Jüdisches Leben: Auf Spurensuche in der Stadt

Von: st
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Er ist auf Spurensuche: der Heimatforscher Karl-Heinz Nieren. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Ein kleines Büchlein, 70 Seiten stark, in vielen Jahren aufwendig recherchiert und jetzt liebevoll gestaltet, bietet dem Leser einen Gang durch Geilenkirchens jüdische Vergangenheit. „Juden in Geilenkirchen – Auf Spurensuche in der Stadt“ hat der Autor, Karl-Heinz Nieren von der Initiative Erinnern Geilenkirchen, das schmucke Heft überschrieben.

Herausgeber ist der Förderverein der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, gefördert wurde der Druck durch das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. Geschrieben hat Nieren das kleine Buch, damit das Leben, die Leiden, die Verfolgung, die Vertreibung, die Ermordung und die Namen der ehemaligen Geilenkirchener Mitbürger jüdischen Glaubens in Erinnerung bleiben.

Synagoge zerstört

Der Heimatforscher Karl-Heinz Nieren hat sich mit der Frühgeschichte der Juden in Geilenkirchen auseinandergesetzt. Er beschäftigt sich in einem Kapitel mit der Geilenkirchener Synagoge, die „im Vergleich mit vielen anderen Synagogen von Dörfern und kleinen Städten groß und prachtvoll“ war, und beschreibt die Geschehnisse in der Pogromnacht und die Zerstörung der Synagoge.

Der jüdische Friedhof in Geilenkirchen ist ein weiteres Thema. Einen breiten Raum nehmen die jüdischen Familien Geilenkirchens ein. 132 jüdische Mitbürger, so hat Nierens Forschungsarbeit ergeben, haben in Geilenkirchen gelebt. Sie alle wurden verfolgt, verjagt oder ermordet.

Die Broschüre enthält außerdem einen Faltplan, anhand dessen man auf der „Route der Erinnerung“ die Orte des Gedenkens an die ehemaligen Mitbürger, die bereits verlegten „Stolpersteine“ und bekannte Gebäude und Bauwerke Geilenkirchens erkunden kann. Alle Häuser jüdischer Familien sind dort eingezeichnet. Das Heft gibt es in allen Geilenkirchener Buchhandlungen gegen eine Schutzgebühr in Höhe von zwei Euro.

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