Jürgen Klosas nächstes Buch ist in Arbeit

Von: Markus Bienwald
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Ohne die Unterstützung des Vereins Bergbaudenkmal Adolf mit dem Vorsitzenden Dr. Hans-Joachim Helbig (r.) wäre das Buchprojekt des Übach-Palenbergers Jürgen Klosa über die Zeche Adolf wohl nicht zustande gekommen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg/Herzogenrath. Wer schon ein fertiges Buch von Heimatautor Jürgen Klosa erwartet hatte, war beim Erzählabend im Fördermaschinenhaus des Bergbauvereins Grube Adolf etwas zu früh dran. „Ich denke, dass es im September fertig ist“, sagte Klosa am Rande seines Erzählabends zu seinem neuen Projekt „Die Grube Adolf – Erinnerungen, Bilder, Geschichten“.

Über den großen Aufwand, den er sich gemacht hat, konnte er bereits jetzt viel erzählen. „Eine Schweinearbeit“, wie er augenzwinkernd meinte, und genau diese vielfältige, detaillierte Arbeit hat sich der Übach-Palenberger schon früher gemacht. Und er liebt diese Herausforderungen, sich Aufgaben zu stellen, die andere vielleicht als zu umfangreich oder unbedeutend empfinden.

So sind beispielsweise seine Werke über Boscheln, Frelenberg und Zweibrüggen oder auch „Die letzte Förderung“ der früheren Gewerkschaft Carolus Magnus in Übach-Palenberg weggegangen wie warme Semmeln. Woran das liegen könnte, brachte Klosa in einer ausführlichen Schilderung seiner Arbeit den gut 60 Interessierten näher. „Ich habe 115 Menschen interviewt, deren 220 Geschichten sind das Herzstück des Buches“, verriet er.

Allein die Absprachen, Termine und Gespräche machten für den ehemaligen Stadtschreiber von Übach-Palenberg schon ein ganzes Jahr an Arbeit aus. Doch es hat sich gelohnt, da ist Klosa sicher. Denn letztendlich wird das neue Buch ein Hardcover-Werk mit 300 großformatigen Seiten. „Bei mir finden Sie keine weißen Stellen, denn ich bin Autor und Setzer zugleich“, so Klosa. Stellen, die in anderen Werken vielleicht frei bleiben, besetzt er entweder mit einem der über 1000 – übrigens zu 90 Prozent unveröffentlichten – Fotos, die im fertigen Buch zu bewundern sein werden. Oder aber er bringt Sinnsprüche über die Zeche und kleine lyrische Momente unter, die er selbst verfasst hat. „Ich habe darauf geachtet, keine alten Geschichten aufzuwärmen, sondern nur neues Material untergebracht.“

Stolz kann er darauf sein, was er in gut einem Jahr seit Projektstart geschafft hat. Allerdings hat ihm seine Herkunft die Arbeit nicht gerade erleichtert. „Dass da so ein hergelaufener Übach-Palenberger kam, konnten die meisten erst nicht verstehen“, so Klosa weiter. Allerdings halfen hier die Mitglieder des Vereins Bergbaudenkmal Adolf, die viele Türen öffneten, von denen der Autor dachte, dass sie für immer verschlossen bleiben.

Ein gestarteter Aufruf für Zeitzeugen blieb zunächst beinahe ohne Rücklauf, bis der Verein seine Verbindungen spielen ließ. „Ich wollte 100 Zeitzeugen befragen, mit weniger hätte ich mich nicht zufrieden gegeben“, betonte er. Dank der „Türöffner“ vom Verein und vielen Kontakten, die manchmal auch noch in seine Zeit als Verwaltungsmitarbeiter der Zeche Anna in Alsdorf zurückreichen, war das ehrgeizige Ziel doch noch erreicht. Nach den intensiven Recherchen musste der riesige Berg an Material über das Leben über und unter Tage, in den Siedlungen und Drumherum erstmal gesichtet und geordnet werden.

Das gelang Jürgen Klosa nach eigener Aussage mit einer gelungenen Verquickung persönlicher Geschichten und historischer Fakten. „In so einem Buch soll es nicht so tierisch ernst zugehen, es soll auch schon mal etwas zum Schmunzeln da sein“, schloss er. So berichtet er ebenso intensiv vom Abteufen des Schachts, der neun Jahre für die ersten 140 Meter brauchte, wie auch von den ganz persönlichen Erlebnissen der Kumpel.

Das Leben mit Weiß- und Schwarzkaue, Frauen am Leseband oder auch Geschichten der Menschen, die teils von weit her nach Merkstein kamen, um auf Adolf Arbeit, Auskommen und ein neues Zuhause zu finden, sind dabei. Und überhaupt sind es die Menschen, die Klosas Werk tragen. „Die Menschen stehen im Mittelpunkt, liefern Wissen, Hintergründe und beschreiben ihr Milieu“, erklärt Klosa. Und sie lieferten ihm auch die unverblümte Sprache unter Tage, die um deutliche Worte nie verlegen war. „Gerade Texte, die mit dem Stoffwechsel unter Tage zu tun haben, habe ich so neutral wie einen Gesetzestext formuliert“, sagt Klosa lächelnd. Und natürlich freut er sich auch auf den Moment, wenn seine jüngste Förderung das Licht der Welt erblickt. Aber bis dahin ist noch ein gutes halbes Jahr Zeit. Lust darauf bekommen haben aber schon viele.

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