In fünf Monaten fünf Autos angezündet

Von: Jan Mönch
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Gerät ein Auto in Brand, ist die Hitzeentwicklung enorm – das Feuer kann leicht auf die Umgebung überspringen. Foto: stock/Becker & Bredel

Geilenkirchen-Gillrath. Als Günter Schmitz in der Nacht auf den 25. Januar auf die Straße trat, stand sein Auto schon lichterloh in Brand, zwei Meter hoch schlugen die Flammen aus dem Motorraum.

Die Hitze sei so gewaltig gewesen, dass man mit dem Feuerlöscher nicht mehr nah genug an seinen Mercedes der A-Klasse herangekommen sei, erzählt er, und auch die Feuerwehr konnte das Fahrzeug bei ihrem Einsatz in der Von-Hardenberg-Straße nicht mehr retten. Günter Schmitz blieben 50 Euro Restwert, die ein Schrotthändler zu zahlen bereit war. Schon vor Ort, sagt Schmitz, habe die Feuerwehr von Brandstiftung gesprochen. Hiervon geht mittlerweile auch die Polizei aus, konkrete Hinweise auf einen möglichen Täter, sagt Sprecher Karl-Heinz Frenken, gebe es nicht.

Das gilt auch bei vier weiteren Fahrzeugbränden, die sich in den zurückliegenden Monaten abgespielt haben, zu dreien davon kam es in Gillrath. Bei sämtlichen Fällen gehen die Ermittler von Brandstiftung aus.

Beim ersten Fall in der Serie war Niederheid Ort des Geschehens. Ein Auto hatte nach einem Unfall bereits mehr als eine Woche auf der Dieselstraße gestanden, als am Morgen des 25. Oktober, einem Sonntag, das Feuer festgestellt wurde. Laut Polizei erfolgte die Alarmierung um kurz nach 1 Uhr.

Am späten Montagabend, 26. Oktober, wurde die Feuerwehr gegen 23.40 Uhr zu einem brennenden Mercedes in der Karl-Arnold-Straße gerufen. Die Polizei berichtete hierüber am folgenden Tag und vermutete bereits zu diesem Zeitpunkt Brandstiftung.

Am Dienstag, 19. Januar, wurde die Feuerwehr um kurz nach Mitternacht alarmiert, dieses Mal war ein VW Golf betroffen, der in der Kreisbahnstraße stand. Hier ging die Polizei zunächst nicht von Brandstiftung aus, sagt Polizeisprecher Frenken. Es komme durchaus vor, dass Autos „von selbst“ in Flammen aufgingen, bloß geschehe dies für gewöhnlich während oder kurz nach einer Fahrt. Die weiteren Ermittlungen hätten schließlich ergeben, dass auch hier Brandstiftung vorlag.

Der letzte Fall liegt erst gut eine Woche zurück: In der Nacht auf Montag, 14. März, stand ein Ford S-Max am Strippenweg in Flammen. Der Alarm ging gegen 2.15 Uhr bei der Feuerwehr ein. Hier wird ebenfalls von Brandstiftung ausgegangen.

Günter Schmitz hatte in der Nacht auf den 25. Januar noch Glück im Unglück. Denn seine A-Klasse hatte er in der Einfahrt geparkt, und zwar so nahe an seinem Einfamilienhaus, dass auch dieses leicht in Brand hätte geraten können. Die Rollladen des Wohnzimmerfensters wurden Raub der Flammen, ebenso eine zwei Meter hohe Hecke, in Mitleidenschaft gezogen worden sei auch der Kleingarten. Schmitz schlief längst, Nachbarn rissen ihn gegen 0.30 Uhr mit heftigem Läuten und Klopfen aus dem Schlaf. Ihnen und der Feuerwehr, die ein endgültiges Übergreifen der Flammen auf das Haus verhinderte, ist zu verdanken, dass nicht noch Schlimmeres geschah.

Finanziell ist Schmitz durch Kfz-Teilkasko- sowie Gebäudeversicherung weitgehend entschädigt worden. „Aber den mentalen Schaden kann einem keiner ersetzen“, sagt er, der nächtliche Schock wirke bis heute nach. „Das schleppt man mit, man schläft nicht mehr so leicht ein und hat Angst, dass wieder etwas passiert.“

Das gelte übrigens nicht nur für ihn als direkt Betroffenen. Aus seinem eigenen Umfeld wisse er, dass es Gillrather gibt, die ihre Autos möglichst auf der Straße parken anstatt in der Einfahrt, damit im Falle eines Falles wenigstens dem Haus und seinen Bewohnern nichts geschieht. Denn bei allen Vorfällen in Gillrath parkten die Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung.

Schmitz hat natürlich selbst Anzeige erstattet, zwischenzeitlich allerdings die Mitteilung der Staatsanwaltschaft erhalten, dass das Verfahren eingestellt worden sei, da sich kein Tatverdächtiger habe ermitteln lassen. „Im Hintergrund laufen die Ermittlungen aber natürlich weiter“, sagt Polizeisprecher Frenken.

Mit näheren Angaben hält er sich allerdings zurück. Dies hat auch damit zu tun, dass aus ermittlungstaktischen Gründen kein sogenanntes Täterwissen preisgegeben werden darf. Ferner soll natürlich auch keinem möglichen Nachahmer eine Anleitung an die Hand gegeben werden, wie sich ein Auto möglichst effektiv in Brand stecken lässt. Aus diesen beiden Gründen sagt Karl-Heinz Frenken zum Vorgehen des oder der Täter nichts, auch nicht, ob man überhaupt wisse, wie dieses Vorgehen ausgesehen hat. Jedenfalls gebe bislang keine Belege dafür, dass ein Einzeltäter umgeht. Die Kollegen hätten allerdings Hinweise auf „Tatzusammenhänge“. Einen Verdächtigen gebe es nicht.

Die Polizei bittet um Hinweise an Telefon 02452/9200.

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