Jubiläumsbuch: 50 Jahre Stadt Übach-Palenberg

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
15220973.jpg
Die Herausgeber, Professor Frank Pohle (rechts) und Heimatforscher Herbert Simons (vorne 3. von rechts) freuen sich mit den Autoren über die Fertigstellung des Jubiläumsbuches, das jetzt im Handel erhältlich ist. Foto: Udo Stüßer

Übach-Palenberg. „Die klassische Geschichte der Bockreiter ist ein Potpourri aus Grauen, Grusel, Verbrechen, Magie und Heldentum“, schreibt der Übach-Palenberger Rainald Folz. Sein Beitrag über die Bockreiter in Übach-Palenberg, über die Gerichtsprozesse des 18. Jahrhunderts, über Verhöre unter Folter und unterschiedliche Todesstrafen ist nur einer von elf hochinteressanten Aufsätzen, die man in dem jetzt von Herbert Simons, Heimatforscher aus Frelenberg, und Frank Pohle, Professor für Geschichte und Kultur der Region Maas/Rhein an der RWTH Aachen und Leiter der Route Charlemagne, findet.

Dieses Jubiläumsbuch wurde nun anlässlich des 50-jährigen Stadtjubiläums von Übach-Palenberg herausgegeben. Am 13. Juni nämlich wurde der damaligen Gemeinde Übach-Palenberg durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Stadtrechte verliehen. Es gibt in diesem Jahr aber noch mehr Gründe zu feiern und tief in die Geschichte einzutauchen: 1150 Jahre Palenberg, 800 Jahre Frelenberg und 650 Jahre Zweibrüggen stehen auf der Agenda.

„Ich betreibe seit 32 Jahren Ahnenforschung. Dabei habe ich herausgefunden, dass ich zwei Vorfahren hatte, die exekutiert worden sind“, erklärte bei der Buchpräsentation Folz, wie er zu der umfangreichen Recherche über die Bockreiter in Übach-Palenberg gekommen ist. Der Heimatforscher hat recherchiert: „Übach-Palenberg war der Ort der mittleren Gerichtsbarkeit. Exekutierplätze gab es in der Heide und auf dem heutigen Zechengelände.“

„Wenn gemetzelt, geköpft und gefoltert wird, ist es immer spannend“, meinte humorvoll Frank Pohle. Und er sagte mit Blick auf die römische Siedlung in Rimburg: „Auch mit alten Steinen muss man etwas anfangen können.“ Sicherlich muten sich die Geschichten um die Bockreiter recht abenteuerlich an. Aber nicht weniger interessant sind auch die Beiträge der anderen Autoren: Richard Riediger, Matthias Zavrtak und Andrea Schever beschreiben die Ur- und Frühgeschichte in und um Übach-Palenberg, stellen fest, dass auch der Neandertaler hier bereits zu Hause war.

Uta Schröder hat ihren Beitrag „Der römische vicus von Rimburg“ überschrieben, und Herbert Simons sieht in der Karlskapelle Palenberg ein „Symbol der Christianisierung unserer Region“. Dass Herbert Simons ein echter Frelenberger ist, zeigt er auch in einem weiteren Beitrag aus seiner Feder: „800 Jahre Frelenberg – Nur ein Zwischendatum?“, fragt er. Reiner Nolden widmet seinen Beitrag der Ersterwähnung von Palenberg im Goldenen Buch der Abtei Prüm.

Die Gewerkschaft Carolus-Magnus hat die jüngere Geschichte und die Entwicklung der Stadt Übach-Palenberg geprägt. Ein Beitrag von Helmut Landscheidt zu dem Thema darf natürlich in einem Jubiläumsbuch nicht fehlen. Einen Beitrag zum Siedlungsbau der Gewerkschaft Carolus Magnus liefert Herausgeber Frank Pohle selbst, wenn er über die Gartenstadt Übach-Palenberg schreibt. Anne Crumbach erinnert an die nationalsozialistische Diktatur in der Gemeinde Übach-Palenberg und Willi Goertz an die Kriegsjahre in Übach-Palenberg.

In einem großen gemeinsamen Beitrag fassen Willi Goerz, Helmut Landscheidt und Herbert Simons die Ereignisse der letzten 50 Jahre zusammen, werfen einen Blick auf Politik und Stadtentwicklung, auf Kirche und Kultur. Wer kennt noch Palenberg ohne Brückenbauwerk und Naherholungsgebiet? Wer erinnert sich nach an die Sanierung des alten Zechengeländes. 20.000 Tonnen verseuchtes Erdreich mussten per Lkw nach Rotterdam zur thermischen Aufbereitungsanlage gefahren werden. Unendlich viele Fakten sind diesem Buch zu entnehmen, viele Farbfotos und Schwarz-Weiß-Aufnahmen lassen die Geschichte lebendig werden.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch sprach von einem „freudigen Ereignis“. Denn seit der Herausgabe des „Roten Buches“ von Ludwig Kahlen im Jahre 1967 ist keine größere Publikation über die Stadt Übach-Palenberg erschienen. Dieses Buch ist ein Muss für jeden Übach-Palenberger, der sich für die Geschichte seiner Heimat und seine Wurzeln interessiert. Es ist zum Preis von 20 Euro im Geilenkirchener und Übach-Palenberger Buchhandel zu haben. Die Autoren haben ohne Honorar gearbeitet. Und da Sponsoren die Herausgabe unterstützt haben, kann der Erlös für einen sozialen Zweck gespendet werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert