In Birgden gesucht: Der schönste Wagen von allen

Von: Markus Bienwald
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Mit dem Festival soll die liebevolle Detailarbeit gewürdigt werden, die die Wagenbauer in ihre Gefährte stecken. Eines von vielen guten Beispielen aus dem vergangenen Jahr ist sicherlich diese Dampflok, mit der die „Scherwaurerer Heggeströöper“ auf Reisen gingen. Foto: agsb
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Ordentlicher Wagenbau verlangt auch nach einer standesgemäßen Taufe, dafür hat die Karnevalsgruppe Birgden schon vorgesorgt. Der Wagen hingegen soll noch nicht zu früh zu erkennen sein. Foto: Bienwald

Gangelt. Wenn von Karneval die Rede ist, dann meinen viele Menschen natürlich den jecken Endspurt der fünften Jahreszeit, also die Tage von Fettdonnerstag bis Veilchendienstag. Und so lange am Aschermittwoch wieder ein wenig Ruhe einkehren kann, dürfen die Partys und Feste in den Zelten und auf der Straße ruhig umso größer ausfallen.

Wie sich beides bestens kombinieren lässt, das macht in diesem Jahr die Karnevalsgesellschaft (KG) „Berder Flobbe“ aus dem Gangelter Ortsteil Birgden vor. Sie bieten erstmals ihr Wagenbaufestival an, das am Altweiberabend von 18 bis 21 Uhr am Birgdener Festzelt nur für die Prämierung der schönsten Karnevalswagen im Kreis Heinsberg gedacht ist.

„Jeder Wagenbauer weiß, dass monatelange Arbeit in solch einem Wagen steckt“, sagt Claudia Kettler von den Berder Flobbe. Egal ist, ob es sich um Prinzen-, KG- oder Gruppenwagen handelt. Wichtig ist nur, dass der Wagen an einem Karnevalszug teilnimmt.

Nur ein Karnevalszug? Darüber können die Jungs und Mädels von einer losen Karnevalsgruppe aus Birgden, die sich am Festival beteiligen will, nur lächeln. Sie haben sich in diesem Jahr ein wirklich strammes Programm einfallen lassen für ihren neuen Wagen.

„Beim Wagenbaufestival in Birgden geht es los“, erzählt Max Schuhwirth, dann folgen tägliche Einsätze in Hastenrath, Langbroich, am Sonntag bei gleich drei Zügen in Hoengen, Haaren und Bocket sowie am Montag in Kirchhoven und Birgden und natürlich zum strahlenden Abschluss noch der Veilchendienstagszug in Waldenrath.

„Es macht einfach Spaß“

Warum nun das Ganze? Darauf weiß die rund zehnköpfige Truppe, die sich von Jahr zu Jahr um einen „harten Kern“ neu formiert hat, auch eine Antwort. „Es macht einfach Spaß“, so Jonas Hagen. Zwischen 18 und 32 Jahren sind die Gruppenmitglieder, diejenigen die bauen, sind naturgemäß in der Unterzahl, dafür haben sie aber schon Wochen und teils Monate vor der „heißen“ Karnevalsphase ihren Spaß.

„Wir beginnen immer zeitig“, sagt Max, in diesem Jahr war es wegen der sehr kurzen Session so, dass die Zeit zwischen Weihnachten bis nach Neujahr täglich genutzt wurde, um den Wagen zu gestalten. Zu viele Details wollen die Jungs noch nicht verraten, nur so viel: es wird ein Schiff. Wer sich an Deck tummelt, bleibt noch geheim, nur die Eckdaten verheißen einen wirklich gewaltigen Wagen.

Bei 14 Metern Länge, einem klappbaren Mast mit sieben Metern Höhe, Materialkosten von gut 5000 Euro und unschätzbar vielen Arbeitsstunden kann man sich leicht ein Bild von den Dimensionen machen, in denen in Birgden gedacht wird.

Improvisationstalent

Ob da jede Kurve der vielen avisierten Zugteilnahmen auch reibungslos klappt, überlassen die Zugprofis, die in diesem Jahr schon mindestens das neunte Mal dabei sind, im Zweifelsfall ihrem Improvisationstalent. Was feststeht, ist aber die Verpflegung an Bord: Denn in der Kombüse des Schiffs wird es wohl meistens eine kalte Bierschale geben, das steht fest.

„Wir haben gut eingekauft“, meint Max nur vielsagend, wer mehr wissen will, schaut sich das Foto an oder fragt Max und Andy Schuhwirth, Annika Putzker, Jonas Hagen, Michael Schmitz, Peter Wienen, Chris Ditter, Domenic Krenzke, René Gradissen, Christian Meeßen, Daniel Epp, Simon Peters oder Niklas Nolten, die alle zum „harten Kern“ gehören.

Ob die Gruppe mit ihrem Riesenwagen am Ende beim Wagenbaufestival auf dem Treppchen stehen wird, muss sich noch zeigen. Klar ist aber, dass die gute, eigene Musikanlage bei dieser Gelegenheit auch mal Stille verbreiten darf. Denn beim Festival wird die Gruppe wie auch die anderen Teilnehmer mit externer Beschallung und Moderation vorgestellt. „Es sollen auch keine Kamelle geworfen werden, denn es geht um den Wagen und die Gruppe“, schließt Claudia Kettler.

Anmelden können sich Interessierte noch bis einschließlich Donnerstag, 21. Januar, per Telefon unter Telefon 02454/93 84 50 oder per Mail an kgberderflobbe1947@web.de.

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