In der Nacht wurde der Wasserstand kritisch

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Die Wurm wurde zum reißenden Fluss und schwappte in Höhe der Kornmühle bedrohlich gegen die Unterkante der Brücke.

<b>Geilenkirchen / Übach-Palenberg / Gangelt.</b> Keine Atempause für die Geilenkirchener Feuerwehr: Der stundenlange Starkregen sorgte für fast 100 Einsätze der Löscheinheiten, in Übach-Palenberg waren es 15, die Gangelter Wehren mussten gar nicht ausrücken. Kreisweit fuhren die Wehren von Freitagabend bis Sonntagmittag 127 Einsätze.

Schwerpunkt des Unwetters war Geilenkirchen: Keller und ganze Straßenzüge wurden überflutet, kleine Rinnsale entwickelten sich zu Flüssen, die innerhalb kurzer Zeit ganze Landstriche unter Wasser setzten. Sämtliche Löscheinheiten der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen waren zeitweise mit über 100 Feuerwehrangehörigen im Einsatz.

Sämtliche Mitarbeiter im Einsatz

Hektische Betriebsamkeit herrschte am Bauhof der Stadt Geilenkirchen. Sämtliche Mitarbeiter waren mit allen erdenklichen Gerätschaften im Einsatz, viele Männer befüllten Sandsäcke. Dabei wurden sie unterstützt von Feuerwehrleuten aus dem ganzen Stadtgebiet. Bis zum späten Nachmittag waren fast 2500 Säcke mit Sand befüllt.

Brenzlige Situationen

Mit einem Großteil dieser Sandsäcke wurden das Geilenkirchener Krankenhaus, das Altenheim Burg Trips und Gut Kleinsiersdorf von der Wurmseite her geschützt. Neben der Unteren Wasserbehörde des Kreises Heinsberg und dem Geilenkirchener Ordnungsamt war der Wasserverband Eifel Rur aktiv. Die Männer des WVER sperrten die Fahrradwege entlang der Wurm. Am Samstagabend und in der Nacht spitzte sich die Lage weiter zu. In Höhe der Kornmühle hatte gegen 22 Uhr der Wasserpegel der Wurm die magische Marke von 1,90 Meter überschritten. Zu dieser Zeit sperrte der Landschaftsverband erneut die L 42 zwischen Süggerath und Kogenbroich.

Dramatisch wurde es am frühen Sonntagmorgen gegen 1 Uhr am Altenheim Burg Trips. Der Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, Alfons Nickels, und sein Führungsstab hatten schon einen Evakuierungsplan für die Bewohner ausgearbeitet, 62 Mitarbeiter wurden noch in der Nacht über Handy zu Hause in Bereitschaft gesetzt. Doch der Eigentümer der Burg, Franz Davids, setzte kurzfristig einen Bagger ein und erweiterte den Abfluss vom Schlossteich mit einem Durchbruch zu den darunter liegenden Freiflächen. Dadurch konnte das sich stauende Wasser erheblich besser abfließen und verhinderte in letzter Sekunde die nächtliche Evakuierung der Bewohner.
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