Übach-Palenberg - Hochbegabte will mit 14 Abitur machen

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Hochbegabte will mit 14 Abitur machen

Von: Renate Kolodzey
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Christian und Annette Hahn, Ingo Rümke (VHS Heinsberg), Hanns-Paul Jouck (Freunde der Kammermusik), Dennis Otermanns und Martina Waliczek (Kulturamt der Stadt Übach-Palenberg) sowie Laetitia (12) und Philip (6) Hahn freuen sich auf das Konzert. Foto: Renate Kolodzey

Übach-Palenberg. „Meine Lieblingsmusik ist Hard Rock. Am meisten mag ich die Band ‚Guns N‘Roses‘, die Anfang der 80er Jahre gegründet wurde“, erzählt Laetitia Hahn aus Velbert auf die Frage nach ihren musikalischen Favoriten.

Ihr Vater Christian, Immobilienberater, der sie mit seiner Frau Annette beim Besuch im Carolus-Magnus-Centrum (CMC) begleitete, verriet, er mag die Sängerin „Adele“. Seine Tochter kontert: „Die Musik nach 1995 kann man vergessen. Egal, ob Adele oder Justin Bieber – das ist inhaltslose Musik!“

Laetitias Lieblingskomponist im klassischen Bereich ist Beethoven – womit wir beim Thema wären, denn um klassische Musik dreht sich derzeit hauptsächlich das Leben der Zwölfjährigen. Im September 2003 geboren, merkten ihre Eltern bald, dass sie ein hochbegabtes Kind haben – nicht nur im musikalischen Bereich. Inzwischen haben sie zwei von der Sorte – ihr sechsjähriger Bruder Philip steht ihr in nichts nach. Auch er spielt Klavier, noch lieber aber Cembalo, und sein Lieblingskomponist ist Bach.

„Als Duo am Piano spielen beide wie eine Person“, beschreibt die Mutter die Harmonie ihrer Sprösslinge, „ansonsten verhalten sie sich wie ganz normale Geschwister“. Laetitias Ausspruch, mit einem Seitenblick auf ihren Bruder, der sich gerade an Stöcken eines Blumenkübels zu schaffen macht: „Philip nervt 24 Stunden am Tag!“ scheint diese These zu bestätigen.

Schon mit zwei Jahren spielte die Jung-Pianistin mit Mama ihr erstes Stück auf dem Klavier und komponierte. „Das war kein bloßes Herumgeklimpere, es hörte sich gut an“, erinnert sich die Mutter. Auch Geigenunterricht bekam sie und beherrschte das Instrument bald hervorragend.

Mit drei Jahren ging Laetitia – der Name bedeutet „Die Fröhliche“ – in einen bilingualen Kindergarten, mit vier auf die „International School“, wo sie unter anderem Englisch und Französisch lernte, übersprang zwei Klassen und besucht momentan ein privates Musikgymnasium in Langenberg, wo sie mit 14 Jahren ihr Abitur zu machen gedenkt. Der Unterricht erfolgt über iPad, so dass die junge Künstlerin ihn auch auf ihren Konzertreisen nicht missen muss.

Nebenbei bestand Laetitia mit acht Jahren die Eignungsprüfung für Klavier zur Aufnahme als Jungstudentin an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf und lernte von ihrer Mutter, die Chinesische Philosophie studierte, Alt-Chinesisch. Im Alter von neun und zehn Jahren gewann sie bei 14 Wettbewerben 18 Preise und gab mit zehn Jahren ihr Solo- und Orchesterdebüt.

Sie besuchte einen Klavier-Meisterkurs in Langerwehe bei Heribert Koch, durfte mit dem begnadeten Pianisten Lang Lang in München und China spielen und war Gast in vielen Musikaufführungen. Demnächst konzertiert sie unter anderem in Polen, Neapel und Mailand.

Seit diesem Sommersemester ist Laetitia zudem als jüngste Bachelor-Studentin im deutschsprachigen Raum an der „Kalaidos University of Applied Sciences“ in Zürich im Studiengang „Musik“ mit Hauptfach Klavier eingeschrieben. „Das ist eine Hochschule für Berufstätige mit Blockunterricht am Wochenende“, erläutert Laetitia. Ihre Eltern fahren sie dort hin. Zeit für Lieblingshobbys wie Rollerfahren und Science-Fiction-Filme im Fernsehen gucken bleibt trotzdem, und ihre Berufswünsche „Konzertpianistin, Komponistin und Dirigentin“ verkündet die Zwölfjährige zuversichtlich mit strahlendem Lächeln.

Am kommenden Sonntag, 12. Juni, um 17 Uhr spielt Laetitia zusammen mit dem „Gladbecker Kammerorchester“ in einem Sinfoniekonzert für die ganze Familie im CMC. Ihr sechsjähriger Bruder Philip wird sie bei einem Stück auf dem Klavier begleiten.

Für die Organisation des Konzerts sind Ingo Rümke, Leiter des Fachbereichs Kultur der Volkshochschule Heinsberg, Martina Waliczek vom Kulturamt der Stadt Übach-Palenberg und Hanns-Paul Jouck von den „Freunden der Kammermusik“ verantwortlich.

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