Jagdpächter mahnt: Hunde bitte anleinen!

Von: Katrin Fuhrmann
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Hund Spaziergang Symbolfoto
Außerhalb der Waldwege müssen Hunde laut Gesetz immer angeleint werden. Symbolbild: dpa

Übach-Palenberg. Spaziergänger und Jogger nutzen gerne den Weg zwischen Marienberg und Windhausen, um ihre Hunde auszuführen. In dem nahe gelegenen Biotop lassen die Hundebesitzer ihre Vierbeiner frei laufen – ohne Leine.

In der Nähe des Biotops hat eine Spaziergängerin jetzt ein totes Reh gefunden. „Die Bisswunde lässt auf ein Hundegebiss schließen. Zudem muss ein Kampf stattgefunden haben“, erzählt Karl Zaunbrecher, Pächter des Jagdbogens Scherpenseel. Das Tier müsse schon einige Tage dort gelegen haben, da es bereits angefressen wurde, vermutlich von Füchsen.

Zunächst habe man geschaut, ob das Tier angeschossen wurde, doch ziemlich schnell sei klar gewesen, dass es sich bei den massiven Wunden nur um eine Bissverletzung handeln kann. Zaunbrecher schätzt, dass in diesem Gebiet rund zehn weitere Rehe leben, die ebenfalls hätten angefallen werden können. Ebenso hätte die Attacke, wie Zaunbrecher sie beschreibt, auch ein Kind treffen können.

„Ich kann einfach nicht verstehen, dass Hundebesitzer so unaufmerksam sein können und ihre Vierbeiner nicht anleinen“, sagt der 74-Jährige. Nicht nur Rehe seien so gefährdet, auch andere Kleintiere. Das Hundegesetz für Nordrhein-Westfalen besagt, dass Hunde so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen sind, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht.

Das Gesetz sieht weiter vor, dass Hunde zur Vermeidung von Gefahren an einer geeigneten Leine zu führen sind. Dazu zählen Haupteinkaufszonen und andere innerörtliche Bereiche, Straßen und Plätze mit vergleichbarem Publikumsverkehr. Auch umfriedete Parks, Gärten und Grünanlagen, einschließlich Kinderspielplätze – mit Ausnahme besonders ausgewiesener Hundeauslaufbereiche.

Generell gelte das Gesetz zur Anleinung auch bei öffentlichen Versammlungen, in Aufzügen, auf Volksfesten sowie in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten, wie Bernd Schmidt vom Ordnungsamt Geilenkirchen mitteilt. Doch wie sieht die Situation in Wäldern, auf Feldern und in Naturschutzgebieten aus?

„Außerhalb der Waldwege müssen Hunde laut Gesetz immer angeleint werden“, sagt Forstamtsmann Wolfgang von der Heiden. Auf den Waldwegen gilt dies nur für „gefährliche Hunde“ oder „Hunde bestimmter Rassen“ (siehe Infobox). Diese müssten zudem in den meisten Fällen auch einen Maulkorb tragen. Einen Unterschied zwischen großen und kleinen Hunden gibt es demnach nicht. So eindeutig die Rechtslage auch ist, umso schwieriger ist die Kontrolle – gerade in Wäldern.

Einzige Ausnahme sind die „freien Felder“, wie beispielsweise Wirtschaftswege. Dort können Hundehalter ihre Vierbeiner „Gassi“ führen, ohne sie anleinen zu müssen.

„Es gibt Hundehalter, die einsichtig sind und ihren Hund anleinen, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Aber es gibt eben auch Menschen, die die Bitte einfach ignorieren und sich sogar angegriffen fühlen“, sagt Zaunbrecher. Er habe schon oft erlebt, dass Leute richtig wütend werden, wenn er sie auf die Leinenpflicht aufmerksam mache. Er wurde sogar schon als „Hundehasser“ bezeichnet. Dabei hat Zaunbrecher selbst einen Dackel.

Er hofft indes darauf, dass solche Vorfälle nicht zur Tagesordnung werden und die Hundehalter ihre Vierbeiner in Zukunft anleinen und besser unter Kontrolle haben.

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