Jahresrückblick: Sparen, streiten, vorwärts gehen

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Die Produktionsbetriebe von Lidl stehen für den wirtschaftlichen Aufschwung in Übach-Palenberg.
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Die Straßenbeleuchtung in Übach-Palenberg wurde erfolgreich auf LED umgerüstet.
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Die Schullandschaft in Übach-Palenberg befindet sich zur Zeit in einem Umbruch.
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Übach-Palenberg bewegt sich: Das gilt bei der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED, für den Wandel der Schullandschaft und natürlich ganz besonders beim grenzüberschreitenden Maastricht-Marathon, der 2015 erstmals stattfand.

Übach-Palenberg. Nirgendwo wird so herzhaft gestritten wie in Übach-Palenberg. Es gibt ein Thema in der früheren Zechengemeinde, das im abgelaufenen Jahr alles überstrahlte. Oder besser gesagt überströmte, denn die Diskussion um die Zukunft der Trinkwasserversorgung sorgte für einen steten Fluss an Gesprächsstoff.

Das Wasser: Vielleicht wurde bei der Vergabe auch zu viel Porzellan zerschlagen, zum Beispiel im Vergleich mit dem Kreis Heinsberg. Vielleicht sind die Nebenkosten des auch zum Geldverdienen gedachten Projekts auch ein wenig höher geraten, als anfangs gedacht, aber so wie es aussieht bleibt alles beim Alten, zumindest bei der Herkunft des Wassers, und das war einer der Hauptwünsche der Menschen.

Das Schwimmbad: Und während sich die „Tuber“ auf dem natürlichen Wasser der Wurm über etwas mehr als einen Kilometer ins zweite „Wurmvergnügen“ stürzten, ging es auch beim Thema Ü-Bad um die Wurst. Hier musste als Auflage aus dem Stärkungspakt eine Lösung für das defizitäre Bad her, um nicht wie manch andere Kommune in der Region künftig gezwungen zu sein, auf öffentliches Schwimmvergnügen zu verzichten. Das Argument, die Schwimmausbildung der Schulen aufrecht zu erhalten, dürfte neben dem sportlichen und im Freibadteil auch an der Frischluft spürbaren Erholungseffekt ein Argument für das Bad gewesen sein.

Die Schulen: Die Schullandschaft der Stadt Übach-Palenberg befindet sich noch immer im Umbruch, auch wenn das vielleicht in der Öffentlichkeit ein wenig außerhalb des Fokus steht. Da wird beispielsweise auf dem früheren Freigelände hinter der Hauptschule in Boscheln fleißig gebaut. Und zwar auch an der Zukunft, wie Investor und Stadt versichern, denn dort entstehen altengerechte Wohnungen und Häuser, wo früher die Hauptschüler ihre Pausen verbrachten. Die Tage der Hauptschule sind in Übach-Palenberg ohnehin gezählt, die Gesamtschule wird nun nicht in Zusammenarbeit mit der Stadt Baesweiler weitergeführt. Schule, Schüler, Eltern und Lehrer zeigten sich wenig begeistert von dieser Idee, zumal ja bereits eine sehr lebendige Kooperation mit der Europaschule in Herzogenrath besteht. Die Kollegen in Baesweiler allerdings waren über die Absage nicht sehr erbaut. Ungelöst ist die Frage nach der Zukunft des Schulgebäudes in der Schulstraße in Marienberg. Die Comeniusschule ist faktisch nicht mehr relevant, die Kreismusikschule dort noch beheimatet, eine Lösung im Sinne des Stärkungspaktes noch nicht da. Im Fluss der Jahre hat sich sicherlich auch das Carolus-Magnus-Gymnasium verändert, nicht nur vom Namen her. Als städtisches Gymnasium gestartet, durften alle Angehörigen der Schule in diesem Jahr das 50. Jubiläum feiern.

Der Aufschwung: Das Wort, das Stärkung der städtischen Finanzen verspricht, aber auch Sparzwang bedeutet, hatte übrigens mindestens die gleiche Relevanz wie in den Jahren zuvor. Eine aus Sicht der Stadt unvermeidliche Steuererhöhung musste her, da weiteres Sparen angesichts einer erhöhten Kreisumlage von einer Million Euro nicht mehr weiterhalf. Hoffnung setzen die Stadtoberen auf weitere Gewerbeansiedlungen, ob Übach-Palenberg hier der erhoffte Motor für den Kreis Heinsberg sein kann, wird sich noch zeigen. Klar ist aber, dass der beispiellose Ausbau von Backwaren- und Schokoladenfabrik im Umfeld des Lidl-Konzerns sowie die wahrscheinlich nächste Ausbaustufe mit eigener Eisfabrikation in diesem Jahr gut sichtbare Spuren hinterließen. Ob die nun fast flächendeckend umgesetzte LED-Beleuchtung in der Stadt jeden feiern lässt, sei dahingestellt. Geld spart sie jedenfalls, und die Stadt betrachtet das Projekt als ein im wahren Wortsinn leuchtendes Symbol für die positive Entwicklung der Stadt.

Die Flüchtlinge: Spuren in den Herzen auch der Übach-Palenberger hinterließen die rund 400 Flüchtlinge, die auf viel Hilfsbereitschaft stießen. Da wird dem Vereinsnamen entsprechend „Hand in Hand“ gearbeitet, andere setzen auf Integration per Handball oder Rundem Tisch, und andere wie Omer Abdusamed freuen sich über einen per Handschlag geschlossenen Arbeitsvertrag, der dem Mann aus Eritrea, der in Boscheln lebt, eine Zukunft in Deutschland ermöglichen kann.

Die Freunde: Fit für die Zukunft scheinen auch die Städtepartnerschaften von Übach-Palenberg zu sein, wie nicht nur der gemeinsame Start zum ersten Maastricht-Marathon an der historischen Rimburger Brücke im Sommer zeigte. So gibt es seit 15 Jahren die enge Verbindung zu der niederländischen Nachbargemeinde Landgraaf und sogar zehn Jahre länger steht die Partnerschaft mit dem französischen Rosny-sous-Bois im Geschichtsbuch. Auch wegen der engen Verbindungen waren Entsetzen und Mitgefühl über die Anschläge in Paris groß.

Der Wohnraum: Neubaugebiete sind eigentlich auch Signale für Weiterentwicklung, es sei denn, sie werden wie das „Beyelsfeld“ nach dem Empfinden mancher Bürger durchs Hintertürchen eingestielt. Wie auch immer: Im Januar startet der Tiefbau. Die Diskussion ums „Beyelsfeld“ war immens, und würde es das Baugebiet nicht geben, würde vielleicht mancher diese fast schon idyllische Ecke zwischen Übach und Herbach gar nicht so kennen. Wer sich die Mühe macht, ein Stückchen weiter durch den Herbacher Wald zu laufen, trifft dann auch früher oder später wieder aufs Wasser, denn der Übach zieht hier mäandernd seine Bahn und zeigt, dass Wasser in Übach-Palenberg schon immer eine bedeutende Rolle gespielt hat.

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