Im Verbund für Lebensqualität

Von: Wilfried Rhein
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Attraktiv gestaltet ist der mit dem Freibad in Gangelt gemeinsame Vorplatz (Bild) des neuen Infocenters, was der dortigen Gastronomie zugute kommt. Gleich nebenan liegen Kahnweiher und Wohnmobil-Hof.

Gangelt/Selfkant/Waldfeucht. Das Ziel ist hoch gesteckt: „Durch Gemeinde übergreifende Projekte sollen die Lebensqualität in der Region dauerhaft gesichert und verbessert, die regionale Kunst und Kultur gefördert sowie die Region als touristisches Ziel weiterentwickelt werden.” Weil dabei thematisch auch Staatsgrenzen überwunden werden, haben solche Projekte klassischen europäischen Charakter.

Was sich bei der Finanzierung bemerkbar macht. Aber auch im Wunsch der Betreiber, öffentliche Gelder nicht ausschließlich von Planern platzieren zu lassen, sondern die Bürger der angesprochenen Region an der Gestaltung mitwirken zu lassen. Johannes von Helden, Bürgermeister von Waldfeucht, bringt das auf einen kurzen Nenner: „Die Menschen entwickeln, die Politik setzt um.”

Was unter dieser Rubrik machbar sein kann, interessierte jetzt auch den Kölner Regierungspräsidenten (RP), Hans Peter Lindlar. Mit Johannes von Helden hatten dessen Amtskollegen Herbert Corsten (Selfkant) und Bernhard Tholen (Gangelt) den RP um Unterstützung gebeten, aus Fördermitteln der Europäischen Union (InterregIV) weiter unterstützt zu werden. In dieser Runde kam beim Besuch im neuen Gangelter Infocenter auch eine Bilanz dessen auf den Tisch, was mit bislang gewährten Summen aus dem Euregionale-Programm geschaffen worden war.

„Eine beeindruckende Entwicklung”, nannte Hans Peter Lindlar den Vergleich zwischen der Situation bei seinem Besuch vor rund einem Jahr und der aktuellen Erscheinung der Anlage zwischen Freibad und Kahnweiher. Aus dem Förderkapital sind rund 400.000 Euro in den Bau des Infocenters geflossen, 200.000 in dessen Einrichtung mit einladender Gastronomie, 300.000 in den großzügigen Vorplatz und etwa 350.000 in den Stellplatz für Wohnmobile. Sechs Dauer- und etliche Zeitarbeitsplätze sind daraus entstanden.

Der Regierungspräsident nannte das „ein überzeugendes Ergebnis” der Euregionalen. Wenn sich nun die drei deutschen Gemeinden, zusammengeschlossen in der „Leader”-Region (Leader aus dem französischen Kunstwort übersetzt: „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft”) „Der Selfkant,” darüber hinaus mit Echt-Susteren (NL) und Maaseik (B) als „Euromosa” als Einheit präsentieren, gebe es die Chance des „Ineinandergreifens von Fördertöpfen”, woran auch das Land NRW beteiligt ist. Sich dafür - auch über die Regio Aachen - einzusetzen, versprach der Gast aus Köln.

Bürgergruppen beteiligen

Schon jetzt stehen für das „Leader”-Programm bis ins Jahr 2013 rund 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. „Damit werden aber keine Infrastrukturen geschaffen”, betont Regioalmanagerin Nadejda Pondeva, „hier geht es um eine integrierte ländliche Entwicklung.” Im Kern um die Stärkung der Lebensqualität, sagt Bernhard Tholen, an der alle gesellschaftlichen Gruppen beteiligt wären. Beispielsweise über den Verein „Lokale Aktionsgruppe” (LAG), dessen Vorsitzender der Gangelter Bürgermeister ist.

Ideen und Absprachen

Nun geht es um weitere 2 bis 2,5 Millionen Euro, mit denen das Euromosa-Projekt intensiviert werden soll. „Ein sehr ambitioniertes Unterfangen”, bewertet Bürgermeister Herbert Corsten. Darin geht es zunächst um eine Ideensammlung und Absprachen der realen Förderwürdigkeit aus den öffentlichen Händen für das rund 400 Quadratkilometer große Gebiet mit etwa 90.000 Einwohnern.

„Dabei soll niemand benachteiligt werden”, versichert Johannes von Helden. Er baut auf seine Erfahrung sehr guter Beziehungen zu den Nachbarn in Belgien und den Niederlanden. „Hier hat die Mundartsprache sogar eine gemeinsame Basis.”

Die wirklichen großen Themen aber sind für die fünf Gemeinden, unter anderen, Touristik, Umwelt, Arbeitsmarkt. „Dafür”, sagt Bernhard Tholen, „sind wir verlässliche Partner, die Nachhaltigkeit bewiesen haben.” Sich als Region darzustellen, das sei das eigentliche Ziel.
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