Johanna Weber gibt ein „Mutmacherkonzert“ im Krankenhaus

Von: Annika Wunsch
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Für die Sängerin Johanna Weber ist es eine ganz besondere Erfahrung; die Übertragung ihres Konzertes in die Krankenzimmer von St. Elisabeth Geilenkirchen. Foto: Annika Wunsch

Geilenkirchen. Auf den ersten Blick ist es ein ganz gewöhnliches Konzert in einer Kapelle: Eine Sängerin tritt mit Liedern aus Rock und Pop vor einem Publikum von ungefähr 30 Personen auf. Jedoch verfolgen dreimal mehr Menschen die Veranstaltung als auf den Kirchenbänken Platz finden.

In die Hälfte aller Krankenzimmer des St. Elisabeth-Krankenhauses wird der Gesang live übertragen. So können auch die zu Konzertbesuchern werden, die nicht selbst kommen können. Und das Krankenzimmer wird für eine Stunde zu einem Konzertsaal. Für die Sängerin Johanna Weber ist es eine ganz besondere Erfahrung. Sie sei daran gewöhnt, das ganze Publikum zu sehen und mit ihm zu interagieren. Daher sei diese Situation aufregender als sonst: „Ich bin gespannt, welche Rückmeldungen kommen.“

Unter dem Titel „Trostpflastersteine“ hat Weber die unterschiedlichsten Stücke aus den letzten 30 Jahren Pop und Rock-Geschichte zusammengestellt. Manche sind schwermütig und verträumt, andere dynamisch und energiegeladen. Manche Texte sind auf Deutsch, andere auf Englisch. Bei der Auswahl hat sie nur auf die Aussage der Texte geachtet. Sie sollen Trost und Hoffnung vermitteln, die Menschen zum Nachdenken anregen.

Dabei sind unter anderem „Keep the faith“ von Bon Jovie, Eva Cassidys Version von Cyndi Laupers „True coulors“ und der aktuelle Song „Hey“ von Andreas Bourani. Im Zentrum des Konzerts steht Pe Werners „Trostpflastersteine“ als Namensgeber. „Ich hoffe, dass das ein oder andere Lied für Sie ein Trostpflasterstein ist“, wünscht Johanna Weber bei der Begrüßung und richtet sich damit an alle Zuschauer, auch die in den Krankenzimmern.

Ansonsten kommentiert sie kaum die einzelnen Stücke, denn „sie sprechen für sich“. In den Pausen vor und nach den Programmpunkten wird geschwiegen, oder sie trägt ein Gedicht vor: „Trost“ von Theodor Fontane, natürlich unkommentiert. Das Konzert soll vermitteln, „dass man selbst merkt, wie stark man ist und andere Menschen für einen da sind“, so Weber. „Man könnte sagen: Es ist ein Mutmacherkonzert.“

Johanna Weber studierte Gesang, Klavier und Chorleitung in Siegen und Essen. Neben der Arbeit als Gymnasiallehrerin für Musik und Geschichte leitet sie Chöre und spielt Orgel in verschiedenen Kirchengemeinden. Mit dem Arbeitskreis „Kultur im Krankenhaus“ arbeitet sie zum ersten Mal zusammen. Die fünfköpfige Gruppe um Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage organisiert pro Jahr mehrere Vernissagen im Krankenhaus. Die Konzerte sind die musikalischen Ergänzungen zu den Kunstausstellungen. Der Eintritt ist kostenlos, Spenden für „Kultur im Krankenhaus“ sind aber erwünscht. Allerdings sei das primäre Ziel, Abwechslung in den Krankenhausalltag zu bringen oder einfach mal abzuschalten, so Schrade. „Ich weiß von einigen, die sich auf dieses Konzert ganz besonders freuen,“ schmunzelt er.

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