Ist der Mensch arm, soll das Tier nicht hungern

Von: mabie
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Uschi Hartmann (l.) und Iris Kindler haben in Übach-Palenberg die erste Futterausgabestelle eröffnet. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Es sind nicht nur die kalten Wintermonate, in denen Tiere die Hilfe der Menschen nötig haben. Das wissen Uschi Hartmann und Iris Kindler ganz genau. Beide sind nicht nur durch ihre Arbeit in der Obdachlosenhilfe bekannt: Sie haben nun auch die erste Tierfutterausgabestelle in der Stadt eröffnet.

In einem der „Gartenhäuser“ auf dem Gelände der früheren Comeniusschule an der Marienberger Schulstraße finden bedürftige Menschen hier alles, was ihre tierischen Freunde brauchen, ohne dafür gleich Geld ausgeben zu müssen. „Wir bieten Bedürftigen die Chance, ihre Tiere gut zu versorgen, auch wenn es finanziell mal eng wird“, sagt Iris Kindler.

Sie kennt viele Menschen, deren einziger Bezugspunkt das Tier ist. „Tiere sind dann das Ein und Alles, und die Menschen leiden mit den vierbeinigen Freunden, wenn die Not besonders groß ist“, sagt Iris Kindler. Wer nachweisen kann, dass er zu den Menschen gehört, die bedürftig sind, darf sich hier immer mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr eindecken: mit Futter, auch mit Flohmitteln und auch mal mit einem neuen Körbchen oder einer Decke für den Hund.

„Wenn wir genügend Spenden bekommen, dann helfen wir sehr gerne“, sagt Uschi Hartmann. Als Gründerin der Obdachlosenhilfe in Übach-Palenberg weiß sie, wie schnell Menschen durch das soziale Raster fallen können. Dann brechen auch die sozialen Bindungen weg, und am Ende sind es die Haustiere, zu denen einsame Menschen Kontakte haben. „Wir haben auch gesehen, dass die Menschen den Tieren alles geben, auch wenn sie selbst nur sehr wenig haben“, so Hartmann weiter.

Gerade bei Menschen, die den Großteil ihres Daseins auf der Straße fristen, ist diese Tendenz eindeutig. Hier setzt die Futterausgabestelle den mit der Obdachlosenhilfe aufgegriffenen Gedanken nahtlos fort. Dabei ist es egal, ob Hund, Katze, Nager oder Vogel: die Futterausgabestelle ist zwar noch vergleichsweise spärlich bestückt, doch Uschi Hartmann und Iris Kindler freuen sich schon auf die Menschen, die zu ihnen kommen. Einen frisch gebrühten Kaffee gibt es dann sicherlich auch, und die Chance, gleich mal in Kontakt zu kommen.

„Nur für Goldfische, da haben wir im Moment noch nichts da“, meint Iris Kindler. Aber auch das dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Wer Kontakt aufnehmen will, erreicht Uschi Hartmann unter Telefon 0157/87040428, Iris Kindler unter Telefon 0163/4656564.

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