Gangelt/Geilenkirchen - Jugendhaus Franz von Sales: Schrauben, justieren und dabei lernen

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Jugendhaus Franz von Sales: Schrauben, justieren und dabei lernen

Von: Markus Bienwald
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Anleiter Bernd Jansen und Thomas aus dem Jugendhaus Franz von Sales in Geilenkirchen arbeiten an Thomas’ Traumrad. Foto: Markus Bienwald

Gangelt/Geilenkirchen. Es ist rot und auch ein bisschen schwarz, hat einen starken Rahmen, aber ein Problem mit den Bremsen, das Lieblingsrad von Thomas. Der junge Mann aus dem Jugendhaus Franz von Sales in Geilenkirchen, dessen Nachname an dieser Stelle nicht genannt werden soll, ist gerade dabei, mit Bernd Jansen einen neuen Bremszug am Mountainbike zu installieren.

„Und wenn der Bremszug drin ist, dann stellen wir ihn noch so ein, dass der Lenker nicht zu einer Seite hinzieht“, erklärt Jansen. Ein paar Minuten später sind beide Probleme gelöst, und Thomas freut sich nicht nur, sein aus einer ganzen Zahl von gespendeten Rädern ausgesuchtes Traumrad bald nutzen zu können.

„Ich lerne hier auch, wie das funktioniert“, berichtet der junge Mann. Schließlich lernt er hier am echten Objekt, wie ein Fahrrad wieder fahrtüchtig gemacht wird. „Das kann ich dann auch vielleicht mal anderen beibringen oder anderen damit helfen“, so Thomas weiter.

Weitergebracht hat das Kooperationsprojekt zwischen dem Jugendhaus Franz von Sales und Spectrum, dem „Rheinischen Verein für Katholische Arbeiterkolonien“ und Mitglied im Caritasverband für das Bistum Aachen, übrigens auch den Anleiter Bernd Jansen.

Der ist eigentlich Energieanlagen-Elektroniker, kann aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten und zeigt nun bei Spectrum im Gangelter Ortsteil Schierwaldenrath unter anderem jungen Männern, wie man Räder repariert. „Fahrräder waren schon immer mein Hobby“, sagt Jansen, während er mit Thomas den Lenker des Bikes justiert.

Nebenan arbeitet Christian mit seinem Betreuer an einem zweiten Rad und klatscht sich mit ihm freudig ab, als ein Teil der Reparatur gelingt. „Das macht Spaß“, sagt Christian kurz, ehe er sich wieder voller Elan ans Werk macht. Und dieser Elan steckt an, denn hier bei Spectrum werden nicht nur Räder für die Jungs aus Geilenkirchen wieder auf Vordermann gebracht.

Die Jugendlichen durften sich die Räder, die sie für sich mit eigener Kraft wieder verkehrssicher machen, aussuchen und sie dann nutzen.

Hauptprojekt von Spectrum ist aber die Aktion „Ein Rad für Moshi“. Dabei werden gespendete Fahrräder von den Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit der Diözesan-Arbeitsgemeinschaft „Integration durch Arbeit“, der Caritas-Gemeinschaftsstiftung, dem Landschaftsverband Rheinland und den Jobcentern Heinsberg und der Städteregion Aachen für ihre Verschiffung nach Moshi, einer Stadt am Fuße des Kilimandscharo im ostafrikanischen Tansania fitgemacht.

Rund 400 Räder wurden bislang gestiftet, sie alle sind bereits aufgearbeitet worden und harren gemeinsam mit einem noch einzurichtenden Werkstatt-Container der Verschiffung. Das Ziel der Aktion soll sein, den Menschen in Afrika nicht nur brauchbare und verkehrssichere Räder zu schicken, sondern sie auch mit Knowhow, der passenden Werkstatt und Ersatzteilen auszustatten, um die Räder langfristig nutzbar zu machen.

„Ich helfe gerne bei der Einrichtung der Werkstatt mit“, ruft noch einer der Jugendlichen, als über das Thema gesprochen wird. Und während dieses Satzes huscht nicht nur bei Bernd Jansen ein Lächeln über das Gesicht. „Die machen sich gut“, sagt er zufrieden, und die Vorfreude auf dem Gesicht von Thomas zeigt, dass hier mit kleinen Mitteln, viel Geduld und ohne viel Brimborium gute Arbeit geleistet wird.

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