arie aus „La Traviata“ nochmals musikalisch verarbeitet. Danach ging es wieder nach Wien: Im „Schwipslied“ von Johann Strauß und in der Arie „Meine Lippen, die küssen so heiß“ aus der Operette „Guiditta“ von Franz Lehár glänzte Astrid Defauw nochmals mit prächtigen Soli. Auch der aus Filmmusiken bekannte Tango „Romanesca“ des Dänen Jacob Gade und die Champagner-Polka von Johann Strauß verströmten festlichen Glanz.

Zum Ende bildete der geläufige Walzer „An der schönen blauen Donau“ das Sahnehäubchen eines erneut vorzüglich gelungenen Konzertabends. Mit minutenlangen Ovationen bedankte sich das Publikum für die Darbietungen, und die Junge Philharmonie hatte noch einige Zugaben vorbereitet.

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