Immer weniger sammeln für den Frieden

Von: Georg Schmitz
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Bei der Auftaktveranstaltung zur Haus- und Straßensammlung der Kriegsgräberfürsorge machten sich MWO Bob Hurley, Thomas Fiedler, Josef Nießen, Oberstleutnant Jörg Baumanns, Martin Gadow, Oberst i.G. Jürgen Buchholz und Major Renee Forcier (v.l.) mit der Sammelbüchse auf den Weg. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Einige Menschen waren erstaunt, andere zückten sofort das Portemonnaie, als Bürgermeister Thomas Fiedler ihnen am Freitag seine Sammelbüchse entgegenhielt.

Fiedler war im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Marktplatz unterwegs und gab zusammen mit VDK-Kreisgeschäftsführer Josef Nießen und Vertretern der militärischen Einrichtungen den Startschuss für die kreisweite Haus- und Straßensammlung.

Die jüngeren Menschen in der Innenstadt hatten nicht unbedingt einen Bezug zum VDK, dessen Aufgabe in der Erfassung, Erhaltung und Pflege von Gräbern deutscher Kriegstoter aus den beiden Weltkriegen in ganz Europa und Nordafrika besteht. Dagegen gaben die älteren Bürger oftmals bereitwillig ein paar Euro für den guten Zweck.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist eine humanitäre Organisation. Er betreut in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berät öffentliche und private Stellen, er unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.

Der 1919 gegründete Volksbund hat heute rund 500.000 aktive Mitglieder und Spender sowie eine Million Gelegenheitsspender. Mit ihren Beiträgen und Spenden sowie den Erträgen aus der Haus- und Straßensammlung finanziert der VDK zu fast 80 Prozent seine Arbeit, den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder.

VDK-Bezirksgeschäftsführer Martin Gadow nannte beeindruckende Zahlen: „In der Obhut des Volksbundes befinden sich heute 827 Kriegsgräberstätten mit 2,3 Millionen Kriegstoten in 45 Staaten.” Mehr als 9000 ehrenamtliche und 553 hauptamtliche Mitarbeiter erfüllten die vielfältigen Aufgaben der Organisation. Der Finanzbedarf liege jedes Jahr bei rund 40 Millionen Euro, 2009 habe er sogar bei 42 Millionen gelegen.

Der VDK-Bezirksverband Köln-Aachen, dessen Geschäftsführer Gadow ist, beinhaltet elf Kreisverbände mit dem jeweiligen Landrat als Vorsitzenden. „Wir wollen 4,3 Millionen Menschen in unserem Bezirksverband mit den Anliegen des VDK konfrontieren”, sagte Gadow bei der zentralen Auftaktveranstaltung für den Kreis Heinsberg in Geilenkirchen.

„Unser wichtigster Unterstützer ist die Bundeswehr”, so Gadow, der dann berichtete, dass die Soldaten jährlich alleine 100 Arbeitseinsätze auf Kriegsgräberstätten im Ausland leisteten. Auch würden die Bundeswehr sowie die Reservistenkameradschaften bei Sammlungen und Gedenkveranstaltungen Personal stellen. In Geilenkirchen unterstützen auch die in der Selfkantkaserne stationierten kanadischen Streitkräfte die Sammlung.

Immer weniger Soldaten

Die Sammlung war das Stichwort für Oberst i.G. Jürgen Buchholz vom ZVBw, der zunehmend Probleme sieht, Freiwillige zu finden, die sammeln gehen. „Sowohl der Nato-Verband wie das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr wird kleiner werden. So werden immer weniger Soldaten zum Sammeln zur Verfügung stehen”, sagte Buchholz. Er werde versuchen, an die Schulen heran zu treten, um Schüler für die Belange der Kriegsgräberfürsorge zu gewinnen.

Darin sahen auch Thomas Fiedler und Josef Nießen eine Chance, die Arbeit des Volksbundes für die Zukunft zu sichern. „Arbeit für den Frieden”, lautet der Slogan des VDK. Der Erlös aus der Haus- und Straßensammlung 2010 wird für den Ausbau der Jugendbegegnungsstätte in Ysselsteyn/Niederlande und für weitere Projekte in Frankreich, Lettland und Tschechien verwendet.
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