Ist ein Bereitschaftsdienst für Flüchtlinge erforderlich?

Von: Udo Stüßer
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Geilenkirchen. Mit den Bereitschaftsdiensten der Stadtverwaltung wird sich der Geilenkirchener Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 2. September, beschäftigen. Grund ist eine gemeinsame Anfrage von SPD und Bürgerliste, nachdem zwei der Stadt zugewiesene Flüchtlinge über Stunden nicht untergebracht werden konnten.

Hintergrund der Anfrage ist ein Erlebnis, das Mitglieder beider Fraktionen am Freitag, 10. Juli, auf dem Marktplatz gemacht haben. Wie Christian Kravanja, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste, erklärt, war der Stadt Geilenkirchen für den besagten Freitag die Zuweisung von zwei Flüchtlingen angekündigt worden. Der Bus, der die Flüchtlinge in den Kommunen verteilte, hatte aber offensichtlich erhebliche Verspätung, so dass die Verwaltung zwischenzeitlich geschlossen war.

„Zwar hatten die zuständigen Mitarbeiter zunächst offenbar noch eine ganze Zeit auch über die eigentlichen Öffnungszeiten der Verwaltung hinaus auf den Bus gewartet. Da sie aber weder Informationen erhalten konnten noch anderweitig über den Verbleib des Busses informiert wurden, haben sie das Warten irgendwann im Laufe des Nachmittags abgebrochen“, berichtet Kravanja, der in dieser Angelegenheit „kein Verschulden eines Mitarbeiters“ sieht.

Um 16 Uhr habe dann der Bus mit den Flüchtlingen in Geilenkirchen am Marktplatz gestanden. Da die Verwaltung geschlossen war, habe der Busfahrer die Flüchtlinge nicht abliefern können und sich offenbar um Lösungsmöglichkeiten bemüht.

Gegen 18 Uhr, so schildert Kravanja die Geschehnisse, sei dann ein Streifenwagen der Polizei eingetroffen. Die Polizeibeamten hätten die Flüchtlinge zunächst mit zur Wache genommen. Kurze Zeit später sei es gelungen, Bürgermeister Thomas Fiedler zu erreichen. Dieser sei gegen 18.45 Uhr mit einer Mitarbeiterin des Sozialamtes, die an diesem Tag eigentlich Urlaub hatte, eingetroffen. Die Flüchtlinge seien dann für dieses Wochenende im Hotel Jabusch untergebracht worden.

Diese Schilderung bestätigt Wilfried Schulz, Leiter des städtischen Jugend- und Sozialamtes. Üblicherweise, so Schulz, würden die Kommunen drei bis vier Tage vor dem Eintreffen von Flüchtlingen von der Bezirksregierung Arnsberg, die im Auftrag des Landes die Flüchtlinge in NRW verteilt, informiert. Genannt würden das Datum des Eintreffens, die Anzahl der Personen und deren Nationalität. „Wir haben früher schon der Zentralstelle mitgeteilt, dass der Freitag ein ungünstiger Tag ist, weil das Rathaus am Nachmittag geschlossen ist. Wenn dann zwei Flüchtlinge angekündigt sind, benötigen wir zwei Hausmeister, die sie in ihre Unterkünfte einweisen. Und die Stadtkasse muss besetzt werden, weil man an die Flüchtlinge Geld auszahlen muss“, sagt Schulz.

Seine Kollegen hätten an besagtem Freitag einige Stunden über Dienstschluss hinaus gewartet, seien dann aber nach Hause gefahren. „Sie sind davon ausgegangen, dass niemand mehr eintrifft. Manchmal kommen die angekündigten Personen nicht, weil sie erkrankt sind.“ Auch Arnsberg habe sich nicht mehr gemeldet.

Als die Flüchtlinge am späten Nachmittag doch noch eingetroffen seien, habe man sie im Hotel untergebracht, die Kosten zahle die Stadt.

Sicherlich, so schildert Schulz, habe das Jugendamt einen Bereitschaftsdienst. Im Kinder- und Jugendbereich arbeite das Amt eng mit der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Karst, die auch in Geilenkirchen eine Außenstelle unterhalte, zusammen. Hier werde jeder Anruf angenommen. Über einen eigenen Bereitschaftsdienst für Flüchtlinge müsse man sich jetzt sicherlich unterhalten.

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