Im „Parlament” der Ärzteschaft

Von: g.s.
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Umgeben von einem freundlichen Team aus Arzthelferinnen nimmt Leonora Pauli als 50.000 Patientin Blumen und Sekt von Dr. Manfred Weisweiler (l.) und Dr. Michael Schneiders (r.) entgegen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Seit 2005 ist Dr. Manfred Weisweiler aus Geilenkirchen erster Vorsitzender des Berufsverbands der Niedergelassenen Chirurgen Nordrhein (ANC). Mit seiner Wiederwahl schenkte ihm die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein vor kurzem erneut ihr Vertrauen.

Das 50-köpfige so genannte Ärzteparlament ist der Aufsichtsrat der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die alleine im Jahr 2009 rund 3,2 Milliarden Euro umsetzte. Dr. Manfred Weisweiler ist dort Mitglied in wichtigen Ausschüssen der fachärztlichen Versorgung und der Qualitätssicherung für ambulante Chirurgen in Nordrhein.

Große Repräsentanz

Die Vertreterversammlung repräsentiert alle Mitglieder der KV Nordrhein und kann mit einem Parlament durchaus verglichen werden. Das Gremium besteht aus 50 Mitgliedern, davon 19 Hausärzte, 22 Fachärzte, fünf Psychotherapeuten und vier „ermächtigte Klinikärzte”; Letztere untersuchen Patienten, übermitteln Befunde und geben Stellungnahmen ab. Wahlen finden alle sechs Jahre statt, diesmal wählten insgesamt 15155 Ärzte diesen „Aufsichtsrat der KV”.

Andauerndes Problem

„Mit großer Sorge erfüllt uns die faktische Zahlungsunfähigkeit der KV und der Kassen für die ambulante Regelversorgung”, skizziert Manfred Weisweiler ein über Jahre andauerndes Problem. Seit 2009 seien die ärztlichen Leistungen in eine schon zu diesem Zeitpunkt zu niedrige Pauschale gesperrt worden, die dann im weiteren Verlauf zusammengebrochen sei.

„Politik, Kassen und KV haben entschieden, dass ein chirurgischer Kassenpatient für rund 26 Euro pro Quartal versorgt werden soll”, so Dr. Weisweiler. Darin enthalten seien Röntgenaufnahmen, Gipsverbände, Wundbehandlung und -versorgung, inklusive kleiner Operationen und diagnostischer Maßnahmen wie Darmspiegelung. Das seien nicht einmal neun Euro, die der Arzt für drei Monate für einen Patienten erhalte.

„Eigentlich ist jedem Menschen klar, dass dies noch nicht einmal in einem Entwicklungsland reichen würde”, sagt der Geilenkirchener Chirurg und mahnt: „In Deutschland, einem der reichsten Länder der Erde, kann ein Kind mit gebrochenem Arm derzeit nur versorgt werden, wenn der Arzt diese Versorgung selbst finanziert.”

Im Jahr 1994 gründete Dr. Manfred Weisweiler zusammen mit Dr. Michael Simons ein Ambulantes Operations-Zentrum an der Herzog-Wilhelm-Straße in Geilenkirchen. Nach Eröffnung des Ambulanten Medizinischen Zentrums Geilenkirchen bezogen die Mediziner Simons (Chirurgie, Unfallchirurgie, Sportmedizin, Chirotherapie) und Weisweiler (Chirurgie, Unfallchirurgie, Chirotherapie) zusammen mit Dr. Michael Schneiders (Plastische und Ästhetische Chirurgie) die rund 450 Quadratmeter umfassende gemeinsame Praxis im AMZ an der Vogteistraße. Und ein wenig Stolz schwang mit, als das Ärzteteam jetzt mit Leonora Pauli aus Selfkant bereits die 50.000 Patientin begrüßen konnte.
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