Übach-Palenberg - Junge Philharmonie aus Köln begeistert beim Neujahrskonzert

Junge Philharmonie aus Köln begeistert beim Neujahrskonzert

Von: jg
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Beim Neujahrkonzert im Pädagogischen Zentrum präsentierten Volker Hartung und die Junge Philharmonie Köln wieder ein wahres Feuerwerk aus Klassik und gehobener Unterhaltungsmusik. Foto: Johannes Gottwald

Übach-Palenberg. Alle Jahre wieder kommt die Junge Philharmonie aus Köln zum Neujahrskonzert in die Aula des Pädagogischen Zentrums. Und wieder stand am Dirigentenpult Volker Hartung, der zu den einzelnen Stücken geistreiche, mit Witz und Charme gepfefferte Erläuterungen abgab.

Und einmal mehr standen bekannte Evergreens wie der Donauwalzer und die „Fledermaus“-Ouvertüre von Johann Strauß auf dem Programm, deren Melodien das Publikum leise mitsummen konnte.

Aber von öder Routine konnte dennoch keine Rede sein, denn die Jungen Philharmoniker hatten auch einige prachtvolle neue Zugnummern zu bieten. Dazu gehörte der einleitende „Tanz der Stunden“ von Amircale Ponchielli ebenso, wie das Menuett aus dem „musikalischen Spaß“ KV 522 von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier hat der Salzburger Meister auf köstlich-geniale Art und Weise die mittelmäßigen Komponisten seiner Zeit parodiert, was sich in einer scheinbar einfallslosen Thematik, leeren Alberti-Bässen und Verlegenheits-Tonleitern äußert.

Aber auch die damaligen Orchester mit ihrem oft unsauberen Klang bekamen darin ihr Fett weg: So hat Mozart absichtlich an einigen Stellen die zweite Hornstimme einen halben Ton zu tief notiert. Die gräulich falschen Klänge der Hornisten waren also keine reine Clownerie, sondern sind original in der Partitur nachzulesen! Der etwas süßliche „Salut d ámour“ von Edward Elgar leitete über zu dem elegischen, aber sehr reizvollen Werk „Introduktion und Rondo capriccioso“ a-moll von Camille Saint-Saens, worin der aus dem russischen Kasan stammende Geiger Artem Komonov mit großartigen Soli die Zuhörer begeisterte.

Es folgte die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Franz Liszt, der in seiner Frühzeit zunächst als „Paganini des Klaviers“ ganz Europa faszinierte und erst später als einer der größten Komponisten des 19. Jahrhunderts in die Musikgeschichte einging. Das ursprünglich für Klavier geschriebene Werk erklang an diesem Abend in einer Fassung für Panflöte und Orchester, wobei sich der Solist Ion Malcoci aus Moldawien Bestnoten verdiente. Die ernste, feierliche Einleitung der Rhapsodie träumte von den weiten Ebenen der Pußta-Landschaft mit ihren Ziehbrunnen und Sonnenblumenfeldern.

Danach entfaltete sich unter dem schwungvollen Dirigat Volker Hartungs ein mitreißendes Tongemälde, in dem sich rasante Csárdas-Rhythmen mit lyrischen Passagen abwechselten, worin langgezogene Hirtenweisen in typischem Zigeuner-Moll aufklangen. Eine furiose Schlusssteigerung mündete in einen grellen, plötzlichen Abschluss.

Nicht weniger originell mutete die Stummfilm-Musik von Albert Ketelbey an: „Auf einem persischen Markt“ lautete der Titel – und tatsächlich wehte ein Hauch von orientalischer Basar-Atmosphäre durch die Aula. Vom Kalifen und einer Prinzessin bis hin zu Gauklern, Bettlern und Kameltreibern kam alles in dem Stück vor – dabei von Volker Hartung immer wieder originell kommentiert.

Nach der Pause führten das „Haunting Rag“ und der „Tango argentin“ von Scott Joplin zunächst in die Neue Welt. Und wenn im ersten Teil schon Franz Liszt vertreten war, musste im zweiten auch der echte Paganini zu Wort kommen – mit den Variationen über „Carnevale in Venezia“. Hier konnte Ion Malcoci nochmals auf der Panflöte glänzen; zugleich wies dieses Stück schon unverkennbar auf die bevorstehende „fünfte Jahreszeit“ hin.

Dies war auch bei „Heinzelmännchens Wachtparade“ von Kurt Noack der Fall – schließlich waren die fleißigen nachtaktiven Wichtel hauptsächlich in der Rheinmetropole Köln am Werk. Und bei den vertrauten Klängen von der schönen blauen Donau kam das Publikum schon ein wenig in Schunkelstimmung.

Mit stürmischen, minutenlangen Ovationen feierten die nahezu 700 Zuhörer am Ende die Jungen Philharmoniker, die sich mit mehreren Zugaben bedankten und die man auch 2016 wieder gerne am gleichen Ort erleben möchte.

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