Inspirierende „Fundstücke“ im Carolus-Magnus-Centrum

Von: r.k.
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Die Ausstellung zeigt Keramik und Stahlskulpturen ebenso wie Gemälde und Fotografien. Foto: Kolodzey

Übach-Palenberg. Perlende Klavierklänge lockten an einem lauen Sommerabend Passanten wie auch geladene Gäste in den Glaskubus des Carolus-Magnus-Centrums (CMC). Anlass war die Vernissage der Kunstausstellung der Ehepaare Angelika und Heinrich Keller sowie Angelika Vaassen-Schab und Karl Vaassen.

„Ich darf diese wunderbare Ausstellung eröffnen“, freute sich die Organisatorin Martina Waliczek vom Kulturamt der Stadt Übach-Palenberg. Teils kenne sie die Künstler aus ihrer Jugend, erzählte sie, teils habe sie sie später kennengelernt „und wir alle lieben guten Rotwein, Kunst und Musik!“ Sie begrüßte auch Oliver Vessel aus Lieck am Flügel, der die Veranstaltung mit Eigenkompositionen musikalisch begleitete.

Dr. Dirk Tölke, freiberuflicher Kunsthistoriker aus Aachen und Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen, ergriff das Wort und spannte den Bogen zum Titel der Ausstellung: „Die Begriffe unter Tage und über Tage gibt es in Bergbaugebieten“, erklärte er. Über Tage versinnbildliche die Erdoberfläche und ‚über längere Zeit‘ – das Prozesshafte. Am deutlichsten könne man dies bei Angelika Vaassen-Schab beobachten, fuhr Tölke fort. Sie habe kein realistisches Vorbild, kreiere eine abstrakte Bildwelt und benutze helle Farben, kompakt und bunt, doch nicht in schrillem Sinne. „Die Bilder erscheinen surrealistisch“, beschrieb er die Gemälde. Die Zufallsstrukturen hätten eine gewisse Stabilität, im Gegensatz zu anderen abstrakten Bildern. Das „Erfindenwollen“ von Dingen mache den Reiz der Gemälde aus.

„Karl Vaassen beschäftigt sich seit 50 Jahren mit Fotografie“, stellte Tölke den nächsten Künstler vor. Er verbessere seine Fotos nicht digital, sondern starte den sorgfältigen Auswahlprozess vorher. Fotografien zeigten einen bestimmten Blickwinkel auf die Welt, abhängig vom Standort des Fotografen, den Lichtverhältnissen et cetera. „Vaassen kreiert dokumentarische Graffiti, merkte der Kunsthistoriker an. Fotografisch bekomme vieles einen anderen Charakter – durch Zoom beispielsweise einen kompositorischen Effekt.

Mit Materialien aus dem Erdreich und mit Feuer hingegen arbeite das Ehepaar Angelika und Heinrich Keller, betonte der Redner. Stahlbildhauer Heinrich Keller befasse sich mit Schmiedetechnik und sammle inspirierende Fundstücke. „So entstehen schelmische Beobachtungen menschlicher Verhaltensweisen und gesellschaftlicher Strukturen mit Bezügen zur Mythologie“, charakterisierte Tölke die Werke. Er deute Fundstücke um zu skurrilen Wesen und schaffe ein fabelartiges Panoptikum der Tierwelt.

Angelika Keller wiederum lade ihre Tiergestaltung aus Keramik mit zeitgenössischer Wertung auf. „Ganz viel Assoziatives ist hier dabei“, erklärte der Vortragende. Sie produziere ihre Arbeiten nicht mit klassisch-glänzender Struktur, sondern überziehe sie mit Oxiden, welche die Oberfläche nur dezent farbig gestalten, wie beispielsweise bei ihren „Höllenhunden“. „Man erkennt das vergnügliche Herstellen und Entdecken – wozu ich Sie jetzt in der Ausstellung herzlich einlade“, beschloss Tölke seine Würdigungen.

Mit musikalischer Untermalung, Sekt und Softdrinks sowie einem Buffet mit verführerischem Fingerfood bereitete es den Gästen großes Vergnügen, die äußerst vielseitigen Kunstwerke eingehend zu betrachten, die allesamt käuflich zu erwerben sind. Walter Panhaus aus Erkelenz war sichtlich beeindruckt und meinte: „Eine sehr schöne Gemeinschaftsausstellung – hier kann man verschiedene Kunstrichtungen auf einmal kennenlernen!“ Simon Schaffrath aus Stolberg, der zum ersten Mal im CMC war, gefielen „die Räumlichkeiten, die Zusammenstellung der Werke, das schöne Licht und das angenehme Klavierspiel. Alles ist liebevoll gestaltet!“

Öffnungszeiten der Ausstellung „Über Tage“ im CMC bis zum 18. September: Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Die Künstler sind am Wochenende anwesend.

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