Integration gegen Isolation: Neue Flüchtlingspaten können loslegen

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Geilenkirchen. Neun in der Flüchtlingshilfe engagierte Bürger haben fünf Schulungseinheiten absolviert und ihre Zertifikate als ehrenamtliche Flüchtlingspaten erhalten. Zum zweiten Mal hatte der Runde Tisch Flüchtlingsarbeit Geilenkirchen eine solche Schulung für Engagierte angeboten. Die Inhalte der Schulung legten die Kooperationspartner in der Flüchtlingshilfe fest, der Caritasverband, die Stadt Geilenkirchen und die evangelische und die katholische Kirche.

Nach ihren Erfahrungen sind Sensibilisierung für die Flüchtlingsarbeit, Netzwerkerschließung, interkulturelle und interreligiöse Sensibilisierung, Flucht und Trauma sowie Prävention sexualisierter Gewalt wichtige Handwerkszeuge in der ehrenamtlichen Begleitung der Flüchtlinge. Diese Themen wurden in der Schulung, die durch das Katholischen Forum für Erwachsenenbildung vorgenommen wurde, behandelt.

Den Ehrenamtlichen wurden im Bürgertreff durch Nicole Abels, Gemeindesozialarbeiterin beim Caritasverband, Yvonne Wolf, Flüchtlingsbetreuerin und Integrationsbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, Ulla Otte-Fahnenstich, Mitarbeiterin des Katholischen Forums, und Pfarrer Peter Frisch die Zertifikate überreicht.

Frisch dankte den Anwesenden für ihr Engagement und betonte, dass ihr Einsatz sie ehre, daher der Begriff Ehrenamt. Die Ehrenamtlichen würden nicht nur ihre Zeit den Menschen zur Verfügung stellen, die fremd sind, Schicksale zu meistern haben, angst- und sorgenerfüllt sind und sich in einer fremden Welt meist ohne Sprachkenntnisse zurechtfinden müssen, sondern darüber hinaus Zeit investieren, um sich zu informieren und sich neues Wissen anzueignen. Otte-Fahnenstich dankte den Teilnehmern für ihre lebendige Teilnahme an den Schulungen, die nicht als Vorträge, sondern als Workshops veranstaltet wurden. Dies zeigte das große persönliche Interesse an den Themen.

Abels erklärte die Organisation und Struktur der Flüchtlingsarbeit in Geilenkirchen. Seit über 20 Jahren ist der Runde Tisch in Geilenkirchen tätig. Der Runde Tisch tagt dreimal im Jahr, jeder kann an ihm teilnehmen. Anfang 2015 war das Interesse so groß, dass bis zu 70 Personen an den Sitzungen teilnahmen.

Um eine Arbeits- und Handlungsfähigkeit zu erhalten, bildete sich eine Steuerungsgruppe des Runden Tisches. Beisitzer der Steuerungsgruppe sind die Gemeindesozialarbeiterin, die Flüchtlingsbetreuerin und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche und drei ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie legen die Themen der Sitzungen des Runden Tisches fest, beantragen und verwalten die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, greifen die an sie herangetragenen Themen auf und behandeln diese.

Eine weitere Organisationsstruktur aufgrund der großen Anzahl Engagierter wurde durch die Bildung von Teams und die Benennung von Teamsprechern umgesetzt. Die Teams „persönliche Paten“, „Deutschkurse“, „Kleiderkarussell“ und „Fahrradwerkstatt“ treffen sich regelmäßig. Zudem wurden für alle städtischen Unterkünfte ehrenamtliche Ansprechpartner benannt. Bei der Zertifikatübergabe tauschten sich die Ehrenamtler rege aus und stellten fest, dass von einem regelmäßigen Treffen und Austausch alle profitieren und sie voneinander lernen können, es stärkt sie gegenseitig.

Das Asylverfahren und die Begleitung der Asylbewerber ist sehr komplex und stellt nicht nur die Hauptberuflichen, mehr noch die Ehrenamtlichen oft vor große Herausforderungen. Im kommenden Jahr werden deshalb weitere Erfahrungsaustausche angeboten. Die durchlaufene Schulung hat den Teilnehmern viel gegeben, stellten die anwesenden Engagierten fest. Dies freute die Kooperationspartner und Verantwortlichen, denn die Stärkung und Unterstützung des Ehrenamtes ist eine Aufgabe der Steuerungsgruppe.

Die Hauptberuflichen in der Flüchtlingsarbeit schaffen Rahmenbedingungen und Strukturen. Die menschliche und persönliche Begleitung der Asylbewerber und anerkannten Flüchtlinge durch engagierte Menschen ist allerdings ebenso wichtig, und die Ergänzung beider Gruppen ist letztendlich für die Flüchtlinge ein großer Gewinn. Das Zusammenwirken fördert das schnelle Einfinden und Zurechtfinden der Asylbewerber, die Integration anerkannter Flüchtlinge und verhindert Orientierungslosigkeit, Isolation und Ghettoisierung.

Nähere Informationen gibt es bei der Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes, Nicole Abels, Telefon 02451/482 08 89 oder gsa-gk@caritas-hs.de.

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