Hospiz: Lebensqualität durch Beschäftigung mit dem Tod

Von: Renate Kolodzey
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Hanno Frenken, Leiter der Franziskusheim gGmbH, und Renate Kaspar, Vorsitzende Camino, unterzeichnen den Kooperationsvertrag. Mit ihnen freuen sich Renate von Birgeln, Beisitzerin, Traude Peters, stellvertretende Vorsitzende, Gabriele Krumbach, Koordinatorin, und Kirsten von Fürstenberg, Beisitzerin (v. l. n. r.). Foto: rk

Geilenkirchen. „Die Kooperation zwischen Camino und der Franziskusheim gGmbH gibt es schon seit 2013“, schildert Renate Kaspar, Vorsitzende des ambulanten Hospizdienstes Camino, das Zustandekommen der Vereinbarung. Damals habe Hanno Frenken die Leitung der Senioreneinrichtung übernommen.

„Heute kommt nur noch die Unterschrift unter den Vertrag“, erklärt sie nun das „Tüpfelchen auf dem i“. Zu dieser Unterschrift hatten sich neben den beiden Hauptakteuren Hanno Frenken und Renate Kaspar auch die Vorstandsmitglieder Traude Peters, Renate von Birgeln und Kirsten von Fürstenberg sowie Koordinatorin Gabriele Krumbach im Büro des Vereins im St.-Elisabeth- Krankenhaus eingefunden.

Alle warteten gespannt auf den großen Moment: Mit schwungvollen Signaturen und strahlendem Lächeln besiegelten Frenken und Kaspar den Kontrakt.

„Die Ziele der Kooperation sind die gemeinsame Gewährleistung einer würdevollen Begleitung schwerstkranker und sterbender Bewohner, die Unterstützung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die Vernetzung mit anderen Akteuren der Hospiz- und Palliativ-Versorgung, beispielsweise Ärzten und Priestern“, erläutert Kaspar.

Der Hospizgedanke beinhalte, dass die Begleitung dort stattfinden solle, wo sich die Person befinde – dies sei oft in Seniorenheimen der Fall. Seit das Hospiz- und Palliativgesetz vor einem Jahr in Kraft getreten sei und diesen Gedanken gestärkt habe, arbeiteten Pflegeheime noch mehr mit ambulanten Hospizdiensten zusammen, bekräftigt die Vorsitzende.

Frenken seinerseits lässt wissen, er habe schon lange daran gedacht, den stationären Bereich mit dem ambulanten Hospizdienst zu verquicken und freue sich über die Unterstützung von Camino. „Wir als Heim können das allein nicht leisten“, gibt er zu und ergänzt: „Camino kommt von außen, ist unabhängig und eine Bereicherung für unsere Bewohner! In Zukunft wird die Grenze zwischen Seniorenheim und Hospiz sowieso schwimmend sein.“

Die enge Kooperation beziehe sich auch auf Aus- und Fortbildung sowie Veranstaltungen, verrät Frenken. Im neuen Anbau, der im Sommer 2018 fertig werde, seien auch Räumlichkeiten für Camino eingeplant. Traude Peters erwähnt diesbezüglich die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Franziskus-Akademie, unter anderem beim Philosophischen Frühstück.

„Im Franziskusheim können Angehörige ihre Verstorbenen auf Wunsch im sogenannten ‚Abschiedsraum‘ aufbahren lassen und sich dort in Ruhe verabschieden“, hebt Frenken hervor. Bald gebe es überall Einzelzimmer, dann könne dies in den Zimmern geschehen.

Kirsten von Fürstenberg hat in diesem Zusammenhang festgestellt: „Den Menschen fehlt die Zeit, zu trauern und sich damit zu befassen, weil Sterbende oft nicht in den Familien sind.“ Die Trauer käme erst später, dann könnten Angehörige beispielsweise beim „Trauerspaziergang“ in der freien Natur, den Camino seit einiger Zeit anbiete, Kraft schöpfen. Er stoße auf große Resonanz.

Neuer Kurs in 2018

Derzeit habe Camino 34 ehrenamtliche Mitarbeiter, informiert Koordinatorin Gabriele Krumbach. „Weiterer Bedarf besteht!“, betont sie. Der Aktionsradius erstrecke sich auf Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Gangelt und den Selfkant.

„Anfang nächsten Jahres findet wieder ein neuer Befähigungskurs statt“, ergänzt Renate von Birgeln, „hierfür werden ab September gerne Anmeldungen entgegen genommen!“ Wer sich mit der Thematik „Sterben“ beschäftige, empfinde mehr Lebensqualität, da man sich bewusst werde, dass das Leben endlich sei, meinen alle Beteiligten.

Auskunft über den Info-Abend im Herbst und den Kurs im Januar 2018 zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter gibt es bei Camino unter Telefon 02451/72763 oder per E-Mail: camino1996@gmx.de.

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