Gangelt - In der Summe werden nur die Besten bleiben

In der Summe werden nur die Besten bleiben

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Das Lernen hat etliche Varianten. Für Anja Knoben aus Haaren heißt es in dieser Situation, Erfahrungen am Empfang des Unternehmens in Niederbusch zu sammeln. Geschäftsführer Björn Schlun schaut regelmäßig vorbei und aktualisiert, wenn nötig, die Unterlagen.

Gangelt. Eine Ausbildung „am Bau”, das heißt Vielfalt, Fantasie und Kompetenz in einem Fachgebiet, das sich nicht nur auf Handwerke, auf die Technik beschränkt. Auch in der Verwaltung, im kaufmännischen Umfeld will ein Unternehmen der Baubranche gut geführt sein.

Dass dies auch mit Auszeichnung zu schaffen ist, hat die Schlun-Baugruppe in Gangelt erneut bewiesen.

Mit der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) gewürdigten Einser-Absolventin Diane Laaks (s. Bericht unten) hat sich die Liste der Ausgezeichneten bei der Lambert Schlun GmbH in Niederbusch weiter verlängert.

Zwei Bundessieger, fünf vordere Landestitel und mehr als ein Dutzend erste, zweite oder dritte Kammersieger hat das Bauunternehmen bislang aus den Reihen seiner Lehrlinge vorstellen können.

Unter den rund 190 Beschäftigten der Schlun GmbH befinden sich fünf Auszubildende, vier davon mit technischer Ausrichtung. In der Quantität war das früher anders. In jedem Lehrjahr um die 15 Azubis, das war man bei Schlun gewohnt.

„Wir setzen auf gezielte Ausbildung. Unsere grundsätzliche Frage lautet: âWo wird wer gebraucht? Danach stellen wir ein”, erläutert Geschäftsführer Björn Schlun.

Der Geschäftsführer und Bau-Ingenieur spricht von einem Wechsel in der Unternehmens-Philosophie.

„Wer ausgebildet ist, der wird übernommen - das war einmal”, erläutert der 33-Jährige. „Die Leistung muss stimmen. Bei hohen Anforderungen am Arbeitsplatz muss ein jeder auch Motivation und Flexibilität auf der Baustelle beweisen.” In der Summe also: „Nur die Besten bleiben.”

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Bauindustrie empfiehlt Björn Schlun aber auch „nicht nur nach Konjunkturgefühl auszubilden”. Jeder Fachbetrieb müsse seinen individuellen Bedarf klären. Mit Augenmaß, denn, so der Geschäftsführer: „Ausbildung ist etwas Langfristiges.”

Und nicht unkompliziert in der innerbetrieblichen Abwicklung für die angehenden Hoch- und Tiefbauer. Adi Peters kümmert sich bei der Schlun GmbH darum. Gestaffelt vom ersten bis zum dritten und letzten Lehrjahr befinden sich die Azubis 19, dann 30, schließlich 37 Wochen des (Arbeits-) Jahres im Unternehmen.

Handwerklich werden sie auch in der Schule sowie im Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum Simmerath (BGZ) angeleitet. Letzteres bietet einwöchige Kompaktkurse an, so dass Lernen auch für Auszubildende aus der deutsch-niederländischen Grenzlage problemlos ist. In Simmerath finden auch die Abschlussprüfungen statt. Während die technischen Berufsanfänger eine komplexe Aufgabenstellung vorfinden, müssen die angehenden Kaufleute für sich selbst eine Fachaufgabe vorschlagen, über deren Zulassung entscheidet die IHK.

„Was dann kommt, ist ein hartes Training”, weiß Adi Peters. Eine zeitgemäße Präsentation von rund einer Viertelstunde Dauer wird von den Probanden erwartet, „was schon die Qualität einer Diplom-Arbeit hat”, schildert der Personalleiter. „Danach kommt der mündliche Teil, die etwa gleich lange Befragung.”

Das verlangt in der Tat Motivation, anerkennen auch die Ausbilder. Aber das „prozessbezogene Arbeiten ist eben sehr nachhaltig”, weiß Björn Schlun. Auch im technischen Einsatz. Was macht den Reiz einer solchen Lehrzeit, eines solchen Berufs aus? Adi Peters hat es von den jungen Menschen immer wieder gehört: „Zu sehen, was man geschaffen hat!”
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