In Poesiealben wird es sehr persönlich

Von: Georg Schmitz
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Das Team vom Historischen Klassenzimmer mit Ingrid Müller, Josefine Rütten, Annemarie Veckes, Karin Kappes, Martha Plum und Rudolf Müller (v. l.) präsentierte Poesiealben und Freundschaftsbücher. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Immendorf. Das Historische Klassenzimmer Geilenkirchen mit Standort Immendorf ist immer wieder für außergewöhnliche Ausstellungen gut. Aus Anlass des unter dem Motto „Vergangenheit erinnern – Zukunft gestalten: Museen machen mit!“ stehenden, bundesweiten Museumstages hatten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Poesiealben zusammengetragen, um sie im Foyer der Grundschule Immendorf der Öffentlichkeit zu präsentieren.

59 Exponate, darunter das älteste Album aus dem Jahr 1893, vermittelten einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Besitzer der Poesiealben und des darin vertretenen Freundeskreises.

„Wenn Schülerinnen und Schüler sich in den Poesiealben verewigen, wird es sehr persönlich“, weiß auch der Vorsitzende des Historischen Klassenzimmers, Rudolf Müller. Er und seine Ehefrau Ingrid Müller hatten die Idee zu der Poesiealben-Präsentation. So hatte das Team des Historischen Klassenzimmers die Bürger im Vorfeld aufgerufen, ihre Poesiealben für die Ausstellung im Schulmuseum zur Verfügung zu stellen.

Die Besucher konnten nun einen Blick nicht nur in die acht Alben aus dem museumseigenen Bestand, sondern auch in die 51 Leihgaben werfen. Das Museum hatte die zumeist DIN-A5 großen oder etwas kleineren Poesiealben aus vergangenen Zeiten den heute genutzten Freundschaftsbüchern gegenübergestellt. Der Vergleich förderte den Unterschied schnell zutage: „Heute ist in dem Buch alles schon vorbereitet, man braucht nur noch Bilder rein zu kleben oder die Formen auszumalen“, bringt es Rudolf Müller auf den Punkt.

Schön bunt sehen die aktuellen Bücher aus. „Hello Kitty – Meine Freunde“ ist auf dem rosaroten Cover eines dieser neuen Bücher zu lesen. Da haben die Freunde der Besitzerin ein Foto zur Verfügung gestellt, sich eingetragen und liebe Grüße ausgerichtet. Viele der verwendeten Sprüche sind mit Herzchen verziert, aber das gab es früher auch schon. Erstaunlicherweise sind manche kürzlich eingetragenen Sprüche schon über 100 Jahre alt. „Mit Gott fang ich an, mit Gott hör ich auf. Das ist der beste Lebenslauf“, steht in dem in geprägtem Leder gehaltenen Poesie­album von 1893.

„Das habe ich auch schon geschrieben, aber ich hab nicht gewusst, dass der Spruch schon über 100 Jahre alt ist“, sagt Annemarie Veckes. Hannah Gätjen hat ihn am 12. März 1893 in Buxtehude in ihr Poesiealbum eingetragen. „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderm Glück. Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück“, lautete ein weiterer Eintrag in einem Album aus dem Jahre 1922, der ebenfalls nicht selten verwendet wird.

Viele interessante Eintragungen fanden die Besucher am Museumstag in den Poesiealben, aber auch alle anderen Exponate des Schulmuseums durften in Augenschein genommen werden. Die Mitarbeiterinnen und Rudolf Müller standen mit Rat und Tat zur Seite.

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