„Jeder sieht etwas anderes“: Abstrakte Malerei

Von: Dettmar Fischer
Letzte Aktualisierung:
14375118.jpg
Tanja Leuchter (l.) und Linde Stricker-Steinkeller (r.) zeigen im Amtsgericht Geilenkirchen ihre Bilder im Rahmen der Ausstellung „das Eine und das Andere“. Foto: Dettmar Fischer
14375119.jpg
Ein Bild mit gegenständlichen Motiven aus einer früheren Schaffensphase der Künstlerin Tanja Leuchter. Foto: Dettmar Fischer

Geilenkirchen. „Schon in der Kindheit konnte mich künstlerische Tätigkeit begeistern. Es war schon immer meine Leidenschaft, Träume und Gefühle kreativ auszudrücken.“ Dieses Zitat stammt von Tanja Leuchter. Sie zeichnet verantwortlich für einen Part von „das Eine und das Andre“.

Den zweiten Teil der aktuellen Gemäldeausstellung im Amtsgericht Geilenkirchen steuert Linde Stricker-Steinkeller bei. Stricker-Steinkeller wohnt in Geilenkirchen. Sie entdeckte die abstrakte Malerei erst nach Beendigung ihrer aktiven Arbeitszeit als Leiterin eines Schulkindergartens in Alsdorf. 2006 startete sie mit der Acrylmalerei und fügte bald schon neue Materialien ihren Bildern hinzu.

Das Marmormehl ist ein ganz wesentliches Gestaltungselement ihrer Bilder. Mit einem Binder vermischt trägt Linde Stricker-Steinkeller das Mehl auf die Leinwand auf. In der Trocknungsphase ergeben sich die für ihre Bilder typischen Risse. Die Künstlerin trägt nach diesem ersten Arbeitsprozess Farbpigmente auf. Diese mit Öl oder Wachs verbundenen Pigmente wischt sie nach dem Antrocknen teilweise wieder ab.

Schicht für Schicht folgt, bis die Malerin mit ihrem Werk zufrieden ist. Sumpfkalk, so erläutert, Stricker-Steinkeller, sei ein jahrelang in Wasser gelagertes Marmormehl, das sich nicht mit dem eigentlichen Marmormehl vertrage und durch Klopfen zum Abplatzen gebracht werden könne. Ein weiterer Prozess auf dem Entstehungsweg, der durch die vielen Farbaufträge und -abträge zum Kunstwerk führt. Linde Stricker-Steinkeller: „Meine Bilder sind sehr materialaufwendig und zeitintensiv.“ Und sie sagt: „Ich brauche keine Titel.“ Auch wenn sie „für den Hausgebrauch“ einem ihrer Gemälde den Titel „Dalmatiner“ gegeben hat.

Ach so, mag der Betrachter denken. Hatte er doch gerade noch paar Wölkchen erahnt, knapp am Dalmatiner vorbei. Linde Stricker-Steinkeller lächelt aber und meint, gerade deshalb gebe sie ja ihren Bildern keine Titel: „Jeder sieht etwas anderes.“ Tanja Leuchter widmet sich ebenfalls der abstrakten Malerei und vergibt ebenfalls keine Titel an ihre Bilder. Leuchter lebt in Stolberg und arbeitet als Betriebswirtin bei einer Aachener Versicherung. Leuchter: „In der Malerei finde ich „Entspannung und kann den Alltag hinter mit lassen.“

Während sie vor einigen Jahren noch Gegenständliches in ihre Bilder einbaute, verzichtet sie heute ganz auf Erkennbares. Sie verwendet in ihrer Acrylmalerei gerne Fremd-Materialien. Sand und kleine Spiegelstückchen sind zu finden. Manches ältere Bild wird durch weitere Farb- und Materialaufträge zu neuem Leben erweckt. „Abstrakt sieht eigentlich leichter aus, ist aber oft schwere als die gegenständliche Malerei; das haben auch meine Schüler festgestellt“, sagt Tanja Leuchter.

Nachdem sie selber über Jahre bei Künstlern wie Viorel Chirea Kurse absolviert hatte, gibt sie nun selbst Malworkshops. „Den Gedanken freien Lauf lassen“, diesen Satz gibt sie ihren Schülern mit. Er ist auch ein Credo ihrer Malerei. Die eigene „Handschrift“ zu finden, sei ihr stets besonders wichtig gewesen. Und den richtigen Zeitpunkt zu finden, an dem ein Bild fertig ist, dies sei eine schwierige Aufgabe. Leuchter: „Zu sagen, jetzt ist es gut, das ist reine Empfindungssache.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert