Horst Grunert kandidiert zum zweiten Mal in Geilenkirchen

Von: Udo Stüßer
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Horst Grunert will Bürgermeister werden, weil er lange genug arbeitslos ist: Im Wahlkampf will der Parteilose kein „Ärmelzupfer“ sein. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Horst Grunert ist wieder da. Bereits bei der Kommunalwahl im Jahr 2009 trat er als Einzelkandidat im Kampf um den Bürgermeister-Posten an und wollte einkommensschwache Menschen mobilisieren. Das brachte ihm 1,8 Prozent der Wählerstimmen ein.

„Warum soll man es nicht ein zweites Mal versuchen? Es gibt andere Kandidaten, andere Voraussetzungen. Ich möchte in die Köpfe der Menschen bringen, dass jeder kandidieren kann. Wir müssen nicht immer die Vorgaben der Parteien abwarten“, sagt er.

Eines jedenfalls ist Horst Grunert: ehrlich! Seine Motivation zu kandidieren, beschreibt er ganz klar: „Ich möchte auf diesen Posten. Seit dem Jahr 2005 beziehe ich Arbeitslosengeld 2. Da können Sie sich ausrechnen, was ich später einmal an Rente bekomme. Das werden keine 500 Euro sein. Und das, obwohl ich seit dem 15. Lebensjahr gearbeitet habe.“

Der 1959 in Westerkappeln bei Osnabrück geborene Grunert arbeitete nach dem Besuch der Hauptschule als Laufbote im Dentalhandel, machte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, holte an der Abendschule die Mittlere Reife nach, war vier Jahre lang Zeitsoldat in Geilenkirchen und Wuppertal und begann nach seiner Bundeswehrzeit 1983 eine zahntechnische Ausbildung.

Weil die finanziellen Mittel nicht reichten, brach er die Ausbildung ab. Bei Schlafhorst arbeitete er ein Jahr als Hartlöter und war gleichzeitig nebenberuflich als Handelsvertreter im Dentalbereich tätig. Bis 2003 arbeitete Grunert im Außendienst für verschiedene Dental-Firmen.

„Ich habe 165 Top-Labore in ganz Deutschland betreut. Und als Soldat saß ich im Stab, da muss man Verantwortung übernehmen. Auch ich kenne die Verwaltung, nicht nur Christian Kravanja.“ Obwohl er mit einer Herzleistung von 43 Prozent eingeschränkt arbeitsfähig sei, ist er zuversichtlich: „Ich kann es schaffen.“ In der ARGE sei er damals als unwillig und arbeitsfaul bezeichnet worden. „Aber die Leute in der Stadt kennen mich besser. Ich habe viele neue Unterstützer. Aus allen Parteien. Der erste, der unterschrieben hat, war übrigens der ehemalige Bürgermeister Franz Beemelmanns. Darüber freue ich mich sehr.“

Als Bürgermeister, so versichert er, würde er sich für ein sehr soziales Miteinander einsetzen. „Aber ich werde immer deutlich sagen, was ich denke.“ Eines will er sicherlich nicht sein: Er will nicht so wie seine Mitbewerber ein Bürgermeister für alle sein. „Man kann es doch nicht jedem recht machen. Außerdem: Warum soll ich es jedem recht machen? Ich bin kein Ärmelzupfer“, sagt er in Anspielung auf eine Aussage Kravanjas.

Horst Grunert klebt keine Plakate, und er verteilt keine Kärtchen. „Ich drehe auch kein Filmchen wie Georg Schmitz unter dem Motto ‚Geilenkirchen soll aufwachen‘. Geilenkirchen muss nicht aufwachen, Geilenkirchen muss mutig werden. Dass man auch ohne eine Partei im Rücken kandidieren kann, habe ich schon vor sechs Jahren gezeigt.

Daraus haben auch die partelosen Kandidaten Georg Schmitz und Manfred Theves gelernt. Die Kandidaten aber, die eine Partei vertreten, vertreten nicht die Interessen der Bürger, sondern die der Partei.“ Es gehe letztendlich in der Politik um Macht. Mit Blick auf Berlin sagt Grunert: „Die SPD ist doch nur die große Koalition eingegangen, damit sie auch an den Futternapf kommt. Auch in der Kommunalpolitik geht es um Futternäpfe. Da gibt kein Stadtverordneter seinen Posten freiwillig auf.“

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