Geilenkirchen - Junge Oper Detmold: Mit Hänsel und Gretel die Oper entdecken

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Junge Oper Detmold: Mit Hänsel und Gretel die Oper entdecken

Von: Danielle Schippers
Letzte Aktualisierung:
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Die weite Welt der Oper in der Gesamtschule: Die „drei Knaben“ geben Prinz Tamino hilfreiche Hinweise, um die Prüfungen zu bestehen. Die Junge Oper Detmold war bereits zum zweiten Mal in Geilenkirchen zu Gast. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. Dass Theater und Oper auch für Kinder nicht langweilig sind und das Publikum nicht nur sitzen und zuschauen muss, haben die Schauspieler der Jungen Oper aus Detmold erneut in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule bewiesen.

Sie zeigten mit viel Freude zunächst eine liebevoll gestaltete Version von „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck für die Schüler der fünften Klassen, danach eine altersgerecht angepasste und witzige Inszenierung von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“. Beide Stücke waren „interaktiv“, die Kinder wurden in die Aufführungen einbezogen, bekamen kleine Rollen, sangen vorher einstudierte Lieder mit.

Das Konzept des „JO!“-Teams klingt zunächst einfach: Kinder und Jugendliche früh für Opern und Musik begeistern, sie zum Mitmachen anregen, ihre sprachliche und musikalische Kreativität fördern und Interesse für Kultur wecken.

Auftritte bundesweit

Mit bekannten Opern, die die Schauspieler und Pädagogen genau auf die verschiedenen Altersstufen zuschneiden, ziehen sie durch Schulen in ganz Deutschland. So soll schon in jungen Jahren das Interesse für klassische Musik und Opern geweckt werden, um so auch in der Konsequenz als Erwachsene kulturell gebildeter zu sein.

In der Gesamtschule in Geilenkirchen traten die Schauspieler der „JO!“ bereits zum zweiten Mal auf. Im Voraus hatten die Lehrer, besonders Maria Slagboom, die den Fachbereich Musik organisiert, mit den Klassen 5 und 6 intensiv die Themen Wolfgang Amadeus Mozart, seine Opern und speziell „Die Zauberflöte“ durchgenommen und im Musikunterricht die Lieder der Oper gelernt.

Die durchweg positive Erfahrung aus dem letzten Jahr hat sie dazu bewegt, die Schauspieler wieder einzuladen und im Vorfeld mit den Schülerinnen und Schülern einzelne Szenen der Oper nachzuspielen, einfache Arien einzustudieren und passende Bilder zu gestalten.

Das Besondere an diesem Konzept des interaktiven Theaters ist, dass nicht einfach Schauspieler in die Schule kommen und etwas aufführen, sondern die Stücke so gestaltet sind, dass das Publikum immer mit eingebunden ist und mitmacht. Die Gesamtschüler haben mit Freude mitgesungen und beispielsweise mit Tüchern und viel Lärm ein Gewitter dar gestellt.

Vor Beginn der Aufführung spielte einer der Schauspieler, Martin Lucaß, mit ihnen ein kleines „Mozart-Quiz“ über sein Leben und musikalisches Schaffen. Einige von ihnen bekamen sogar die Gelegenheit, erstmals als Schauspieler mit den Profis auf der Bühne zu stehen. In „Hänsel und Gretel“ wurden die „Waldengel“ beim bekannten „Abendsegen“ sowie das „Sandmännchen“ und das „Taumännchen“ von den Schülerinnen und Schülern dargestellt.

Erfahrung auf der Bühne

Lehrerin Frau Meeus wurde kurzerhand als Mutter der ausgesetzten Geschwister verpflichtet, was ihr aufgrund ihrer Theatererfahrung zur großen Freude des Publikums bestens gelang.

In der „Zauberflöte“ konnten die Kinder drei Arien mitsingen und „die drei Knaben“ sowie „die drei Damen“ auf der Bühne spielen.

Über 30 Schauspieler sind Teil der „Jungen Oper“ aus Detmold. Die Aufführungen in der Geilenkirchener Gesamtschule haben Brigitte Zauner, Joachim Szepanski und Martin Lucaß gemeinsam mit den Kindern gestaltet. Lucaß erklärt, warum ihnen gerade Theater und Oper für und mit Kindern wichtig ist: „Viele Kinder haben heute leider wenig Kontakt und Bezug zur Oper. Wir wollen erreichen, dass sie Spaß dabei haben und Interesse dafür entwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass wir in die Schulen gehen und nicht die Klassen zu uns kommen, das zeigt ihnen eine besondere Wertschätzung. Wir tragen die Oper zu ihnen.“

Tatsächlich zeigten die Kinder der 5. und 6. Klassen großes Interesse an den Opern, sangen kräftig mit und schauten konzentriert zu – eine Aufmerksamkeit, die in „normalen“ Aufführungen immer wieder schnell nachlässt. Bei dem Spaß und Erfolg auf allen Seiten soll das Projekt im nächsten Jahr laut Frau Slagboom ein drittes Mal stattfinden.

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