Übach-Palenberg - Jugendarbeit findet auch übers Internet statt

Jugendarbeit findet auch übers Internet statt

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
Streetworker Alexander Zenker
Streetworker Alexander Zenker weiß um die zentralen „informellen Treffpunkte” der jungen Menschen in Übach-Palenberg, die er mit seinem Bauwagenprojekt auch regelmäßig besucht. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Markantes Auftreten, ein sicherer Umgang mit Jugendlichen und das Gespür für die richtigen Treffpunkte zeichneten den Streetworker Alexander Zenker schon in den vergangenen Jahren aus. Er ist einer, der wühlt.

Auf Fragen, ob er denn mit dem Fahrrad seine Runde durch die Stadt drehe, zuckt er nur mit den Schultern und antwortet: „Das mache ich mit dem Auto, sind ja 46 Kilometer”.

Wie schon in den Jahren zuvor, legte er im Ausschuss für Jugend, Familien, Senioren und Soziales seinen Bericht über die letzten zwei Jahre vor. Diesen Zeitraum wählte Zenker bewusst, um so etwas wie Vergleichbarkeit in das stets bewegte Leben der Jugendlichen in der Stadt hereinzubringen.

Klare Strukturen zeigt auch sein straffer wöchentlicher Zeitplan: An vier Tagen pro Woche ist Zenker mit dem städtischen Bauwagenprojekt samt Trecker unterwegs, um die von ihm ausgemachten, so genannten „informellen Treffpunkte” aufzusuchen.

Der Mittwoch hingegen ist für Büroarbeit und die besagte Tour quer durch die Stadt vorgesehen. Dass es sich beim Einsatz des Streetworkers nicht um einen herkömmlichen „Neun-bis-Fünf-Uhr-Job” handelt, macht schon der Blick auf die Bauwagenzeiten deutlich. Offiziell geht es da um 16 Uhr los, Ende ist erst nach 21 Uhr.

„Dazu kommen noch Urlaubsfahrten, Ausflüge, der feste Anlaufpunkt zur Rathauserstürmung am Altweibertag auf dem Rathausplatz, Fußballturniere und mehr”, so Zenker vor den Ausschussmitgliedern.

Zum „Mehr” zählt sicherlich auch die Vernetzung mit den umliegenden Kommunen, beispielsweise Geilenkirchen und Herzogenrath, mit denen er regen Kontakt hat. „Darüber hinaus sind wir in der Mobilen Jugendarbeit im ganzen Land NRW vernetzt und treffen uns da regelmäßig”, weiß Zenker.

Nicht zu vergessen sind die notwendigen Dokumentationen der Arbeit, kleinere Reparaturen am Bauwagen und natürlich die Vorbereitung, die immer neu ist. Das gilt auch für die „informellen Treffpunkte”, bei denen Zenker in seinem Bericht eine deutliche Entwicklung ausmachte.

„Das Meiste ist in Übach und Boscheln”, unterstreicht er, „und es macht wirklich Sinn, Kontakt zu halten”. So habe es in Frelenberg nie feste Gruppenstrukturen gegeben, nie eine kontinuierliche Nutzung der städtischen Bauwagenangebote, so dass dort seit Ende 2010 fast nichts mehr in Sachen Treffpunkte los sei.

Die einst am Lindenplatz im Boscheln beheimateten Gruppen hätten sich nach Beobachtung Zenkers „untereinander ein bisschen verkracht”, so dass hier ein Ortswechsel zum Bolzplatz stattgefunden habe.

In Scherpenseel konnte Zenker seit Anfang 2010 keine Nutzung ausmachen, in Marienberg hingegen fänden sich schon mal bis zu 16 Leute ein. Größter informeller Treffpunkt ist und bleibt aber die Fläche am „Ü-Bad”. „Hier wird der Freitag bevorzugt, während der Montag nicht richtig angenommen wird”, schloss Zenker. Wichtig für die künftige Arbeit ist ihm das immer stärker wachsende Bedürfnis junger Menschen, sich im so genannten „social web”, den Treff- und Pinnwandtreffpunkten im Internet.

Social web

„Hierbei geht es um drei zentrale Handlungskompetenzen”: Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement”, machte er klar. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Jugendliche durch Schule und andere Verpflichtungen immer dringender ein eigenes Zeitmanagement benötigten, sei es für sie wichtig, sich per virtuellem Netzwerk zu treffen, zu verabreden oder Meinungen und Persönliches preiszugeben. „Daher muss die Jugendarbeit sich in virtuelle Netzwerke einklinken”, betonte Zenker.

Ein mobiler Internetzugang im Bauwagen sei ebenso erforderlich, wie die noch zu regelnde Teilnahme an den sozialen Netzwerken. „Denn wer keinen Zugang zu diesen Netzwerken hat, ist klar im Nachteil”, weiß der Streetworker.

Insgesamt trifft Alexander Zenker bei seiner Arbeit auf viel mehr Jungen als Mädchen, das Verhältnis bezifferte er auf ungefähr 90 zu 10.

Hinsichtlich der Sprayer verzeichnete er einen Rückgang, den auch der Erste Beigeordnete Engelbert Piotrowski untermauerte. „Die Szene ist, was die Illegalen betrifft, deutlich eingeschrumpft”, so Piotrowski, der dies unter anderem auf die Zusammenarbeit mit der Polizei zurückführte.

Einige Vorfälle mit einer Mädchengruppe, vor allem in Übach, in den Sommerferien, waren auch ein Diskussionsthema. Hier steht Zenker mit den entsprechenden Stellen in Geilenkirchen in Verbindung, wo diese Gruppe ebenfalls auf- und straffällig wurde.

„Die Gruppe ist problematisch, die ist nirgendwo fest angebunden”, sagte er und will gemeinsam mit den Kollegen der Nachbarstadt an einer Lösung arbeiten.
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