Hoffentlich ohne Bruchlandung: Modellflieger starten in neue Saison

Von: Georg Schmitz
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Der Vorstand des MFC Ikarus Geilenkirchen, mit Wolfgang Chudziak, Bernd Wynands und Thomas Nacken (v.l.), ist bestens auf die soeben eröffnete Flugsaison vorbereitet. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Surrend und knatternd fliegen die Modellflugzeuge über Rischden durch die Luft. Auf dem Boden stehen die Piloten mit der Fernsteuerung in der Hand und zeigen den Modellen ihren Weg auf.

Die Flugzeuge drehen Loopings und Schleifen und landen zumeist sicher am Ausgangspunkt. Na gut, manchmal kommen sie auch da runter, wo sie es nicht sollten - in einer Baumkrone oder einem Feld. Nach einer Bruchlandung ist auch oft mal ein Totalschaden zu vermelden. Aber dann geben sich die Modellbauer wieder an die Arbeit oder setzen ein anderes Flugzeug aus dem reichhaltigen Fundus des Modellflugclub (MFC) Ikarus in Szene.

Alle Modelle gemessen

Nun wurde die Flugsaison mit dem so genannten Anfliegen eröffnet. Das Clubgelände des 54 Mitglieder starken MFC war entsprechend belebt. „Alle Modelle sind von einem Lärmmessbeauftragten abgenommen”, erwähnt der 2. Vorsitzende Thomas Nacken. Ein Pegel von 74 Dezibel (dB) dürfe nicht überschritten werden, aber das käme bei den modernen Modellen auch gar nicht zum Tragen.

Im Februar wählte der MFC Ikarus Geilenkirchen einen neuen Vorstand. Vorsitzender ist Wolfgang Chudziak, sein Stellvertreter Thomas Nacken. Bernd Wynands hat die Ämter des Geschäfts- und Schriftführers inne. Guido Weitz wurde Kassierer, Stefan Schlömer Jugendwart.

Bernd Wynands kommt aus dem Schwärmen für den Modellflug gar nicht mehr heraus und räumt mit einem Vorurteil auf: „Wir sind kein Club für Reiche, bei uns sind alle Bevölkerungsgruppen vertreten.” Auch Menschen mit kleinem Budget könnten sich den Modellflugsport leisten, denn: „Die Technologie ist rasant fortgeschritten und preiswerter geworden.” Anhand eines Beispiels erklärt Bernd Wynands, warum dieses Hobby erschwinglich ist. „Eine Funkfernsteuerung hat vor sechs Jahren noch 500 Euro gekostet, heute ist sie für 100 Euro zu haben.”

Thomas Nacken besitzt Modell-Hubschrauber, die früher noch recht teuer waren. „Auch für Einsteiger ist so ein Hubschrauber heute erschwinglich, und die Handhabung wurde dank Computertechnik revolutioniert”, erzählt er. Wolfgang Chudziak bestätigt: „Thomas war früher der einzige Hubschrauberpilot im Verein, heute haben wir sieben.” Ohnehin sei das Modellfliegen heute viel einfacher. Noch vor fünf Jahren war oft fleißiges Werkeln und viel Geschicklichkeit notwendig, um ein Flugzeugmodell nach dem Bausatzprinzip zu fertigen.

„Heute ist der Bau gar nicht nötig, denn es werden ARF-Modelle angeboten”, erläutert Bernd Wynands. ARF heiße „almost ready to fly”, also direkt flugbereit. „Hier braucht das Flugzeug nur noch ausgepackt zu werden”, sagt Thomas Nacken. Vor Jahren hätte man die Modelle in mühevoller, wochenlanger Kleinarbeit zusammenbauen müssen. Aber natürlich gelte es auch heute noch Schäden zu reparieren.

Die Vereinsmitglieder des MFC Ikarus, einem der ältesten Modellflugclubs in Deutschland, rekrutieren sich aus dem Kreis Heinsberg und darüber hinaus. Aber auch Gastflieger aus anderen Ländern loben die hervorragende Infrastruktur des Modellflugplatzes in Rischden. Ein Areal von rund zwei Fußballfeldern, Clubheim mit Terrasse, Stromanschluss und Duschen, das sei nicht überall zu finden, heißt es.

Das Fluggelände beinhaltet neben der geteerten Start- und Landebahn auch einen Fesselflugkreis, einzigartig in Westdeutschland. Beim MFC Ikarus, gegründet 1958, wurden schon Deutsche- und Europäische Meisterschaften ausgetragen. Jetzt hat die Sommersaison begonnen, aber bei geeignetem Wetter heben die Flugzeuge auch im Winter ab.

Bernd Wynands hat in den Annalen des Vereins einige Anekdoten gefunden. So mussten die Modellflieger in den Jahren nach der Gründung eine Erlaubnis bei den alliierten Streitkräften einholen, um überhaupt fliegen zu können. Zum damaligen Zeitpunkt lag diese Entscheidung nicht bei der Stadt Geilenkirchen, die im Übrigen vom Vorsitzenden für ihre Kooperationsbereitschaft gelobt wird. „2009 hat die Stadt auch die Zufahrt zum Gelände neue geteert, unser Clubheim ist jetzt ohne Schlaglöcher zu erreichen”, weiß Geschäftsführer Bernd Wynands.

So hatten die Clubmitglieder am Tag des Anfliegens nur Gutes zu berichten. Und selbst das Wetter flog mit, denn trotz des gemeldeten Regens blieb es trocken.

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