In Mathe steckt Anton sie (fast) alle in die Tasche

Von: Leandra Kubiak
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Spielt gerne mit Lego und hat es im landesweiten Mathewettbewerb der Grundschulen unter die 54 besten geschafft: der 9-jährige Anton Kaminski. Foto: Leandra Kubiak

Geilenkirchen. Als Hobby würde Anton Mathe nicht unbedingt bezeichnen. In seiner Freizeit spielt der Neunjährige lieber Fußball, Saxophon oder macht Judo. Trotzdem scheint ihm das Jonglieren mit Zahlen zu liegen: Beim landesweiten Mathematikwettbewerb für Schüler der vierten Klassen kam er unter die besten 54 und holte damit einen der insgesamt 30 vierten Plätze.

Teilnehmen können an dem jährlich stattfindenden Wettbewerb alle Grundschulen aus NRW, ausgerichtet wird er im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung von Ute Czierpka, Rektorin der Bach-Grundschule in Dortmund. Die erste Runde, auf Schulebene, begann Mitte Oktober. 20 Schüler der KGS Immendorf, die auch Anton Kaminski besucht hat, haben daran teilgenommen. „Bei der ersten Runde hatte noch keiner Kribbeln im Bauch“, erinnert er sich.

90 Minuten hatten die Schüler maximal Zeit für die Aufgaben, allerdings lief alles in recht lockerer Atmosphäre ab. „Die erste Runde war noch ziemlich leicht“, findet Anton, der mit seinen Eltern und seinen drei Geschwistern in Prummern wohnt. Es sollte addiert und multipliziert werden, weiß Anton noch. Allerdings waren die Aufgaben anders als in der Schule. Es musste mehr geknobelt werden. 48.000 Schüler in ganz Nordrhein-Westfalen haben sich den Aufgaben gestellt – 6400 erreichten genug Punkte, um in die zweite Runde des Wettbewerbs zu kommen. Neben Anton schafften das auch sechs weitere Schüler der KGS Immendorf.

Im Februar wurde es dann ernst für die Schüler: Bei der sogenannten Regionalrunde, die unter anderem in Waldfeucht-Haaren ausgetragen wurde, herrschte Klausuratmosphäre. Da sei dann schon etwas mehr Aufregung zu spüren gewesen, erzählt Anton. Und auch die Aufgaben waren kniffliger – selbst für ihn. Gerade das hat dem Schüler Spaß gemacht, der nach den Sommerferien auf das St. Ursula Gymnasium gehen wird. „In der Schule bin ich immer schnell fertig mit den Aufgaben.“

Da liegt es nicht fern, dass Mathe dann auch sein Lieblingsfach geworden ist. Gleich an zweiter Stelle steht Sport. Weniger mag er Deutsch. Und obwohl die Aufgaben der zweiten Runde nicht ganz einfach waren – hier musste zum Beispiel berechnet werden, wie schnell eine Strecke bei einer bestimmten Geschwindigkeit zurückgelegt wird – konnte Anton auch diese Hürde meistern. Als einer unter 1200 Grundschülern qualifizierte er sich für die dritte und letzte Runde und war damit der einzige seiner Schule. Viel mit Mathe beschäftigen würde sich Anton in der Freizeit zwar nicht, aber er sei schon immer besonders gut in Strategiespielen gewesen, erinnert sich seine Mutter Renate Kaminski. Schon früher habe er oft Spiele beherrscht, die eigentlich für ältere Kinder bestimmt waren.

An der Leidenschaft hat sich auch bis heute nichts geändert. „Die Siedler von Catan“ ist zurzeit eines seiner Lieblingsspiele. Hoch im Kurs steht aber auch Lego, besonders die Star Wars-Reihe findet er gut. Im April stieg die Aufregung bei Anton: Noch einmal begab er sich in den Wettbewerb. Wie schon in der zweiten Runde, galt es erneut, fünf Aufgaben zu lösen. „Für die Aufgaben habe ich diesmal ziemlich lange gebraucht“, sagt er. Dass er unter die Sieger kommt, damit hatte er deshalb auch gar nicht gerechnet.

Umso größer war die Freude, als der Brief ins Haus kam, in dem stand, dass er an der Siegerehrung teilnehmen kann. Den Moment wird Anton wohl nicht so schnell vergessen. Und die Siegerehrung Ende Juni im Museum für Kunst und Kunstgeschichte in Dortmund war tatsächlich ein ganz besonderer Moment: Auf der Bühne durfte er sich eine Urkunde und einen Gutschein von einer Buchhandlung abholen. Den Gewinnern des Wettbewerbs wurde eine kleine Zaubershow geboten, dabei durfte Anton dem Zauberer assistieren.

Das Talent für Mathe scheint bei den Kaminskis in der Familie zu liegen: Im letzten Schuljahr wurde Antons ältere Schwester Emilia Schulbeste im „Känguru der Mathematik“, einem Wettbewerb für Fünft- bis Zehntklässler. Für Anton steht schon heute fest: Sobald er in der fünften Klasse ist, möchte er auch am „Känguru der Mathematik“ teilnehmen. Und einen Berufswunsch hat er auch schon: Er möchte Maschinenbauer werden.

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