In jedem Bild ein Teil von ihm: Gemälde von Tim Benden

Von: Renate Kolodzey
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Künstler Tim Benden (M.) im Bürgertreff mit den Vorstandsvorsitzenden Nicole Abels (r.) und Jürgen Benden (l.). Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. „Kürzlich habe ich einen Tornado gemalt, als ich innerlich aufgewühlt war“, lässt Tim Benden (30) in die Ideenfindung seiner Bilder blicken. Als Künstler ist es ihm ein Bedürfnis, seine Gefühle je nach Stimmung auf der Leinwand auszudrücken und darzustellen. „Ich muss immer malen – das ist wie ein Zwang!“, sagt er.

Seine Gemälde muten impressionistisch an, denn auch er schenkt der Farbgebung deutlich mehr Beachtung als der Linienführung. Bis Ende Oktober gibt er in einer Ausstellung im Geilenkirchener Bürgertreff einen Einblick in sein Schaffen. 13 Gemälde warten dort darauf, von Kunstinteressierten entdeckt zu werden.

Bei der Vernissage mit den Vorstandsvorsitzenden der Einrichtung, Jürgen Benden und Nicole Abels, verriet der Maler, dass er bereits als Fünfjähriger seine ersten künstlerischen Gehversuche machte. „Damals versuchte ich, mit Wachsmalstiften ein Bild des Surrealisten Chagall nachzumalen, dessen Stil mich sehr beeindruckte“, weiß er noch.

Typisch für Chagall sind seine leuchtenden und außerordentlich intensiven Farben. Vater Jürgen erinnert sich: „Seine Darstellung war so farbenfroh und detailgetreu, dass wir sie direkt an die Wand gehängt hatten!“ Und wie Chagall sich zu äußern pflegte, erklärt auch Tim Benden: „In jedem Gemälde steckt ein kleiner Teil von mir selbst“.

Er verrät, dass er als kleiner Steppke von fünf Jahren einer Freundin seiner Mutter, die hobbymäßig malt, über die Schulter schaute und sich so manches abguckte. Auch sein Nachbar Friedel Heeg, der freischaffender Künstler ist, habe ihm viele Tipps gegeben. „Er unterstützt mich heute noch“, ist Tim Benden dankbar. Auch mit DVDs von Malern bilde er sich autodidaktisch fort.

Intuitiv aus dem Kopf

Meist male er Landschaften intuitiv aus dem Kopf heraus, erläutert er. Auch hole er sich viele Inspirationen aus Büchern. Immer sind seine Werke überaus farbenfroh und geheimnisvoll. Viele implizieren eine verwunschene Stimmung und sind teils mit Phantasiegestalten bevölkert. Auf manchen Bildern sind mächtige Wale zu sehen – als Ergebnis einer Beobachtungsreise in Norwegen vor sieben Jahren, die ihn sehr beeindruckte.

Teils dauere es mehrere Monate, bis er eine Idee so umsetze, wie sie ihm vorschwebe, merkt Benden an. Auch Tiere wie den exotischen Hornvogel zeichnet der junge Künstler, der hauptberuflich Mitarbeiter der Lebenshilfe in Heinsberg ist, gerne. „Meine Großmutter hatte ein interessantes Buch mit kleinen, farbigen Fotos von Tieren, das hat mir immer gut gefallen. Als sie starb, hat sie es mir vererbt. Noch heute hole ich mir viele Anregungen daraus.“

Früher hat Benden den Pinsel mit Ölfarbe geschwungen, doch da diese so lange braucht, bis sie endgültig trocken ist, schwenkte er auf Acryl um. Er habe über 80 Pinsel, gibt er preis, darunter sogenannte Schlepper-Pinsel mit extrem langen Borsten, halbmondförmige Dolchpinsel und Skalpell-Pinsel. „Die Wolken male ich meist mit einem Fächerpinsel!“, lässt er wissen. Auch nutzt er die Schwammtechnik, damit die Farben, wo gewollt, ineinanderlaufen, legt verschiedene Farbschichten übereinander und kreiert nuancenreiche Farbschattierungen, selbst im Schattenwurf der Bäume

„Seine schönsten Gemälde hat er jedoch zu Hause!“, sagt Vater Jürgen, „darunter die ‚Silber-Skyline‘ mit Himmel, Häusern und Bäumen in Silbertönen.“ Allein am Himmel habe sein Sohn anderthalb Wochen gemalt. In dessen Wohnung sei sowieso an den Wänden kein Fleckchen mehr frei, fährt er fort und schmunzelt: „In den nächsten Jahren braucht Tim nicht mehr zu tapezieren!“

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