Geilenkirchen - Jansen tritt als CDU-Parteichef nicht mehr an

Jansen tritt als CDU-Parteichef nicht mehr an

Von: Udo Stüßer
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Er übernimmt politische Verantwortung für das Wahlergebnis und tritt nicht mehr für das Amt des CDU-Parteichefs an: Franz Michael Jansen. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. CDU-Parteichef Franz-Michael Jansen wird im nächsten Jahr bei der turnusmäßigen Neuwahl des Geilenkirchener CDU-Stadtverbandsvorstandes nicht mehr als Vorsitzender kandidieren. Dies hat er dem Stadtverbandsvorstand mitgeteilt.

„Damit übernehme ich die politische Verantwortung für die desaströse Wahlniederlage bei den Kommunalwahlen”, erklärte Jansen am Mittwoch im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bei den Kommunalwahlen am 30. August erreichten die Geilenkirchener Christdemokraten gerade mal 42,8 Prozent der Stimmen und verloren erstmals nach dem Krieg die absolute Mehrheit im Rat der Stadt Geilenkirchen. Zur Ursache der Wahlniederlage sagte Jansen am Mittwoch: „Wir haben einen guten Wahlkampf gemacht, einen sehr aufwändigen Wahlkampf. Wir haben mit unseren Köpfen geworben. Aber die Stimmung war gegen uns nach dem Motto: Wir brauchen einen Wechsel.”

Der CDU-Parteichef gesteht aber auch „handwerkliche Fehler” ein: „Wir haben unsere Politik nach außen hin nicht gut verkauft.” Die K3, das Einkaufszentrum, das gescheitert war, die Baustelle in der Innenstadt, „die den Einzelhandel nervte”, hätten eine große Rolle gespielt. „Es wurden handwerkliche Fehler gemacht, ich bin der Vorsitzende, und ich übernehme die Verantwortung.” Den Entschluss, nicht mehr zu kandidieren, habe er gleich nach der Wahlniederlage gefasst. „Ich hatte aber nicht die Absicht, gleich die Brocken hinzuwerfen und die CDU in einem desolaten Zustand zu hinterlassen, sondern mich bemüht, nach der Wahl eine Diskussion über die Zusammensetzung des künftigen Vorstandes in Gang zu bringen.” Jansen hat vorgeschlagen, eine Findungskommission einzusetzen, der Vorschlag wurde vom erweiterten Vorstand abgelehnt. Er habe, so Jansen, seinen Entschluss jetzt bekannt gegeben, weil in nächster Zeit in den zwölf Geilenkirchener Ortsverbänden der CDU die Vorstände neu gewählt werden. „Und die müssen wissen, wo die Reise hingeht.”

Ein Nachfolger des 60-Jährigen, der seit sieben Jahren die Geilenkirchener Christdemokraten anführt, ist noch nicht in Sicht. „Es hat noch niemand seinen Hut in den Ring geworfen. Ich bin aber überzeugt, dass das Vakuum mit einer neuen Konstellation gefüllt wird.” Einen persönlichen Favoriten hat Jansen, seit 1969 CDU-Mitglied, nicht.

15 Jahre führte der selbstständige Diplom-Kaufmann den Geilenkirchener Ortsverband, mit rund 150 Mitgliedern der größte Ortsverband im 510 Mitglieder zählenden Stadtverband, 20 Jahre saß er im Stadtrat, derzeit sitzt er im Heinsberger Kreistag und ist Mitglied des Regionalrates des Regierungsbezirks Köln. „Das Amt des Parteivorsitzenden habe ich gerne ausgeübt. Aber die CDU muss sich erneuern und mit neuen Köpfen in die Wahl gehen.” Er selbst wolle weiter im Kreistag und im Regionalrat arbeiten. „Auch als Beisitzer im Geilenkirchener Stadtverband würde ich gerne meine Erfahrung einbringen. Und ich strebe einen verantwortungsvollen Posten im Ortsverband Geilenkirchen an”, erklärte Jansen zu seinen künftigen Plänen.

Zieht Franz-Michael Jansen nach sieben Jahren - im Jahre 2003 übernahm er das Amt von dem damals zurückgetretenen Wolfgang Dietrich - Bilanz, freut er sich, die zwölf Ortsverbände „unter einen Hut” gebracht zu haben. „Ich habe dafür gesorgt, dass die CDU mit einer Zunge spricht. Ich war der Moderator und habe die Ortsverbände zusammengehalten. Schließlich wird Politik auch in den Dörfern gemacht.” Man habe gemeinsam gearbeitet, um auch die Innenstadt weiterzubringen. „Ich habe das Stadtmarketing nicht erfunden, aber für Geilenkirchen initiiert, um alle politischen Kräfte davon zu überzeugen, dass in den Stadtkern investiert werden musste, um die Attraktivität als Einkaufsstadt zu erhalten. Das ist mein politisches Lebenswerk.” Weiter meinte er: „In den sieben Jahren habe ich den Laden gut zusammengehalten. Es gab keine inneren Querelen. Das war früher anders.”

Der CDU-Stadtverbandsvorstand wird sich im Januar mit den Personalfragen beschäftigen. Im April tagt dann der Stadtverband und wählt den neuen Vorstand.
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