Im „Backes” glüht wieder der Stein

Von: g.s.
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Frisches Brot aus dem Steinofe
Frisches Brot aus dem Steinofen und verschiedene Fladensorten lockten beim Backesfest der „IG Historisches Backhaus” viele Menschen nach Gillrath. Das appetitliche Thema macht an keiner Generationengrenze halt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Gillrath. Und wieder einmal rief das „Backes”. Das Angebot nahmen zahlreiche Gäste gerne an. Die Gillrather und ihre Nachbarn durften sich wieder auf frische Backwaren und Leckereien aus dem 2003 nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten in Betrieb genommenen Backhaus freuen.

Nach 50 Jahren Abstinenz aufgrund eines damals desolaten Zustandes des über hundert Jahre alten Backes wurde vor neun Jahren ein dörfliches Kleinod wieder reaktiviert und für die kommenden Generationen bewahrt. Brot, „Fla” und „Taat” holte der Bäcker vor der Neueröffnung zum damals letzten Mal im Jahr 1950 aus dem großen Ofen, bevor das Backen eingestellt wurde.

Familien-Interesse

Letztendlich ist es dem Einsatz einiger Gillrather zu verdanken, dass das Backhaus in neuem Glanz erstrahlt. Die „Interessengemeinschaft Historisches Backhaus” betreibt jetzt das Backes und ist besonders der Familie von Maria und Alarich Wolf, die als Besitzer des Anwesens am Schleifweg Grund und Boden zur Verfügung stellten, zu danken, denn ohne sie wäre eine Reaktivierung nicht möglich gewesen.

Den Grundstein für die Sanierung der vom totalen Verfall bedrohten Backhaus-Ruine hatten Alarich Wolf und Hans Nolden bereits 1982 mit der Instandsetzung des Dachstuhles gelegt.

Das Team vom Ofen

Damit war wenigstens das Innere des Backhauses vor Regen geschützt. Das Instandsetzungsteam mit den beiden Vorgenannten sowie Gerion Wolf, Leo Pennartz, Alfred Teeuwen, Karl Wolf und Karl-Heinz Abels legte unter großem Zeitaufwand rund 18 Monate lang Hand an, und schon nahm das Backhaus wieder Gestalt an.

Selbst der schwierigste Teil zur Wiederherstellung des Ofens konnte gemeistert werden.

Die in mühsamer Kleinarbeit erfolgte Wiederherstellung des schmucken Backes hat sich gelohnt, denn seit der Eröffnung im Jahr 2003 wird in regelmäßigen Abständen der Ofen angeheizt und nach guten Rezepten gebacken. Seit der Reaktivierung veranstaltet die „Gruppe backfreudiger Menschen aus Gillrath” alle zwei Jahre ein Backesfest; jezt war es am einzigen, über hundert Jahre alten Backes in Geilenkirchen wieder soweit.

Das restaurierte Backhaus nutzt einmal im Jahr auch der Nikolaus, denn aus Anlass seines Namenstages werden hier Weckmänner hergestellt. Am Wochenende waren es Leo Pennartz und Leo Hoffmann, die sich der schweißtreibenden Arbeit widmeten. Hauptsächlich Graubrote wurde auf dem Steinofenboden zubereitet, jedes etwa 800 Gramm schwer. Hefefladen nach „Omas Zutaten” waren es am Sonntag. Die Apfel- oder Aprikosenstreuselfladen fanden guten Absatz bei den Besuchern, die natürlich alle Sorten an Fla wie auch Griebenschmalzbrot vor Ort verkosten konnten.

Neben den Männern packten auch viele Gillrather Frauen kräftig mit an. Über 200 frische Brote und Fladen wechselten an beiden Tagen den Besitzer oder wurden auch direkt im eigens aufgestellten Partyzelt verzehrt.
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