Geilenkirchen - Junge Nachwuchsmusiker zeigen ihr Können

Junge Nachwuchsmusiker zeigen ihr Können

Von: Johannes Gottwald
Letzte Aktualisierung:
8108742.jpg
Ein Streichsextett zum Auftakt: Beim Konzert „Junges Podium” in der Aula des Gymnasiums zeigten die fortgeschrittenen Schülerinnen und Schüler der Musikschule ihr schon beachtliches Können. Foto: Johannes Gottwald

Geilenkirchen. Zum Schuljahresende wurde auch bei der Musikschule Geilenkirchen Bilanz gezogen – aber ohne Zensuren. In der Aula des St.-Ursula-Gymnasiums zeigten die jungen Nachwuchsmusiker, was sie in der zurückliegenden Zeit gelernt hatten.

Es war das dritte Konzert der Musikschule innerhalb weniger Tage. Die vorausgegangenen Veranstaltungen im Haus Basten und auf dem Marktplatz waren den Anfängern und der Big Band anvertraut. Diesmal kamen jedoch unter dem Begriff „Junges Podium“ die Fortgeschrittenen zum Einsatz.

Den schwungvollen Auftakt bildete ein Streicher-Sextett: Meissa Bettahar, Swenja Fuchs, Senta Kreimer, Alexandra Lanzat, Annika Rose und Anna Stassen intonierten auf der Violine den „Entertainer“ von Scott Joplin. Da zeichnete sich ab, dass der Schwerpunkt des Programms auf Unterhaltung lag, was sich auch bei dem besinnlichen Gitarrenstück „What‘s up?“ fortsetzte, das von Maksim Hoelper vorgetragen wurde.

Der Name Aram Chatschaturjan mag vielen durch den berühmten Säbeltanz aus dem Ballett „Spartakus“ geläufig sein. Zoe Baumann stellte am Klavier ein fast unbekanntes, klangvoll-herbes Andantino von diesem armenischen Komponisten vor, das stilistisch an Bartók oder Schostakowitsch erinnerte. Zwei stark kontrastierende Duette schlossen sich an: Von Judith Stassen (Querflöte) und Anna Stassen (Violine) erklang zunächst das schlichte, liedhafte „Burtonport“, komponiert von Richard Voss. Ganz im Bannkreis von Haydn und Mozart präsentierte sich dagegen das Duo für zwei Violinen (Senta Kreimer und Luisa Merkelbach) von Ignaz Pleyel.

Exotische Züge trug „River flows in you“ aus der Feder des Koreaners Yiruma, das Christina Kolm einfühlsam am Flügel interpretierte. Sehr getragen und überzeugend danach auch die Filmmusik „Can you feel the Love tonight“ von Elton John, die sich Jessica Backes (Querflöte) und Justin Backes (Klavier) ausgesucht hatten.

Der „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens gehört zu den populärsten sinfonischen Dichtungen des 19. Jahrhunderts. Von Pia Ostermeier am Cello und ihrem Lehrer Thomas Kamphausen (Klavier) war „Der Schwan“ zu hören, den man sich gut vorstellen konnte, wie er auf einem See seine Kreise zieht. Vermutlich hatte der Komponist dabei nicht den hierzulande häufigen Höckerschwan, sondern den Singschwan im Kopf, dessen näselnder Ruf dem Celloklang in der Tat sehr ähnelt.

„Asturias“ (Sterne) lautete der Titel des nächsten Stücks, das An­drea Lanzat an der Gitarre anvertraut war. Bei dieser Komposition von Isaac Albeniz erinnerten die eigenartig monotonen Arpeggien, die aufgelösten Akkorde, weniger an einen südländischen Sternenhimmel, als vielmehr an die endlose Weite der spanischen Meseta, dem kastilischen Hochland.

Dem Album „Guilty“ entnommen war die Pop-Ballade „A woman in Love“ von Barry und Robin Gibb. Hier trat ein Querflöten-Sextett auf: Magdalena Lenzen, Elena Kühne, Judith Stassen, Annika Mund, Virginia Baier und Luisa Sauren. Mit Klavierbegleitung ihres Lehrers Pascal Janssen gelang auch diesen sechs Musikerinnen eine klangschöne Wiedergabe.

Vier Cellisten/Cellistinnen (Pia Ostermeier, David Kaminski, Friederike Heesen und Eva Trinenberg) übernahmen danach das „Religioso“ von Georg Goltermann, das sich spätromantisch im Brahms-Stil entfaltete und zu einem schönen Ruhepunkt wurde. Für ein weiteres Glanzlicht sorgte die Szene „I feel pretty“ aus der West Side Story von Leonard Bernstein. Hier traten Margaux Marggraf, Jule Hagen, Simone Dünkel und Sarah Marschall kostümiert auf und boten eine stürmisch applaudierte Gesangsleistung. Auch ihre Lehrerin Olga Kreimer spielte mit – zuerst als emsige Hausfrau, dann als brillante Begleiterin am Flügel.

Den Schlusspunkt unter ein prächtiges Konzert setzten Nadja Elbert, Anne Heesen (Violine), Friederike Heesen und Miljana Mandaric (Cello) mit einer zweiten Version des „Entertainers“, womit sich souverän der Ring dieses Abends schloss.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert