Individuell fördern: „Jedes Kind ist anders“

Von: Renate Kolodzey
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Gespräch über Schulpolitik: Karin Schmitt-Promny, Landtagsabgeordnete der Grünen, im Gespräch mit Fraktionsvorsitzendem Jürgen Benden. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. „Schulpolitik ist eines der Hauptthemen im Landtagswahlkampf, und es ist sinnvoll, sich rechtzeitig damit zu befassen“ unterstrich Jürgen Benden, Fraktionsvorsitzender der Geilenkirchener Grünen, das Thema des 12. Stadtgesprächs seiner Partei mit dem Titel „Jedes Kind ist anders – individuelle Förderung in unseren Schulen“.

Sigrid Beer, Sprecherin für Schulpolitik der Landtagsfraktion der Grünen, sollte im Bürgerzentrum über das Thema referieren, musste jedoch wegen Krankheit absagen. An ihrer Stelle erschien als kompetente Vertreterin Karin Schmitt-Promny, Landtagsabgeordnete der Grünen und Mitglied im Ausschuss „Schule und Weiterbildung“ sowie im „Schulausschuss der Städteregion Aachen“.

Benden hieß Referentin und Gäste willkommen, und Schmitt-Promny hob hervor, dass die Stadt Geilenkirchen mit sechs Grundschulen, Gymnasium, Gesamt- und Realschule, zwei Berufskollegs und dem Eichendorff-Kolleg schulpolitisch gut aufgestellt sei. Sie betonte, dass Schulpolitik auch Inklusion und Integration beinhalte.

Der Schwerpunkt der Entwicklung von Schule, führte der Gast aus Düsseldorf aus, liege auf der inneren Entwicklung, einem Zukunftsthema der Grünen. Es gebe bereits das Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“, in dem sich Schulen austauschten – beispielsweise das Gymnasium Alsdorf, das flexible Lernzeiten erprobe.

„Wir möchten das Recht der Kinder auf individuelle Förderung in den Mittelpunkt stellen und bisherige Erfahrungen von G8 nutzen, um mit entsprechenden Lehrer-Fortbildungen weitere Verbesserungen, etwa flexible Lernzeiten, einzubringen, damit Schüler Lernschwierigkeiten individuell angehen können“, erklärte die Politikerin. Die aktuelle Diskussion rund um G8 (Abitur nach 12 Jahren) oder G9 (Abitur nach 13 Jahren) sei eine reine Strukturdebatte, die so niemanden weiterbringe.

2006 hätten CDU und FDP die Schulzeitverkürzung auf G8 ohne konzeptionelle Vorbereitung beschlossen, fuhr Schmitt-Promny fort, was zu Problemen geführt habe. Beispielsweise erlangte man auf dem Gymnasium nach Klasse 10 nicht mehr den mittleren Schulabschluss. Damals seien die Grünen Gegner von G8 gewesen.

Nach dem Regierungswechsel 2010 konnten die Schulen wählen, ob sie zu G9 zurückkehren möchten, doch die meisten wollten G8 beibehalten, allerdings mit inhaltlichen Verbesserungen. „Aktuell möchten viele Eltern zu G9 zurück“, wies die Referentin auf das diesbezügliche Volksbegehren hin.

Sie stellte die Kernpunkte des grünen Modells vor: Bei gleichem schulrechtlichem Rahmen für alle Gymnasien solle an jedem Gymnasium parallel G8 und G9 möglich sein – je nach Eignung der Schüler und nach Rücksprache mit den Eltern. Die Oberstufe bliebe dreijährig. Individuelle Lernzeiten fänden in den Klassen sieben bis zehn statt. Die Einführung einer zweiten Fremdsprache erst ab Klasse sieben werde diskutiert. Auch Gesamtschulen bekämen individuellere Möglichkeiten. Ab dem Schuljahr 2017/18 solle zudem eine Fortbildungsoffensive für Lehrkräfte starten.

Nach all diesen Fakten durften die Gäste Fragen stellen, von denen viele Inklusion und Integration betrafen. Schmitt-Promny wies darauf hin, dass Kinder mit bestimmten Behinderungen ein Individualrecht auf Schulbegleitung hätten, deren Kosten vom Sozialamt übernommen würden. Fachliche Beratung gibt es beim Jugendamt.

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