Gangelt - Im Gangelter Haushalt wird „exzellente Arbeit sichtbar“

Im Gangelter Haushalt wird „exzellente Arbeit sichtbar“

Von: Dettmar Fischer
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Die Sanierung des Gesamtschulgebäudes in Gangelt macht mit 3,1 Millionen Euro einen wesentlichen Anteil aus an den Investitionen der Gemeinde Gangelt in 2018. Foto: Dettmar Fischer

Gangelt. „Wir finden einen ‚fiktiv‘ ausgeglichenen Haushalt vor und hoffen, dass wir am Ende des Jahres das Wort ‚fiktiv‘ wieder streichen können.“ Mit dieser Einschätzung der finanziellen Lage der Gemeinde Gangelt dürfte der Fraktionsvorsitzende der Gangelter CDU, Karl-Heinz Milthaler, wohl nicht ganz daneben liegen.

Plant Kämmerer Gerd Dahlmanns das kommende Jahr doch stets eher defensiv, spielt lieber aus einer sicheren Verteidigung heraus, als die Bälle wild nach vorne zu schießen.

Zwar steht im Haushaltsplan der Gemeinde Gangelt für 2018 dem Gesamtbetrag der Erträge von knapp 24 Millionen Euro ein Gesamtbetrag der Aufwendungen von knapp 25 Millionen Euro gegenüber, doch ist in den vergangenen Jahren ein Jahresüberschuss aufgebaut worden, aus dem der Fehlbetrag in Höhe von 994.000 Euro gedeckt werden kann. Bei solider Haushaltsführung im kommenden Jahr könnte die Hoffnung des CDU-Fraktionsvorsitzenden auch in diesem Jahr wieder in Erfüllung gehen und sich Aufwendungen und Erträge Ende 2018 in der Waage befinden.

Einstimmig wurde denn auch die Haushaltssatzung 2018 der Gemeinde Gangelt verabschiedet. Die Haushaltsreden der vier Fraktionssprecher zollten Kämmerer, Verwaltung und Bürgermeister fast durchweg Lob. Karl-Heinz Milthaler sagte zum angestrebten Haushaltsausgleich 2018: „Dass dies in diesem Jahr bei einem Investitionsvolumen in Höhe von fast sieben Millionen Euro eine große Herausforderung ist, muss jedem klar sein.“

Milthaler verwies in diesem Zusammenhang auf die Sanierung des Gesamtschulgebäudes und die Erweiterung und Schaffung neuer Kindergartenplätze.

Rainer Mansel sprach für die SPD-Fraktion. Er hatte keine Rede vorbereitet, um die anwesenden Zuhörer, die wegen der Verleihung des Ehrenamtspreises gekommen waren, nicht zu langweilen. Mansel zog eine knappe Bilanz: „Es gibt keine echten Kritikpunkte am Haushalt. Der Haushalt ist prima.“ Rainer Mansel übte lediglich Kritik in Bezug auf die Instandsetzung bestimmter Radwege, die sich in einer Tourismusgemeinde nicht acht Monate lang hinziehen dürfe. Die jungen Zuhörer im Ratssaal forderte er auf, sich in die Kommunalpolitik einzumischen: „Kommt mit dazu.“

Roger Schröder kritisierte im Namen der UB Gangelt, dass „die schwarze Null bei der Haushaltsplanung weiterhin ein Fernziel“ bleibe. Angesichts des Planverlustes in Jubelstimmung zu verfallen und von „guten Zahlen“ zu sprechen, vermöge er nicht.

Anders sehe es hingegen bei den tatsächlichen Jahresabschlüssen aus. Bis auf zwei Ausnahmen sei in den Jahren 2009 bis 2016 durchaus mit einer schwarzen Null abgeschlossen worden. Schröder: „Die tatsächlich erzielten Jahresergebnisse versetzen mich daher eher in Jubelstimmung und zeigen, dass in den vergangenen Jahren in der Gemeinde Gangelt eine solide Haushaltswirtschaft betrieben worden ist.“ Erfreulich sei für den Bürger, so Roger Schröder, dass 2018 Steuer- und Gebührenerhöhungen nicht erforderlich seien.

Ingrid Heim von der Grün-Liberalen Fraktion lobte in ihrer Haushaltsrede, dass im Zahlenwerk des Haushalts „exzellente Arbeit sichtbar wird“. Ihre Fraktion habe Vertrauen in die Professionalität und Integrität des Kämmerers Gerd Dahlmanns ohne Wenn und Aber. Heim weiter: „Streitkultur zeichnet sich meiner Meinung nach auch dadurch aus, wie eine Mehrheit mit Minderheiten umgeht.“

Als positives Beispiel für den Umgang miteinander nannte Ingrid Heim die Behandlung eines Antrags zur Entwicklung eines Tourismuskonzeptes ihrer Fraktion durch den Ausschussvorsitzenden Dr. Heiner Breickmann. Ihre Fraktion setze „auf ein sachbezogenes Miteinander, ohne dass die Fetzen fliegen.“

Helga Heinen wertete in ihrer Haushaltsrede für die Freien Wähler die von der Familie Conzen geplante Seniorenresidenz vor der denkmalgeschützten Stadtmauer als wichtigstes Thema des Jahres. Sie verwies auf das Klinkenputzen ihrer Fraktion, um den Willen der Bürger zu diesem Thema zu erkunden und mehr als 1000 gesammelte Unterschriften gegen den Bau der Residenz an dieser Stelle.

Heinen: „Der Vorwurf von Herrn Milthaler, die Bürger damit unter Druck gesetzt zu haben, ist mehr als lächerlich!“ Heinen weiter: „Insgesamt haben die Freien Wähler und mit ihnen viele Bürger immer noch das Gefühl, dass eine Oligarchie, Regierung weniger, die Politik in der Gemeinde Gangelt bestimmt.“

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