Geilenkirchen - Historischer Vortrag „Schlacht um Geilenkirchen” lockt zahlreiche Zuhörer

Historischer Vortrag „Schlacht um Geilenkirchen” lockt zahlreiche Zuhörer

Von: Georg Schmitz
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Karl-Heinz Gast vom Historischen Klassenzimmer konnte mit Jürgen Peters und Norbert Rosin (v.l.) zwei fachlich kompetente Referenten für den Vortrag „Schlacht um Geilenkirchen” gewinnen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Ende November 1944 lag Geilenkirchen in Schutt und Asche, nachdem die alliierten Streitkräfte die Stadt tagelang bombardiert hatten. Rund um Geilenkirchen hatten zuvor starke Kampfhandlungen bei den deutschen wie auch amerikanischen und britischen Truppen zu hohen Verlusten geführt.

Jürgen Peters und Norbert Rosin von der Reservistenkameradschaft Awacs ließen auf Einladung des Historischen Klassenzimmers die damaligen Ereignisse mit einem militär-historischen Vortrag noch einmal Revue passieren.

Schon im Jahr 2004 hatten rund 600 Zuhörer bei sechs Vorträgen die Kriegs-Ereignisse in Wort und Bild vor Augen geführt bekommen. Auch diesmal war das Interesse groß und der Versammlungsraum am Hallenbad bis auf den letzten Platz besetzt, für die Besucher mussten sogar noch zusätzliche Stühle herangeschafft werden.

Karl-Heinz Gast vom Historischen Klassenzimmer hatte eingangs die Zuhörer begrüßt. Jürgen Peters und Norbert Rosin, die beiden Referenten der Veranstaltung, hatten 2004 und auch später zeitintensive Recherchen unter anderem im Militärarchiv Freiburg angestellt, um fundierte Kenntnisse über die Kampfhandlungen rund um Geilenkirchen zu erlangen. Der Vortrag gewann gerade jetzt an Bedeutung, wo doch der Fund von zwei gefallenen US-Soldaten bei Süggerath erst vor wenigen Monaten für Aufmerksamkeit sorgte und den Zweiten Weltkrieg wieder in Erinnerung rief.

Gespannt lauschten die 116 Besucher den über zweistündigen Ausführungen zu den historischen Kriegsereignissen. „Der Vortrag hat keinen politischen Hintergrund, es geht um eine militärische Dokumentation, die das Geschehen im Großraum Geilenkirchen beleuchtet”, erklärte Peters. Anhand von auf eine Leinwand projizierten Dias dokumentierten Peters und Rosin den Verlauf des Westwalls zwischen Übach-Palenberg und Randerath.

„Der Westwall erstreckte sich über 1000 Kilometer bis zur Schweiz, mit einer Bunkerdichte, die seines gleichen sucht”, berichtete Peters. Entlang der Wurm von Übach-Palenberg bis Randerath habe es allein über 400 Bunker gegeben. „Anfang September 1944 standen die Alliierten an der damaligen Reichsgrenze, kurz darauf erreichten sie den Raum Geilenkirchen”, erläutert Peters.

Am 14. September 1944 sei der Räumungsbefehl für Geilenkirchen erfolgt und die Bevölkerung evakuiert und mit Sonderzügen von Geilenkirchen nach Westfalen gebracht worden. Von September bis Dezember 1944 habe es schwere Kämpfe in der Region gegeben.

Peters und Rosin zeigten bei dem Dia-Vortrag auch verschiedene Bunker sowie Bilder von Luftangriffen der Alliierten im Raum Geilenkirchen. Es folgten Angaben über Divisionsstärken und eine Auflistung der eingesetzten Spezialeinheiten. Die deutschen Truppen umfassten im Bereich zwischen Geilenkirchen und Jülich eine Stärke von über 42605 Mann.

Rosin ging auf Kommandostrukturen und Gliederung der einzelnen Divisionen ein. Eine Auflistung von verschiedenen Gerätschaften und Fahrzeugen komplettierte das Gesamtbild. So erfuhren die Anwesenden, dass sogar 3000 Pferde als Fortbewegungs- und Transportmittel aber auch Flammenwurf-Panzer mit einer Reichweite von bis zu 70 Metern eingesetzt wurden.

Bei seinem Vortrag stellte das Referenten-Duo die Tagesabläufe minutiös dar und ging detailliert auf die Versorgungsstrukturen der deutschen Truppen ein, wobei auch den Armeeversorgungslagern eine Rolle zukam.

Die Gäste erfuhren, dass die alliierten Truppen im September 1944 von Holland kommend Richtung Geilenkirchen vorrückten und die deutschen Soldaten „in letzter Minute” noch Laufgräben ausheben mussten. Ein entscheidender Durchbruch sei den Alliierten Anfang Oktober 1944 bei Übach-Palenberg auf einer Linie Stegh-Muthagen-Breill gelungen. Im Laufe der folgenden Tage und Wochen habe es weitere feindliche Angriffe, auch mit Tieffliegern auf Geilenkirchen gegeben.

Peters mit Blick auf die deutsche Gegenwehr: „Alleine zwischen Übach-Palenberg und Geilenkirchen wurden 86 US-Panzer abgeschossen.” Peters und Rosin gingen auch auf Kampfhandlungen in den umliegenden Dörfern ein, so gab es schwere Kämpfe bei Prummern, Süggerath, Bauchem, Niederheid, Tripsrath, Hatterath, Hochheid, Kogenbroich und Hoven. Die Stadt Geilenkirchen habe im Zweiten Weltkrieg eine der schlimmsten Zerstörungen erlebt und zu 80 Prozent in Trümmern gelegen. Dies sei nur vergleichbar mit Aachen.

Die Vorführung beinhaltete auch einen Bildervergleich „Geilenkirchen während der Kriegstage und heute” sowie einen selten gezeigten Dokumentarfilm über die Ereignisse.
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