Horst Laukamp führte 35 Jahre Feldzug gegen den Müll

Von: mabie
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Der Jägerhut gehört zu seinen Markenzeichen: Horst Laukamp (5. von links) hat nach 35 Jahren als oberster Frühjahrsputzer in Scherpenseel aufgehört. Eine rund 30-köpfige Truppe sorgte mit ihm am Samstag in Scherpenseel wieder für Sauberkeit in Feld und Flur. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Traurig sah Horst Laukamp an diesem schönen Frühlingsmorgen nicht aus. Eher beschwingt, ganz in seinem Element, nahm er die „Seinen” an die Hand, sagte ihnen, was in diesem Jahr zu tun sei und verdrückte keine einzige Träne.

Dabei durfte ein wenig Wehmut am Samstagmorgen schon sein, denn schließlich führte Laukamp zum letzten Mal den Trupp an, der rund um Scherpenseel mit einem „Frühjahrsputz” in Feld und Flur auf die kommenden schönen Tage einstimmte. „Ich bin in diesem Monat 75 geworden, deswegen trete ich zurück und überlasse mein Amt Heinz König”, sagte er der versammelten Mannschaft.

Dennoch, versprach er, wird er mitmachen, „solange ich mich bücken kann”. Und dabei blitzte sein gescheiter Verstand wieder auf, die Menschen lächelten und nahmen mit Picke, Greifer und Eimer den Kampf gegen den Unrat auf.

Der erste Feldzug gegen die alltäglich gewordene Vermüllung der Landschaft liegt nun schon 35 Jahre zurück. Damals schloss die ehemalige städtische Hausmülldeponie in Scherpenseel ihre Pforten, „und der Müll wurde einfach in die Landschaft geworfen”, wie Laukamp sich im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert. Ihm war das zuwider, und er wollte was dagegen tun.

Einen Verein zur Sauberhaltung zu gründen, kam ihm dabei nicht in den Sinn, vielmehr wollte er eine lockere Gemeinschaft um sich scharen, die dem wilden Müll in und um Scherpenseel den Garaus macht. Herausgekommen seien dabei „nie unter fünf Kubikmeter”, wie der Mann mit dem Jägerhut weiß.

Im Laufe der Jahre, rechnet er flugs vor, kamen so rund 245 Kubikmeter Müll zusammen, die andere achtlos am Wegesrand und in der Scherpenseeler Heide hinterlassen haben. „Die Spitzenwerte lagen um zehn Kubikmeter”, ergänzt Laukamp, der auch an diesem Samstag wieder mit rund sieben Kubikmetern Unrat kalkuliert. Diese Menge wird auch bei der alljährlichen städtischen Putzaktion erreicht, doch im Namen der Stadt fand der „Frühjahrsputz” erst zum zehnten Mal in Folge statt.

Es ist also eine echte Tradition, die von den rund 30 Männern, Frauen und Kindern an diesem Morgen fortgeschrieben wird. Und traditionell nehmen auch wieder Vertreter der Scherpenseeler St.-Rochus-Schützenbruderschaft, des SV 09 Scherpenseel-Grotenrath und natürlich von Rat und Verwaltung teil.

Und genau da machte Horst Laukamp noch schnell einen Unterschied aus, ehe er sich mit seinem Kombi samt Hänger auf den Weg ins Unterholz machte. „Wir konnten heute den Frühjahrsputz der Stadt noch toppen”, lächelte er verschmitzt, „denn mit Altbürgermeister Paul Schmitz-Kröll und dem amtierenden Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch haben wir heute gleich zwei Bürgermeister mit dabei”.
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