Geilenkirchen-Lindern - In Lindern lebt der „Eisenbahnbrauch“ wieder auf

In Lindern lebt der „Eisenbahnbrauch“ wieder auf

Von: g.s.
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Vor rund 33 Jahren verabschiedeten sich Henny Buchkremer (l.) und Roswitha Wagels mit der „Trauerflagge“ von der Bahnstrecke. Am Sonntag waren sie bei der Reaktivierung der Bahnlinie dabei. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Lindern. „D‘r Zoch kütt“, war am Sonntag erfreut zu vernehmen. Triebfahrzeugführer Armin Hirt schaute etwas überrascht drein, als ihm Mandy Wolf und Karl-Heinz Gast am Bahnsteig 3 des Linderner Bahnhof einen Blumenstrauß überreichten.

Armin Hirt war einer von einem halben Dutzend Lokführern, der am Sonntag Bewegung in die reaktivierte Eisenbahnstrecke Lindern-Heinsberg brachte. Auch die Interessengemeinschaft und Brauchtumspfleger von „Oh Tannenbaum“ in Lindern hatte ein kleines Fest aus Anlass des wieder aufgenommenen Personenverkehrs vorbereitet.

So wurden die ankommenden und abfahrenden Fahrgäste vom Trommler- und Pfeiferverein Lindern musikalisch empfangen. Auch hatten ein paar Linderner Urgesteine den Bahnsteig mit schmückenden Girlanden versehen. Mehrere Dutzend Menschen aus dem Ort hatten sich kurz vor 10 Uhr zu dem großen Ereignis am Bahnhof eingefunden. Henny Buchkremer und Roswitha Wagels hielten ein Trauerbanner hoch mit der Aufschrift „Als letzter Gruß Heinsberg-Lindern – Die letzten Mitfahrer“. Mit diesem Gruß hatten sie sich bei der – vorläufig – letzten Fahrt vor rund 33 Jahren von dieser Zugstrecke verabschiedet. Während viele in der rauchgeschwängerten Bahnhofskneipe Geselligkeit pflegten, gab Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler vor laufender TV-Kamera eine Bewertung der strukturellen Entwicklung der Region ab.

Viele Besucher warteten auch auf den Ankuppelvorgang des Flügelzuges, der für etwa 12 Uhr angekündigt war. Denn nicht alles war glatt gelaufen am ersten Betriebstag. „Eine umsteigefreie Fahrt nach Aachen ist derzeit nicht möglich. Wir bitten dies zu entschuldigen“, deutete die Lautsprecherdurchsage im Zug auf diesen Missstand hin.

Eigentlich hätten die Fahrgäste von Heinsberg nach Aachen und umgekehrt ohne umzusteigen ihre Ziele erreichen müssen. Doch das hatte irgendwie nicht geklappt, so dass alle Mitreisenden in Lindern umsteigen mussten. Kilian Brandt hatte sich jedenfalls auf die Zugfahrt gefreut. „Die Strecke bis Randerath kenne ich, weil wir da viel gelaufen sind. Aber alles andere ist ja neu“, erzählt der Elfjährige während der Fahrt. In Heinsberg angekommen herrschte „Großer Bahnhof am Bahnhof“, und viel Bahngäste warfen sich hier ebenfalls ins Getümmel.

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