Johannes Heinrichs treibt Hilfe im tansanischen Kisongo voran

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Begegnungen: Sarah, drei Jahre alt und eines von 20 Kindern, denen mit Hilfe des Vereins „Partnerschaft für Afrika“ eine Zukunft ermöglicht wird, trifft auf Karin Heinrichs. Repro: Hamacher

Gangelt. „Ich habe eine moralische Verpflichtung, dort in Afrika zu helfen. Bei jedem Besuch sehe ich aber, dass unsere Hilfe nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist“, berichtete Johannes Heinrichs, Geschäftsführer der Heinrichsgruppe und auch Vorstandsvorsitzender des Vereins „Partnerschaft für Afrika“, bei dem er jetzt zum dritten Mal in Folge an der Spitze bestätigt worden ist.

Den Vereinsmitgliedern ist es wichtig, nachhaltige und inte­grierte Ansätze der Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zu leisten. Ein Ziel, das sich viele Organisationen, die auf dem schwarzen Kontinent tätig sind, auf die Fahnen geschrieben haben. „Wir unterstützen vor allem Projekte, die entweder in sich geschlossen in ihrem Umfeld Sinn machen und langfristigen Bestand haben oder die eingebettet sind in ein umfassendes Programm der Entwicklungsarbeit“, so Heinrichs.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ ist ein weiteres Schlagwort, das gerade bei dem aktuellen Projekt einen langen Atem braucht. Denn es sind Kinder, oft kleine Kinder, denen in der Erzdiözese von Kisongo in Tansania geholfen wird. Anfangs nur für Aids-Waisen gedacht, sind die Kinder beim Bezug des ersten Schlafhauses gemischt. Rund die Hälfte der 20 Erstbezieher ist infiziert. „Noch so klein, und man schaut schon in traumatisierte Gesichter“, so Johannes Heinrichs, der mit seiner Frau Karin und dem Sohn nach Tansania gereist war.

Schockierende Zustände

„Da sieht man in der Ferne als fantastisches Postkartenmotiv den Kilimandscharo – und im Township, den man gerade besucht, schockierende Zustände, wo Kinder mittellos in Löchern leben.“ Die Infrastruktur in dem in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Heim in Kisongo steht. „100.000 Euro brauchen wir pro Bettenhaus“, erzählt Heinrichs mit Blick darauf, dass eines von vorerst drei dieser Häuser fertig sind.

Und schon taucht das nächste Problem auf. „Partnerschaft für Afrika“ wollte sich grundsätzlich nur um die Finanzierung der Gebäude kümmern und dann ein neues Projekt beginnen. Der Kirche dort sollte die laufenden Kosten tragen. „Aber hier werden immer weiter die finanziellen Mittel gekürzt, und nun springen wir auch schon bei diesen Kosten ein.“ Aktuell geht es beispielsweise darum, ein Auto zu finanzieren, mit dem die 20 Kinder in die Schule gefahren werden können. „Grundsätzlich sehen wir Bildung als eines der wichtigsten Instrumente zur positiven Entwicklung einer Gesellschaft an. Deshalb ist das direkt oder indirekt zentraler Bestandteil der Förderung“, erläutert Heinrichs.

Dass auch die Menschenrechte ein großes Thema sind, hier speziell die Förderung benachteiligter Gruppen, wie Frauen, Behinderten, Waisen und HIV-positiven Menschen, erweitert das Betätigungsfeld der Organisation gewaltig. Mittlerweile hat „Partnerschaft für Afrika“ auch eine gewisse Medienpräsenz, die unerlässlich ist. Über die „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks kamen zum Beispiel rund 180.000 Euro zusammen. „Ich habe auch kein Problem, auf Einzelpersonen, Firmen und Institute zuzugehen und um Spenden zu bitten“, sagt Johannes Heinrichs. Der „Einmal­effekt“ sei groß, Dauerspender an den Verein sind ein Problem. „Die Löcher, die wir zu stopfen haben, tauchen aber leider jedes Jahr auf.“ Die persönlichen Erfahrungen des Chefs über rund 950 Mitarbeiter im Kreis Heinsberg und darüber hinaus, sind geprägt von einem enormen Kontrast. „Da ist diese verschwenderisch schöne Natur, die mich bei jedem Besuch in den Bann zieht, und dann dreh' ich mich 'rum und sehe diese enorme Armut, das Elend und eigentlich nur sehr wenig Hoffnung.“

Erschreckend für ihn jedes Mal ein Blick auf die für uns so selbstverständliche Infrastruktur: „Häuser, Straßen, Autos, Lichtleitungen und Wasserrohre: alles kaputt!“ Der Tagesablauf der meisten Menschen in diesem Bereich bestehe aus dem Kampf um Lebensmittel und Wasser für diesen einen Tag.

Mit solchen Eindrücken nach Hause kommend, attestiert sich Heinrichs selbst eine größere Gelassenheit mit den täglichen Schwierigkeiten seines Alltags: „Was haben wir schon für Pro­bleme im Vergleich zu dem, was sich dort abspielt.“

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