Geilenkirchen - Jugend debattiert: Gute Argumente und viel Selbstbewusstsein

Jugend debattiert: Gute Argumente und viel Selbstbewusstsein

Von: Simone Thelen
Letzte Aktualisierung:
Andreas Plum, Wettbewerb Jugend debattiert
Gutes Auftreten will gelernt sein. Andreas Plum vertritt das Gymnasium St. Ursula beim Wettbewerb Jugend debattiert. Jetzt steht die Qualifikation zum Landeswettbewerb an. Foto: Simone Thelen

Geilenkirchen. Andreas Plum aus Geilenkirchen erfolgreich beim Wettbewerb Jugend debattiert: Vorbereitung auf das NRW-Landesfinale. Der Wettbewerb mit jährlich über 150.000 Teilnehmern ist das bundesweit größte Projekt zur sprachlich-politischen Bildung.

Er büffelt für seine Klausuren, trifft sich gerne mit Freunden, spielt Tennis, Badminton und Saxophon in der Bigband von St. Ursula. Was der 18-Jährige aus Geilenkirchen nach seinem Abitur machen möchte, das weiß er noch nicht so genau. Wahrscheinlich studieren. Jura oder BWL. Das wird sich finden. Überhaupt wirkt Andreas Plum sehr entspannt, dabei aber auch eloquent und selbstbewusst.

Wahrscheinlich sind es unter anderem diese Eigenschaften, die ihn bei seinem weiteren Hobby so erfolgreich machen: Andreas Plum debattiert gerne. Und damit sind nicht die alltäglichen Diskussionen mit der Familie und den Freunden gemeint. Im Regionalfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ ist er als Sieger seiner Altersklasse hervorgegangen. Thema seiner Debatte: Soll in Gemeinde- und Kommunalparlamenten eine Jugendquote eingeführt werden?

„Ich habe mich schon immer für politische Themen interessiert“, erzählt Andreas Plum. „Darum habe ich mich für die AG ‚Jugend debattiert‘ an meiner Schule gemeldet.“ Sehr zur Freude seiner beiden Lehrerinnen Anne Ziemons und Katrin Mader-Bleimann, die die AG und den Wettbewerb betreuen.

„Andreas macht das sehr gut“, meint Anne Ziemons, „die ganze Schule setzt große Hoffnungen in ihn.“ Andreas lässt sich davon – zumindest augenscheinlich – nicht unter Druck setzen. Vielleicht ist dies aber auch eine Taktik, die er sich für seine Wettbewerbe zurechtgelegt hat. Ein guter Pokerspieler lässt sich schließlich auch nicht gerne in seine Karten blicken.

Als Sieger des Regionalfinales, bei dem Vertreter aus insgesamt 16 Schulen im Regionalverband Köln 1 teilgenommen haben, hat Andreas Plum ein dreitägiges Rhetorik-Seminar zur Vorbereitung auf die Qualifikationen zum NRW-Landesfinale gewonnen. Am Ende des Seminars erhält er das Thema für den Qualifikations-Wettbewerb am 24. März in Oberhausen.

Jetzt beginnt die konkrete Vorbereitung. „Man bekommt das Thema und auch eine bestimmte Position zugewiesen“, erklärt Andreas Plum. „Die Themen sind so gewählt, dass man sowohl Argumente dafür als auch dagegen finden kann.“ Beispiele sind etwa: „Soll es an Schulen regelmäßige Drogenkontrollen geben?“ oder „Soll ein allgemeines Bettelverbot in Innenstädten eingeführt werden?“

Plum: „Wenn das Thema bekannt ist, beginnt die eigentliche Vorbereitung. Ich recherchiere im Internet, studiere verschiedene Positionen, suche nach Statistiken und überlege mir eine Strategie.“ Am Wettbewerbstag muss Andreas dann zunächst eine Eröffnungsrede halten, in der er seine Position darlegt und eine konkrete Maßnahme zur Umsetzung der jeweiligen Thematik vorschlägt.

Anschließend gibt es die Diskussion mit den weiteren Teilnehmern der Debatte und zum Schluss eine Abschlussrede. „Es ist wichtig, dass man seine Argumente sehr gut ausdifferenziert und sich auch schon vorab überlegt, welche Argumente der Gegner man mit welchen Mitteln entkräften kann.“ Die Diskussion spielt Andreas dann vorab schon einmal mit den übrigen Teilnehmern der Schul-AG durch. Auch seine Familie zu Hause muss sich auf das ein oder andere Streitgespräch – natürlich simuliert – einstellen. „Auch das Auftreten und eine laute und deutliche Aussprache sind sehr wichtig.“

Die so erlernten Eigenschaften sind für das gesamte Leben hilfreich. Bei Referaten, in den mündlichen Abi-Klausuren und auch bei Vorstellungsgesprächen kommt es ebenfalls im Wesentlichen auf das selbstbewusste und gleichzeitig sympathische Auftreten an.

„Es ist immer gut, wenn man seine Meinung sagen kann“, wirbt auch Anne Ziemons für ihre Schüler und das Debattieren allgemein. „Man lernt, Themen differenziert zu betrachten und sich im Leben durchzusetzen.“

Seine Nervosität hat Andreas Plum dabei gut im Griff: „Klar bin ich aufgeregt, wenn ich auf einem Podium stehe und vor den Juroren sprechen muss. Aber das legt sich im Laufe der Debatte auch wieder schnell.“

Sollte er sich in der Qualifikation durchsetzen, reist Andreas am 29. März zum Landesfinale in den Düsseldorfer Landtag. Und dann winkt das Finale vom 15. bis zum 17. Juni in Berlin.

Sein Abitur hätte er – sollte er denn so weit kommen – zumindest schon einmal in der Tasche. Dann hätte er auch wieder mehr Zeit für seine übrigen Hobbys und die Vorbereitung auf ein Studium. Aber wie gesagt, Andreas ist entspannt. Um ihn muss man sich wohl kein Sorgen machen...

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