Josef Fröschen: 73 Jahre und kein bisschen politikmüde

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:
fröschen-bu
Ein historischer Moment: Josef Fröschen wird mit Wolfgang Jungnitsch den ersten CDU-Bürgermeister seit 45 Jahren vereidigen. Foto: Bienwald

Übach-Palenberg. 73 Jahre und kein bisschen politikmüde. Josef Fröschen, ein Christdemokrat von altem Schrot und Korn, gehört nach den Kommunalwahlen wieder dem Übach-Palenberger Stadtrat an.

Er ist mit seinen bislang 18 Ratsjahren zwar nicht der Dienstälteste, aber der an Lebensjahren Älteste im Übach-Palenberger Stadtparlament. Nach der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen ist Fröschen damit „Altersvorsitzender”. Und in dieser Eigenschaft darf er den Bürgermeister vereidigen.

Bereits vor fünf Jahren war Fröschen der Senior, damals führte er Paul Schmitz-Kröll, den SPD-Mann, den Gewinner der 2004er-Wahlen, in das höchste Amt der Stadt ein. „Das ist eine Aufgabe, die ich sehr ernst nehme - unabhängig von Person und Parteizugehörigkeit. Und bei allem ist mir wichtig, dass bei der Zeremonie eine menschliche Note einfließt.” 2004, als er Schmitz-Kröll für weitere fünf Jahre in dessen berufliche Zukunft entließ, beließ er es nicht nur beim Handgeben, sondern garnierte den Festakt mit ein paar Walnüssen und kernigen Worten: „Damit Sie immer daran erinnert werden, dass wir kommunalpolitisch einige Nüsse zu knacken haben werden.”

Am 21. Oktober wird Josef Fröschen, dann zum zweiten Mal, als Altersvorsitzender in Aktion treten dürfen. Bei aller Objektivität, die er sich in diesem Ehrenamt auferlegt hat, dürfte ihn allerdings schon die leise Freude beschleichen, zu einer Hauptfigur in einem historischen Kapitel Übach-Palenberger Kommunalpolitik zu werden: Schließlich vereidigt er an jenem 21. Oktober 2009 mit Wolfgang Jungnitsch einen Mann aus den eigenen Reihen, er ist der erste schwarze Bürgermeister seit 45 Jahren. Nüsse wird er nicht bekommen, obschon es sicherlich auch für ihn einige zu knacken gibt. „Ich lasse mir eine andere Überraschung einfallen”, sagt er und verrät keine Silbe mehr.

Vielleicht entschädigt dieser große Moment den Polit-Senior für die parteiliche Kärrnerarbeit, in der er sich seit rund drei Jahrzehnten aufreibt. Überhaupt, bedauert er, finde das politische Engagement schlechthin in der Öffentlichkeit nicht die nötige Anerkennung: „Man kriegt sie zehnmal drüber, bis mal einer Danke sagt.”

Zwar gebe es immer mehr Bürgerinitiativen - einerseits begrüßenswert, andererseits kommunalpolitisch nicht von langer und breiter Effizienz: „Die Initiativen beschränken sich nur auf eine Facette in der Stadt, haben aber nicht das große Ganze im Auge.”

Der alte Mann und die Politik. Das passt schon, sagt der 73-Jährige: „Schließlich war Konrad Adenauer auch 72, als er seinen politischen Zenit erreichte.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert