In der SPD wächst die Sehnsucht nach „GK”

Von: Stefan Schaum
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In der SPD wächst die Sehnsucht nach „GK”. Foto: Imago

Geilenkirchen. Letztlich ist es wohl eine reine Herzensangelegenheit, ein pures Ding der Nostalgie. Schließlich ändert sich ja am Auto nichts, bloß weil statt „HS” wieder „GK” auf dem Nummernschild stehen könnte. „Es geht hier ganz klar ums Gefühl”, sagt Horst-Eberhard Hoffmann. Er träumt ihn derzeit öfters, den Traum vom alten Schild und vom neuen Wir-Gefühl.

Als Vorsitzender der Geilenkirchener SPD-Fraktion will er nicht nur die Genossen von der Idee überzeugen, die beiden Buchstaben wieder zurückzuholen, die 1972 verschwanden. Damals, als der Kreissitz von Geilenkirchen nach Heinsberg wechselte „und das ganze Elend begann. Das war der Beginn vom Niedergang”.

Er sagt es und schmunzelt dabei. Denn so ganz ernst meint er es natürlich nicht, wenn er sagt, dass „der Geilenkirchener an sich eigentlich gar nix mit dem Heinsberger am Hut hat”. Eine innige Beziehung scheinen die beiden tatsächlich nicht zu pflegen. „Der Umzug der Verwaltung hat der Stadt schon wehgetan”, sagt Hoffmann.

Wer damals das Amt besucht habe, der sei danach oft ein wenig durch die Stadt gebummelt. Solche „Laufkundschaft” fehle seitdem. Die kommt freilich auch dann nicht zurück, wenn das „GK” ein Comeback erlebt, „doch es wäre ganz gut, mal ein wenig Lokalpatriotismus auf dem Nummernschild zu demonstrieren”.

Vielleicht geht das sogar recht schnell, denn womöglich bringt die SPD das Thema bereits am 24. Oktober auf die Tagesordnung der Stadtratsitzung.

Der Bundesrat hatte Ende September die Weichen für die Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen gestellt. Hoffmann: „Man muss da natürlich noch prüfen, wie groß der bürokratische Aufwand ist, ob und welche Kosten da auf eine Kommune zukommen.” Er selbst sei bereit, für ein neues Schild in die Tasche zu greifen.

„Das ist mir ein paar Euro wert”, sagt er, der in Gesprächen mit vielen Geilenkirchenern erfahren habe: die denken da ganz ähnlich. Dabei stammt Hoffmann selbst nicht mal aus der Region. Der Mann ist Braunschweiger. Mit Leib und Seele, wie er sagt. „Aber ich lebe jetzt schließlich hier und will mich deshalb auch nach außen möglichst stark mit der Stadt identifizieren.”

So ein „GK” habe immer sein Gutes, findet er. „Man kann die Heinsberger damit bestimmt ganz prima ärgern...”

Hin und wieder kann man alte GK-Kennzeichen noch auf der Straße sehen. Oder eher: auf dem Feld, denn vor allem Traktoren sind des öfteren damit unterwegs.

Von den 243 GK-Nummernschildern, die beim Straßenverkehrsamt derzeit registriert sind, hängen 127 an Traktoren. Weitere 72 finden sich an Anhängern. An Pkw sind sie zur echten Seltenheit geworden, da gibt es bloß noch 16 Exemplare. Kleinste Gruppe mit „GK”: Die Motorräder. Zehn Zweiradfans pflegen noch per Nummernschild die Nostalgie.

Im Gegensatz zu Jülich, wo täglich zehn und mehr Anfragen zum alten „JÜL-”Kennzeichen eingehen, ist das Thema im Heinsberger Straßenverkehrsamt allerdings kein großes. „Es gab ein paar Nachfragen”, sagt Helmut Görtz, Leiter der Zulassungsstelle, „doch das Interesse scheint mir verschwindend gering zu sein.”

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