Gangelt-Stahe - Hort für Reliquie der seligen Katharina Kaspar hinter dem Evangelium

Hort für Reliquie der seligen Katharina Kaspar hinter dem Evangelium

Von: hama
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Schwester Vincentina Ingendahl und Stephan Bücken enthüllten bei der Messfeier in der Dreifaltigkeitskirche das Evangeliar mit der Reliquie der seligen Katharina Kaspar. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Stahe. „Das ist ein wunderbarer und heiliger Augenblick”, freute sich Pfarrer Gottfried Graaff zusammen mit den Angehörigen der katholischen Gemeinde „Heilige Dreifaltigkeit” von Stahe, Niederbusch und Hohenbusch. Eine Reliquie der seligen Katharina Kaspar hatte den Weg in die Kirche nahe dem Rodebach gefunden und wird nun in einem Evangeliar aufbewahrt.

Vor drei Jahren beging die aus Stahe stammende Ordensfrau Vincentina von den Dernbacher Schwestern - deren Gründerin Katharina Kaspar war - den 50. Jahrestag ihrer Profess, das Ordensgelübde, und hatte sich anlässlich dieser Feier in der Dreifaltigkeitskirche vorgenommen, dass derjenige der beiden Pfarrer der Weggemeinschaft, der die Messe feiern würde, diese Reliquie erhalten sollte.

Erinnerungen an Lourdes

Es war Pastor Rolf Hannig, dem dieses Glück beschieden war. Der wiederum wollte diesen religiösen Wert nicht für sich behalten, und so beriet man mit dem Kirchenvorstand das weitere Vorgehen.

In einer blumigen Predigt, gehalten von Pastor Graaff, erfuhren die Gemeindeangehörigen in der gut besuchten Kirche nicht nur, dass Pastor Hannig seinen Kollegen Graaff privat „Friedel” nennt, sondern auch, dass der Schlüsselbund von Elke Conrads Ideen gebend für die zentrale Gestaltung der Reliquien-Aufbewahrung wurde.

Den nämlich ziert eine Rose, die Elke Conrads von Schwester Vincentina bei einem Besuch im Wallfahrtsort Lourdes geschenkt wurde. Im Kirchenvorstand war man sich schnell einig, dass man keine Reliquienmonstranz oder einen klassischen Reliquienaltar haben wollte. Der einzige würdige Ort der Reliquie sollte ein Evangelienpult sein.

Die Kirche der Dreidörfergemeinschaft, die in den 1960er Jahren in die heutige Form gebracht wurde, hatte einen optischen Schwachpunkt. Links ist ein Tabernakel in einen Säulenbogen eingepasst, auf der andern Seite stand immer „ein Holzding”, wie es Pastor Graaff nannte, das überhaupt nicht zu seinem Gegenüber passen wollte.

Am Ende der Planungen bekamen Stephan und Cornel Bücken den Auftrag, das neue Evangeliar passend zum Tabernakel zu gestalten. Dass ihnen die Absicht wohl gelungen ist, zeigte nicht nur der Applaus der Kirchenbesucher. „Das Evangelium, das auf dem Pult für jedermann geöffnet liegt, ist das Wort Gottes”, beschrieb der Pfarrer.

Als Relief erwächst daraus eine Rose, die auf einem Retabel, einer Rücktafel, aus Blaustein angebracht ist. „Das stilisierte Dreieck darauf ist der Vater Gott, und aus den Händen des auferstandenen und verklärten Sohnes entströmt der Heilige Geist, den er nach seiner Himmelfahrt den Menschen geschenkt hat.”

Pastor Gottfried Graaff schlug den Bogen zu Katharina Kaspar, deren seliges Wirken ja auch bis nach Gangelt zur Gründung des Klosters 1869 reichte. Im Lauf der Jahre, hieß es weiter, seien eine ganze Reihe von jungen Mädchen dem Lebensentwurf und Charisma der Katharina Kaspar, an deren 190. Geburtstag vor kurzem erinnert wurde, gefolgt.

„Schwester Vincentina Ingendahl gehört auch dazu”, spannte der Geistliche den Bogen zu der Frau, die diese Feier erst ermöglicht hatte. Begangen wurde in dieser Messe aber nicht nur die Enthüllung und Einsegnung des neuen Evangeliars. Auch das 40. Pfarrjubiläum stand an, denn 1960 wurde Stahe von der Vikarie aus der Filialkirche Gangelt zur eigenständigen Pfarre erhoben.

Zusammen mit den Goldkommunion-Jubilaren, den Kirchenbesuchern und einer Vertretung der Dernbacher Schwestern wurde nach der kirchlichen Zeremonie im Pfarrheim gefeiert.
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