In den Mordpausen gab es Cola und ein Nachtmahl

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die beiden 58 und 33 Jahre alten Männer, die im Waschstraßenmord angeklagt sind.

Aachen/Übach-Palenberg. Ein entsetztes Stöhnen ging am Dienstag durch die vollbesetzten Reihen des Aachener Schwurgerichtssaals, das Publikum schüttelte sich angesichts zum Himmel schreiender Brutalität.

Denn en Detail beschrieb eine Kripobeamtin, wie der Angeklagte Ronny B. (33) nach seiner Verhaftung als Hauptverdächtiger im Waschstraßenmordfall minutiös die Tötung des 62-jährigen Besitzers gestand.

„Er benutzte sogar zum Teil unsere Polizeisprache”, meinte die Beamtin, Erstaunen war ihr anzumerken. Der Lkw-Fahrer ist gemeinsam mit dem Betreiber des neben dem Übach-Palenberger „Waschparadies” gelegenen Bistros wegen heimtückischen Mordes angeklagt, der Ältere der beiden, der 58-jährige Khalil H., bestreitet die Tat. Angestiftet zum Mord habe sie die Ehefrau des Opfers, hatte B. gestanden, sie soll beiden 20.000 Euro versprochen haben und ist gegenwärtig in Serbien untergetaucht.

Die Polizistin: „Auf die Frage, warum er das getan habe, antwortete der Verdächtige: Es war das Geld.” Natürlich habe er seinem Freund, dem Bistro-Besitzer, helfen wollen, auch er brauchte Kohle, denn der Kneipier plante einen Swingerclub im Gewerbegebiet. „Der Verdächtige berichtete”, so die Polizistin weiter, „wie er nach 22 Uhr als erster in die Wohnräume des J. schlich.” Dann schlug er mit einer Brechstange zu, von hinten, doch das Opfer wehrte sich heftig, Bistro-Besitzer H. kam zu Hilfe.

Dieser habe dann die Brechstange über den Hinterkopf des Opfers gezogen, es war „ein sehr lautes Knackgeräusch der Schädelknochen” zu vernehmen, der Mann habe am Boden dann „laute Schnarchgeräusche” von sich gegeben. Um ihn endgültig „still” zu bekommen, schlug Ronny B. später weiter zu, teilte die letzten tödlichen Schläge aus. In der Zwischenzeit hatten beide im Bistro Pause gemacht, der Besitzer ein Essen in der Küche geordert, der andere eine Cola getrunken.

Sie verhielten sich dort gänzlich normal, so unauffällig waren sie in den Mordpausen, dass die beiden jungen Kellnerinnen (17/19) rein nichts mitbekamen. Nur die Jüngere hatte bemerkt, wie ihr Chef aus Richtung Waschstraße zurück ins eigene Bistrolager kam - sie dachte sich nichts dabei.
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