Junge Musiker lernen schneller

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Die kleinen Finger flitzen über die Tasten: Die zehnjährige Jasmine Schleicher hat in der Musikschule schon eine Menge gelernt.

Geilenkirchen. Stehen in der Schule Vokabel-Tests, Arbeiten oder Klausuren auf dem Plan, dann haben die meisten Kinder und Jugendlichen ziemlich viel Stress. Pauken ist angesagt.

Und der Gang zum Klassenzimmer, in dem das Wissen abgefragt wird, treibt vielen Schülern Angstschweiß auf die Stirn. Wer schon früh ein Instrument lernt, kennt solche Probleme meist nicht. Denn das Lernen eines Instrumentes fördert die Konzentrationsfähigkeit der jungen Musiker.

„Wer bei uns schon früh mit Musik in Kontakt kommt, braucht meistens auch nicht lange, um in der Schule Vokabeln zu lernen”, erklärt Gabriele Lennartz, Geschäftsführerin der Geilenkirchener Musikschule, „wenn die im Unterricht zuhören und sich konzentrieren, können die das oft schon”.

Wenn die Englisch- und Französisch-Vokabeln schon locker von der Hand gehen, dann klappt das Notenlesen erst recht. „In der Schule habe ich das nicht so gut gelernt”, sagt die dreizehnjährige Friederike Heesel, „aber beim Cello-Spielen geht das ganz leicht”. Friederike lernt ihr Instrument gemeinsam mit 580 anderen Schülern an der Geilenkirchener Musikschule. Neben den wöchentlichen Stunden in der Schule müssen sie auch zuhause üben, sonst können sie kein Instrument beherrschen. Trotzdem bleibt den jugendlichen Musikern noch Zeit für andere Hobbies. „Jeden Tag zu üben, bekomme ich nicht hin. Aber ich spiele schon mehrmals in der Woche”, sagt der Gitarrist Benedikt Scholtes. Trotzdem bleibt dem 16-Jährigen noch Zeit fürs Taekwondo-Training oder für Computerspiele. Auch Carolin Drießen muss nicht mehr jeden Tag die Griffe an ihrem Saxophon einstudieren.

„Als ich angefangen habe, musste ich fast jeden Tag eine halbe Stunde üben”, erinnert sich die 17-Jährige. Die Sängerin und Saxophonistin musiziert heute in verschiedenen Formationen, so dass das eigentliche Üben etwas kürzer kommt. „Heute hat das Engagement etwas abgenommen, der Spaß aber nicht.”

Auch wenn die Übungseinheiten mit zunehmendem Können auch schon mal ausfallen, braucht man jede Menge Ausdauer, um ein Instrument zu beherrscht. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder Freude am Spielen haben”, sagt Gabriele Lennartz. „Sie müssen sich ihr Instrument selber aussuchen und vom Klang und dem Aussehen begeistert sein.” Denn: Wenn der Spaß-Faktor stimmt, dann lernen die Musik-Schüler eifrig. Auch wenn nicht jede Übung Spaß macht: „Wenn mir ein neues Lied gut gefällt, dann übe ich gerne”, sagte die zehnjährige Jasmine Schleicher, die das Klavierspielen lernt, „wenn es mir nicht so gut gefällt, fällt mir das Üben schwerer”. Ein Anreiz für die jungen Musiker sind die Auftritte, bei denen jeder Schüler der Geilenkirchener Musikschule ins Rampenlicht muss. Vor einem Publikum zu spielen, ist für viele junge Musiker prägend. „Vorher und nach den Auftritten ist man schon nervös. Aber wenn man einmal spielt, dann merkt man davon nichts mehr”, sagt Katharina Lennartz, die schon viele Auftritte mit ihrer Querflöte hinter sich hat.

Wenn die Klassenkammeraden Katharina, Friederike, Carolin und Jasmine auf der Bühne sehen, kommen sie ganz schön ins Staunen. „Die meisten wollen das Saxophon-Spielen sofort mal ausprobieren”, sagt Carolin. Und: „Beim Gesang hat man viele Neider. Aber ich glaube das ist normal”, sagt die junge Sängerin. Auch Friederike zieht mit ihrem Cello viele Blick auf sich: „Meine Freunde finden das alle ziemlich cool.”

Die Musik macht Carolin und Katharina so viel Spaß, dass sie nach ihrem Abitur Musik studieren möchten. Mit diesem Plan sind sie an der Musikschule gut aufgehoben.
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