Hitze: Für die meisten Tiere kein Problem

Von: Daniel Gerhards
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Die Tiere in der Region kommen mit großer Hitze zurecht: Marcel Pütz legt sich mit seinen Hunden in der Hundetagesstätte Villa Kunterbunt in den Schatten. Foto: Daniel Gerhards

Gangelt/Übach-Palenberg. Wenn jemand sagt, dass er schwitze wie ein Schwein, dann hält derjenige die Temperaturen kaum noch aus. Doch wenn die Hitze für Menschen zur Qual wird, dann gehen die Borstentiere im Gangelter Wildpark einfach in ihren Tümpel: Sie suhlen sich in Wasser und Matsch und verschaffen sich damit die nötige Abkühlung.

Und auch die anderen Wildtiere im Park sind nicht wetterfühlig. „Die Hitze ist für die Tiere eigentlich kein Problem“, sagt Wildhüter Klaus Drees. „Die Tiere wissen, wie sie sich verhalten müssen.“ Für die meisten Tiere reicht es bereits, wenn sie sich ein schattiges Plätzchen unter einer Baumgruppe suchen. Und Bäume gibt es im Wildpark mehr als genug. „Hier ist ja alles bewaldet“, sagt Drees. Also gibt es Schatten satt für Tiere und Besucher.

Weg mit dem Winterspeck

Die tierischen Bewohner tun einiges dafür, dass sie die Wärme aushalten können: Sie bereiten sich clever auf die Sommerhitze vor. Mit mehr Weitsicht als viele Menschen. Sie fressen im Frühjahr und Sommer weniger. Dadurch bauen sie die im Winter wärmende Fettschicht ab. „Immer Sommer fragen die Leute oft, warum die Luchse und Wölfe so dünn sind. Aber mit denen ist alles in Ordnung. Sie richten sich auf das Wetter ein“, sagt Drees. Und auch das Sommerfell ist bei weitem nicht so dicht wie der Pelz, den Wölfe, Rehe und Elche in den kalten Monaten mit sich herumschleppen.

Die tägliche Futterration passt Wildhüter Drees an das Verhalten der Tiere an. „Es bringt ja nichts, wenn ich den Wildkatzen eine ganze Hirschkeule ins Gehege werfe und die knabbern nur ein bisschen daran rum. Es soll ja nichts schlecht werden“, sagt er. Derzeit verfüttern Drees und seine Kollegen bis zu 22 Kilogramm Fisch und Fleisch am Tag. „Wir machen das nach Bedarf. Wir wiegen alles genau ab“, sagt Drees.

Ohnehin gibt es im Gangelter Wildpark keine exotischen Tierarten, die mit dem hiesigen Klima nicht zurecht kommen. Dort werden Tiere wie Fischotter, Dachse, Damm- und Rotwild gehalten, die in Mitteleuropa vorkommen. „Wir halten sie so, wie sie in der freien Wildbahn vorkommen“, sagt Drees.

Auch wenn Hitze und Gewitterluft den Wildtieren nichts anhaben können, sind sie im Hochsommer oft geplagt. Denn im Wald setzen ihnen Insekten zu. Wenn etwa Rehe fortwährend mit Ohren und Schwanz schlagen, dann sind stechende Bremsen in der Nähe.

Das dickste Fell von allen im Wildpark haben die fünf Bären. Doch selbst denen macht das heiße Wetter kaum Probleme. Wenn es ihnen zu warm wird, gehen sie einfach eine Runde schwimmen. Na klar, sie haben ihren eigenen Teich. Und einen kühlen Raum, in dem sie auch gefüttert werden.

Wasser ist bei großer Hitze das wichtigste für alle Tiere im Park, erklärt Drees. In den Tränken, Tümpeln und Teichen muss immer genug kühles Nass sein.

Dass Tiere – genau wie Menschen – bei Hitze viel trinken sollen, bestätigt auch Marcel Pütz. Aus seinem Napf schlürfen aber keine Wildtiere, sondern ein ganzes „Rudel“ Hunde. In seiner Hundetagesstätte „Villa Kunterbunt“ in Übach-Palenberg verbringt er den ganzen Tag auf dem 6000 Quadratmeter großen Gelände mit rund 15 Hunden – neun davon sind seine eigenen.

Aber für ihn ist der Aufwand im Sommer nicht größer. Er füllt die Wassernäpfe und die kleinen Planschbecken regelmäßig auf und dann „kann man sich auch schon mal hinlegen und sich das Treiben aus der Horizontalen anschauen“, sagt er.

Auch Hunde brauchen eine Pause

Im Winter sei es dagegen schon mal „ein hartes Brot“, den lieben langen Tag draußen mit den Hunden zu verbringen. „Ich bin den ganzen Tag für die Hunde da. Das geht gar nicht anders. Ich lebe das Rudel“, sagt er. Seine Hundetagesstätte funktioniere wie ein Kindergarten, sagt er. Die meist berufstätigen Leute bringen die Hunde morgens und holen sie nachmittags nach der Arbeit wieder ab. Und wenn so viele Hunde zusammen sind, dann wird immer getobt und gerannt. Aber wenn es zu heiß wird, brauchen auch die Vierbeiner eine Auszeit: „Man muss sie auch mal zu einer Pause zwingen. Wenn ich mich selber unter einen Baum lege, kommen sie mit und legen sich auch hin“, sagt Pütz. Das reiche oft schon.

Im Gangelter Wildpark sind es derweil Wildhüter Drees und seine Kollegen, die am meisten schwitzen. „Den Tieren macht das ganze Wetter wenig aus – und schon.“

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