Humorvolle Verse in einer ernsten Welt

Von: Danielle Schippers
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Die Künstler Marius Köpf, Monika Schumacher und Rezitator Jürgen Wagner (v.l.). Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. „Alte Bücher wieder lebendig machen” will Jürgen Wagner, und zwar vor allem die von Wilhelm Busch, Eugen Roth und Heinz Erhardt. Drei völlig verschiedene Autoren, die aber auch Gemeinsamkeiten haben: großen Wortwitz und die Gabe, menschliches Verhalten zu parodieren.

Jürgen Wagner hat die Gedichte dieser drei Lyriker abwechslungsreich für einen humorvollen Nachmittag zusammengestellt. Musikalisch begleitet wurde er dabei vom professionellen Gesang Monika Schumachers und vom talentierten Marius Köpf am Piano. Sie haben thematisch passende Lieder ausgesucht und diese auf kreative und außergewöhnliche Art interpretiert.

Neben Volksweisen aus Nord- und Süddeutschland gaben sie auch eigene Ideen zum Besten, beispielsweise ein gesungenes Kochrezept aus einem Studenten-Kochbuch oder eine neue eigene Version von „Wer hat die Kokosnuss geklaut”. „Humor am Abend” war der thematische Rahmen, und diesem wurden die Künstler gänzlich gerecht. Monika Schumachers ist Kantorin in St. Gangolf in Heinsberg, Marius Köpf ist Student in Aachen und leitet mehrere Chöre.

Aus den Gedichten und kurzen Prosatexten der bekannten Autoren sprach vor allem einiges an Lebensweisheit.

Wilhelm Busch, der Ende des 19. Jahrhunderts lebte, ist heute vor allem durch seine kunstvoll illustrierten, lustigen Erzählungen wie „Max und Moritz” und „Fipps, der Affe” bekannt. Eugen Roths Popularität gründet sich auf seinen heiter-hintergründigen „Ein-Mensch”-Gedichten, die allesamt menschliche Eigenheiten beleuchten.

Der heute wohl bekannteste Künstler ist Heinz Erhardt. Sein Humor baut vor allem auf Wortspielen und -witzen auf, welche auch durch seine Filme und TV-Auftritte sehr bekannt sind. Rezitator Jürgen Wagner verstand sich auf die Interpretation von Erhardts Gedichten. Ein heiteres Publikum war garantiert bei Gedichten wie „Zeus der Göttervater”, „Die Made” oder „Der König Erl”, welche einige Zuhörer sogar mitsprechen konnten.

Der Veranstaltungsort, die Stadtbücherei Geilenkirchen, passte besonders gut zu der Lesung. Trotz des leichten Platzmangels - schon im Vorfeld waren alle Karten vergriffen - war Jürgen Wagner glücklich mit der Wahl, die Bücherei bot eine angemessene Atmosphäre für die Lyrik.

„Die Themen habe ich ganz bewusst ausgewählt”, erklärte er, „weil die Welt oft viel zu ernst ist und leider auch nicht immer friedlich.”
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