Jürgen Wagner liest aus dem Werk von Dieter Hildebrandt

Von: Georg Schmitz
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Jürgen Wagner las im Haus Basten aus den Werken von Kabarettist Dieter Hildebrandt und Sebastian Schade sorgte am Flügel für musikalische Zwischenspiele. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Eine kurzweilige Lesestunde, gepaart mit dezenter und spritziger Klaviermusik, erlebten die Zuhörer bei einem Vorleseabend im Haus Basten. Seit sieben Jahren unterhält Jürgen Wagner die Menschen mit seinen Erzählungen, und nach Abhandlungen von Wilhelm Busch, Heinz Erhardt und Loriot las er diesmal aus dem unerschöpflichen Fundus von Dieter Hildebrandt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Vorsitzende des veranstaltenden Vereins „GK KulturGut“ eröffneten „sanfte Tastentöne“ den unterhaltsamen Abend. Zu Beginn ließ Theologe Sebastian Schade eine fast meditative Stimmung aufkommen, bevor Jürgen Wagner in die Vollen ging. Das Piano begleitet Sebastian Schade seit seinem sechsten Lebensjahr. Zwischen den einzelnen Leseabschnitten von Jürgen Wagner, flirtete Schade mit dem Flügel und ließ seine Finger spielerisch über die Tasten gleiten. Ohne Notenvorlagen stimmte der Pfarrer seine musikalischen Nuancen auf die jeweilige Atmosphäre im Bürgersaal ab.

Vier Jahrzehnte lang präsent

Jürgen Wagner blickte eingangs auf Dieter Hildebrandts Lebenswerk und erwähnte auch, dass die Menschen den Künstler 2011 in Geilenkirchen noch live erleben konnten. In der ausverkauften Aula der städtischen Realschule hatte Hildebrandt damals sein Publikum begeistert. Im Alter von 86 Jahren starb der beliebte Entertainer am 20. November 2013 in München.

„Ich bin ein Bewunderer von Dieter Hildebrandt, er war ein absoluter Könner“, sagte Jürgen Wagner. Viele Jahrzehnte sei der Autor, Schauspieler und Kabarettist präsent gewesen und habe in seiner unnachahmlichen Art die Menschen im Land begeistert. Als Mitbegründer der Münchener Lach- und Schießgesellschaft habe er im Fernsehen unvergessliche Eindrücke hinterlassen. Hildebrandt, der mit seiner politischen Satire oftmals auch aneckte, wurde auch als „Gewissen der Nation“ bezeichnet.

Jürgen Wagner warf zu Beginn einen Blick auf die Anfangszeiten von Hildebrandt, begann mit den Kriegsjahren und landete in der DDR. Walter Ulbricht sei für Kabarettisten ein Paradebeispiel gewesen, eine Vorzeigefigur, der man sich gerne angenommen habe. Ulbricht hatte auch Dieter Hildebrandt zu zahlreichen spitzfindigen Bemerkungen animiert. Das von Jürgen Wagner aus DDR-Zeiten zitierte Thema „Jauchefahren, aber wie“, strapazierte die Lachmuskeln der zwei Dutzend Besucher im Haus Basten.

Nachdem klar war, dass auch Jauchefahren akribisch geplant werden muss, wendete sich Jürgen Wagner den USA und deren landwirtschaftlichen Errungenschaftenn zu. Hier hatte Hildebrandt den Fortschritt in der Produktion hervorgehoben – vom bekannten Hühnerei in Eiform bis zum verpackungsfreudigen Ei in Würfelform. Wagner erzählte von der Liebe der Deutschen zum Auto, der sich Hildebrandt ebenfalls angenommen hatte. „Wir sind Auto“, oder „Unsere Liebe geht durch den Wagen“, waren zwei Sprüche, die in Dieter Hildebrandts Werken zu finden sind. Auch Helmut Kohl bot dem Kabarettisten viele Steilvorlagen und weitere Zeitgenossen hatten Dieter Hildebrandt immer wieder animiert.

Jürgen Wagner und Sebastian Schade erhielten jedenfalls sehr großen Applaus für ihre literarischen und musikalischen Interpretationen.

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