Hurra, es sind Zwillinge: Elch-Nachwuchs im Wildpark

Von: Simone Thelen
Letzte Aktualisierung:
15007400.jpg
Familienidylle: Elch-Papa Olaf bewacht seine Zwillingbabys beim Fressen. Frisches Eichenlaub steht auf dem Menü. Da kann kein Elch-Junges widerstehen. Foto: Simone Thelen

Gangelt. Och sind die süß! Überlange, schlaksige Beine, flauschiges braunes Fell und große dunkle Knopfaugen. Die Elchbabys im Wildpark Gangelt sind die absoluten Besucher-Lieblinge und Elch-Mama Jettes ganzer Stolz. Sie sind noch ein wenig schüchtern, verstecken sich gerne im hohen Gras und werden von ihrer wachsamen Mutter nicht aus den Augen gelassen.

„Wir wissen noch nicht, welches Geschlecht unsere Zwillinge haben“, sagt Tierpfleger Florian Wilde. „Die beiden sind zwar schon drei Monate alt, aber man kann das aus der Ferne erst mit rund einem Jahr erkennen.“

Nachwuchs wird verteidigt

Einen Tierarzt würde Jette auf keinen Fall an ihre Jungen heranlassen. Elchmütter sind sehr aggressiv, wenn es um die Verteidigung ihres Nachwuchses geht. Selbst Elch-Vater Olaf hält sich meistens auf Abstand. Die abwehrenden Tritte von Jette hat er nämlich schon kennengelernt.

„Es ist gar nicht mal so unüblich, dass Elche Zwillinge bekommen“, weiß Florian Wilde aus Erfahrung. Schon vor zwei Jahren hatte Jette gleich zwei Babys bekommen. „Aber die haben es leider nicht geschafft. Wahrscheinlich war es eine Infektion mit dem Betacoronavirus, der auch bei Rindern häufig vorkommt. Eine solche Erkrankung ist leider nicht behandelbar.“ In Gangelt leben zwei Elchkühe und Olaf, der Bulle.

Elchkühe sind in der Paarungszeit alle 28 Tage für nur rund 30 Stunden empfängnisbereit. Bei Jette hat es geklappt. Es dauert dann rund acht Monate, bis der Elch-Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. „Das war in einer Nacht vor Ostern“, erinnert sich Florian Wilde noch genau. „Als wir am Morgen in den Park kamen, waren die beiden auf einmal da. Wir haben uns alle unheimlich gefreut.“

Bis jetzt entwickeln sich die Elch-Zwillinge gut. Sie trinken bis zu drei Liter Muttermilch am Tag und sind aber auch schon in der Lage, festes Futter zu sich zu nehmen. „Bei Möhren und frisch geschnittenem Eichenlaub können sie kaum widerstehen“, weiß der junge Tierpfleger.

„Eigentlich sind sie recht scheu und halten sich im hinteren Teil des Geheges auf. Aber wenn es etwas Leckeres gibt, lassen sie sich mit ein wenig Glück auch einmal bis nach vorne locken.“ Auffällig bei den beiden Kälbern sei, dass eines schon deutlich größer sei als das andere. Florian Wilde: „Das kann darauf hindeuten, dass eines von beiden die stärkeren Gene abbekommen hat. Aber beide machen bislang einen vitalen und gesunden Eindruck. Ihr Fell ist nicht struppig, sie sind sauber, sie haben beide einen gesunden Appetit und laufen sehr aufgeweckt durch ihr Gehege.“

Die Gangelter Elche gehören der europäischen Art an. Von ihren Verwandten in Kanada unterscheiden sie sich im Wesentlichen durch die Form ihres Geweihs. Ihr natürlicher Lebensraum ist in Skandinavien, in Polen, in den baltischen Staaten und in Nordrussland. Sie werden bis zu drei Meter lang, erreichen eine Schulterhöhe von rund 2,30 Meter und können bis zu 800 Kilogramm wiegen.

Skeptisch gegenüber Menschen

„Streicheln kann man die Elch-Zwillinge leider nicht“, bedauert Florian Wilde. „Es sind halt noch immer wilde Tiere, und ihre Mutter bringt ihnen alles bei, was sie wissen müssen. So eben auch die Skepsis uns Menschen gegenüber. Es ist aber auch wirklich eine tolle Erfahrung, die Tiere einfach zu beobachten.“

Nach rund einem Jahr würde sich eine Elch-Mutter in freier Natur von ihrem Nachwuch lösen, spätestens, wenn sie wieder trächtig ist. Ob die Zwillinge danach weiter in Gangelt bleiben können, ist noch unklar. „Für fünf Tiere ist unser Gehege zu klein“, meint Florian Wilde. „Aber wir sind im regen Austausch mit anderen Parks.“ Bis dahin können sich die Besucher aber auf jeden Fall noch an den beiden erfreuen. Und mit etwas Glück und frischem Eichenlaub kommen die Tiere auch mal bis ganz nach vorne.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert