Holzpflege trennen nach Eiche und Pinie

Von: Georg Schmitz
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Täglich waren und sind die fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krefelder Restauratoren in den Fenstern der „Guten Stube der Stadt Geilenkirchen” zu sehen. Im Haus Basten laufen umfangreiche Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Der Lack war ab” am Haus Basten, und deshalb mussten an der „Guten Stube der Stadt Geilenkirchen” in den vergangenen Monaten umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Für die Gesamtmaßnahme, deren Fertigstellung für Ende des Jahres vorgesehen ist, sind rund 195.000 Euro veranschlagt.

Im Winter und Frühjahr präsentierte sich das in der jetzigen Form um 1790 errichtete Haus den Passanten eingerüstet. An gleicher Stelle stand zuvor bereits ein Gebäude, in dem eine Ölmühle betrieben wurde. Mehrfach erfuhr das Haus Basten eine Erweiterung, und mehrfach wurde es saniert. Zuletzt erfolgte eine Erneuerung des Daches in den 80er Jahren.

Unterschiedliche Epochen

Während der im November 2010 begonnenen aktuellen Arbeiten wurde der zweigeschossige Ziegelbau mit seinem an die Barockzeit erinnernden, abgewalmten Mansardendach sandgestrahlt und die durch Witterungseinflüsse und einem Erdbeben entstandenen Fugen verfüllt. Zwischenzeitlich ist die Fassadenerneuerung abgeschlossen.

„Es wurde eine Farbe aufgebracht, die unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes Bestand hat”, erklärt Andreas Eickhoff. Der Gebäudemanager der Stadt Geilenkirchen hat die Arbeiten von Anfang an begleitet. Seit vier Wochen ist Christoph Tölke aus Krefeld mit seinem Team von wechselnden Mitarbeitern mit der Restaurierung der Fenster beschäftigt. „Die Fenster am Haus Basten stammen aus unterschiedlichen Epochen”, weiß Andreas Eickhoff. Eiche, Pinie und auch Nadelhölzer sind hier verwendet worden, und das mache die Arbeiten etwas komplizierter.

Die Stadtverwaltung wollte sich für einen Austausch der Fenster gegen so genannte „historisierte” Öffnungen entschieden. „Das Amt für Denkmalschutz hat uns aber einen Strich durch die Rechnung und eine Sanierung des Bestands unter Verwendung historischer Materialien zur Auflage gemacht”, berichtet Andreas Eickhoff. Der Gebäudemanager betont aber, dass sich die Maßnahme für die Stadt dadurch nicht verteuert hat.

Christoph Tölke ist staatlich geprüfter Restaurator für Möbel und Holzobjekte und ein Meister seines Fachs. Er wohnt in einem 1461 erbauten Kloster und hat das historische Gebäude auch selber hergerichtet. „Ich bin von der Stadt Geilenkirchen gefragt worden”, antwortet Tölke auf die Frage wie er denn zu den Fenstern von Haus Basten gelangte. Derzeit werkeln täglich fünf bis sechs Frauen und Männer an den Blendrahmen der Fenster. Holzergänzungen und Holzaustausch stehen hier im Vordergrund.

„Zunächst haben wir die Rahmen mit Heißluft abgelackt”, erklärt Christoph Tölke zum Prozedere. Das werde deshalb so gehandhabt, um nicht zuviel Material wegzunehmen. Die bis zu 800 Grad heiße Luft löse den Lack und habe den positiven Nebeneffekt, dass auch Schädlinge im Holz abgetötet würden. „Von der Substanz ist das Holz zwar noch gut, die Fenster haben sich im Lauf der Jahre aber stark verzogen”, sagt der Restaurator. Während er erzählt, sind vier Auszubildende an mehreren Fenstern damit beschäftigt, die Blendrahmen sanft abzuhobeln. An notwendigen Stellen werden sie ergänzt, wozu immer dasselbe Holz verwendet wird. Am Ende erfolgt der Feinschliff. „Der Fugenschluss muss erhalten bleiben, das Holz wird nur geglättet”, sagt Christoph Tölke.

Nach dem Schliff wird das Holz mit rohem Leinöl behandelt. „Die Fettsäuren reagieren mit Luft, durch den Sauerstoff vernetzen die Moleküle” nennt der Experte den Grund. Noch gibt es für den Staatlich geprüften Restaurator viele zu tun am Haus Basten. Insgesamt sind es 52 Fenster die das Team bearbeiten muss, davon alleine 38 große mit je 24 Sprossenfeldern. Das bedeutet, dass ein Fenster mit 24 Scheiben bestückt ist.

Der Restaurator hat ausgerechnet, dass im Haus Basten 960 kleine Scheiben eingebaut sind. Jedem großen Fenster ist in den Räumen zudem ein zusätzliches Kastenfenster zur Wärmedämmung vorgebaut. Die Fenster werden am Ende noch mit neuen historischen Beschlägen ausgestattet.

„Bis Mitte August wollen wir mit den Blendrahmen fertig sein, bis Ende des Jahres auch mit den Fensterflügeln”, nennt Christoph Tölke das Ziel, dem er und sein Team schon ein ganzes Stück näher gekommen sind.
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